Bahn-Kunden beklagen: Zu wenig Information:

Wird die Bahnfahrt am Haff zum Lotteriespiel?

Ob es am Streik der Lokführer liegt? Wer weiß, jedenfalls hat sich die Deutsche Bahn auf eine Anfrage der Haff-Zeitung fast anderthalb Wochen lang in Schweigen gehüllt. Dabei war die Anfrage ganz einfach: Was war da los bei der Bahn am 11. April?

Ausgefallene Züge, fehlende Informationen über Ersatzverkehr – die Bahnkunden am Haff sind sauer. Der Konzern schweigt zu den Problemen.
Lutz Storbeck Ausgefallene Züge, fehlende Informationen über Ersatzverkehr – die Bahnkunden am Haff sind sauer. Der Konzern schweigt zu den Problemen.

Eigentlich wollte Rüdiger Haugwitz aus Altwarp gemeinsam mit weiteren elf Fahrgästen an diesem Tag um 7.01 Uhr ganz normal den Zug von Ueckermünde nach Pasewalk nehmen: „Über eine Anzeige am Bahnhof erfuhren wir jedoch, dass der Zug an diesem Sonnabend nicht fährt“, erzählt er. Am Tag zuvor sei von diesem Ausfall noch nichts bekannt gewesen, ergänzt Margrit Kalbe aus Ueckermünde.

Weil bereits in der Woche zuvor ein Zug ausgefallen war, ist die Ueckermünderin also am Freitag zum Haltepunkt gefahren, um sich auf den aktuellen Stand zu bringen. Doch da gab es keine Information über einen bevorstehenden Zugausfall.
Doch das war noch nicht alles, denn auch die Information, dass ein Schienenersatzverkehr eingerichtet war, hat die Bahn offenbar für sich behalten. Ein Glück, dass andere Fahrgäste von dem Ersatzbus wussten und es den Mitfahrern auch gesagt haben, sagt Rüdiger Haugwitz.

Eine Woche zuvor ein ähnliches Bild. Da war am Ostersonnabend ein Zug ausgefallen. Zwar stand ein Bus als Ersatzfahrzeug bereit, aber eine halbe Stunde vor dem Abfahrtermin des Zuges rollte der los. „Und wir haben diesen Bus auch nur durch Zufall gesehen“, sagt Margrit Kalbe. Für sie war es in Ordnung, denn sie konnte ihren Anschlusszug nach Stralsund erreichen. Die Fahrgäste mit Fahrziel Berlin hatten dieses Glück nicht. Die mussten zwei Stunden warten, sagte die Ueckermünderin.

Rüdiger Haugwitz hat zudem einen Verdacht: Weil die Fahrgäste auf der Strecke Ueckermünde–Pasewalk–Ueckermünde nicht in den Unterlagen erfasst werden und möglicherweise etliche Fahrgäste auch den Ersatzverkehr nicht genutzt haben, entsteht am Ende bei den Entscheidern der Bahn ein falsches Bild. Nämlich eines, welches besagt: Auf dieser Strecke ist der Bedarf viel zu gering. „So könnte man trotz vorhandenen Bedarfs eine ganze Strecke unrentabel rechnen und machen“, befürchtet der Altwarper.
Ob da etwas dran ist – und wie das war mit den ausgefallenen Zügen, dazu hätten wir gern mehr von der Bahn erfahren. Doch die schwieg sich bis gestern aus. Vielleicht saß der Schock über den Lokführerstreik zu tief?

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