Streunende Katzen:

Wer will das Motocross-Kätzchen?

In Wilhelmsburg streunen viele Katzen umher. Dietmar Bender kümmert sich, meint aber auch: Damit muss endlich Schluss sein.

Das Kätzchen hockt scheu, aber neugierig im Käfig. Dietmar Bender hat bereits zwei Streuner aufgenommen  und dieses nun im Tierheim Berndshof abgegeben. Er hofft, dass es bald ein ruhiges Zuhause bei Tierfreunden findet.
Simone Weirauch Das Kätzchen hockt scheu, aber neugierig im Käfig. Dietmar Bender hat bereits zwei Streuner aufgenommen  und dieses nun im Tierheim Berndshof abgegeben. Er hofft, dass es bald ein ruhiges Zuhause bei Tierfreunden findet.

Ganz brav und scheu hockt das schwarze Kätzchen mit den weißen Pfoten in seinem Käfig und schaut mit angstgeweiteten Augen die Besucher an. „Vielleicht ist es aber auch ein Katerchen, ich weiß es nicht“, sagt Dietmar Bender. Der Wilhelmsburger hat das Tier nur mit viel Mühe und Geduld einfangen können und ist froh, dass es ruhig im Käfig sitzt.

Das Katzenkind ist wohl im Oktober zur Welt gekommen, schätzt Bender. Seitdem streunte es in der Nähe der Motocrossbahn des Wilhelmsburger Motorsportvereins herum.  Dort liegen immer genug Abfälle, dafür sorgen die Fahrer, die zu Veranstaltungen und Trainingsfahrten auf das Gelände kommen. „Das ist nicht die erste streunende Katze, die ich eingefangen habe, zwei davon haben hier im Vereinshaus ein Zuhause gefunden und sind mittlerweile handzahm“, erzählt Dietmar Bender.

Aber er habe nicht vor, aus dem Vereinshaus ein Katzenheim zu machen: „Ich habe wegen der Katze beim Torgelower Ordnungsamt angerufen, dort hat man sich sofort gekümmert.“ Darum hat er das schwarze Katzenkind ins Tierheim Berndshof gebracht, wo sich Sabine Schultz weiter um den Vierbeiner kümmert. Den Auftrag dafür erhält die Tierheim-Chefin immer vom zuständigen Ordnungsamt. Auch Bender ist diesen Weg gegangen. 

Doch das Problem der streunenden Katzen in Wilhelmsburg ist damit nicht behoben. Nicht nur auf dem Motocross-Gelände tauchen immer wieder wild lebende Katzen auf, auch am Recyclinghof und im Bereich des Wilhelmsburger Tangers. „Das ist in Wilhelmsburg nicht anders als in vielen Dörfern. Es wäre eine echte Hilfe, wenn es in den Ämtern einen Fonds zur Kastration solcher Streuner geben würde“, sagt Bender. Ansonsten vermehren sich die Tiere immer weiter. Früher fiel das kaum auf, da haben viel mehr Menschen in den Dörfern eine kleine Landwirtschaft geführt und sie hatten Tiere im Stall. Heute gebe es das nicht mehr. „In Wilhelmsburg gibt es nur noch drei Schweinehalter und einen Rinderzüchter“, sagt Bender. Die Katzen finden weder Futter, noch Unterschlupf. Sie werden zum Problem im Dorf.

Benders Vorschlag: Von der Hundesteuer, die ohnehin überall angehoben worden ist, sollte ein Zehntel in einen Kastrationsfonds und zur Unterstützung der Tierheime abgeführt werden. Das wäre eine echte Hilfe, meint Bender. Für das Katzenkind von der Crossbahn hofft er, dass es bald ein liebevolles Zuhause findet. Interessenten können sich unter 039771 26237 oder per E-Mail: info@tierheim-berndshof.de melden.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung