Torgelows Rathausschef spricht Klartext:

"Wir brauchen die Flüchtlinge"

Die gut 100 neuen Asylbewerber in Torgelow werden ihre Wohnungen erst später beziehen können. Nach Ansicht von Bürgermeister Gottschalk braucht die Region diese Flüchtlinge, um in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt keine Probleme zu bekommen.

Nach Ansicht von Bürgermeister Ralf Gottschalk ist die Zukunft der Stadt Torgelow auch von der Integration der Flüchtlinge abhängig.
Thomas Krause Nach Ansicht von Bürgermeister Ralf Gottschalk ist die Zukunft der Stadt Torgelow auch von der Integration der Flüchtlinge abhängig.

Die in Torgelow erwarteten neuen Flüchtlinge werden ihre Wohnungen im Stadtteil Spechtberg in diesem Monat noch nicht beziehen können. Das sagte Bürgermeister Ralf Gottschalk. „Wir hatten gedacht, dass wir die Vorbereitungen bis April abschließen können. Momentan gehen wir aber davon aus, dass die Wohnungen eher im Mai belegt werden können“, sagte der Rathauschef auf Nachfrage.

Die Stadt Torgelow biete für Flüchtlinge erst einmal 13 Wohnunge an, im Laufe des Jahres soll die Zahl auf 20 gesteigert werden. Insgesamt rechnet die Stadt mit etwa 100 neuen Flüchtlingen. In Drögeheide leben derzeit zudem etwa 150 Asylbewerber. „Vom Landkreis gibt es ja neue Erkenntnisse, dass noch mehr Flüchtlinge in den Kreis kommen, als bisher angenommen wurde“, sagte Gottschalk. In Torgelow sehe er aber keine Kapazitäten mehr: „Ich denke, mit dann gut 65 Wohnungen für Flüchtlinge haben wir unsere Hausaufgaben gemacht.“

Zuzug eine Chance für die Stadt

Wichtig sei in den nächsten Wochen vor allem eine vernünftige Integration dieser Menschen. „Im Moment, und das müssen wir alle ehrlicherweise zugeben, lassen wir die Flüchtlinge doch relativ allein in ihren Wohnungen. Da müssen wir einfach aktiver werden“, sagte der Bürgermeister. Es sei nicht gut, als würde man so tun, als sei man für die  Menschen nur ein Durchgangsbahnhof. Nach seiner Ansicht können einige dieser Menschen die Zukunft der Stadt Torgelow sein.

„Unter den Flüchtlingen sind viele gut ausgebildete und hochqualifizierte Leute, die wir hier gut gebrauchen könnten“, sagte er. In der hiesigen Wirtschaft gebe es jetzt schon viele Unternehmen, die händeringend qualifizierte Fachkräfte benötigen. Diese Situation werde sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen: „Der Zuzug von Flüchtlingen ist für uns daher auch eine Chance, die wir nicht verstreichen lassen dürfen!“

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