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Bansiner wollen Abriss mit Protest-Party verhindern

Wird der Hauptstrandzugang in Bansin sein Gesicht verändern? Die Villen „Emma“ und „Aegir“ sollen abgerissen werden, doch viele Einwohner sind damit nicht einverstanden. Sie haben daher eine Abriss-Protest-Party organisiert.

Die Villen „Emma“ und „Aegir“ am Strandaufgang in Bansin im Sommer 2012 - in Öl auf Leinwand gemalt von Rob Jacobs. Mit dem Abriss ginge dieses Motiv verloren. 
Ivo Hilgenfeldt Die Villen „Emma“ und „Aegir“ am Strandaufgang in Bansin im Sommer 2012 - in Öl auf Leinwand gemalt von Rob Jacobs. Mit dem Abriss ginge dieses Motiv verloren. 

Mit einer Abriss-Party wollen Einwohner von Bansin und andere Freunde der Bäderarchitektur am kommenden Sonntag protestieren. Denn sie sind nicht einverstanden, dass erneut zwei Bädervillen abgerissen werden. „Wir können doch nicht unser wertvollstes Kapital, die Bäderarchitektur, abreißen“, mahnt InitiatorJürgen Kraft. Denn das wäre ein unwiederbringlicher Verlust und der Anfang vom Ende für den hochwertigen Tourismus auf Usedom.

Die Villen „Emma“ und „Aegir“ am Bansiner Hauptstrandzugang gehören dem Reeder Sven Paulsen, der das Areal Ende vergangenen Jahres gekauft hat. Paulsen will dort ein neues Ensemble aus dem Boden stampfen – ein Objekt mit 28 Eigentumswohnungen zwei Geschäften, einem Gastronomiebetrieb sowie einer Tiefgarage. Paulsen will die etwas heruntergekommenen Altbauten, die zur Jahrhundertwende errichtet wurden, daher abreißen lassen.

Das trifft auf der einen Seite die Mieter. Neben dem Buchladen sind unter anderem die Bäckerei Thiel, die Restaurants „Zur Molle“ und „Fischers Fritz“ sowie die Eisdiele Wille betroffen. Den Gewerbetreibenden wurde gekündigt; sie müssen jetzt ihre Geschäfte räumen.

Auch die Historische Gesellschaft schlägt Alarm

Auf der anderen Seite schlägt aber auch die Historische Gesellschaft zu Heringsdorf Alarm. „Bansin hat den weltweit größten Bereich von zusammenhängender Bäderarchitektur“, mahnt deren Vorsitzender Fitz Spalink, „und zwar in der Bergstraße.“ Und diese beiden Häuser bilden dazu den Eingangsbereich. Doch der Landkreis hat die Gebäude 2012 von der Denkmalliste gestrichen. Spalink ist hingegen überzeugt, dass die Häuser erhaltenswert sind. Daher kämpft er dafür, dass die Villen wieder auf die Denkmalliste gesetzt werden – bisher ohne Erfolg. Für ihn steht fest: „Da werden die Interessen der Investoren durchgeboxt.“ Die Historische Gesellschaft hat den Fall jetzt an ihre Anwälte übergeben. Die sollen das Ganze rechtlich prüfen.

Mittlerweile findet der Widerstand gegen den Abriss von Tag zu Tag mehr Anhänger. „Offenbar haben uns die Politiker in diesem Fall nach Strich und Faden veräppelt“, wettert Jürgen Kraft. Trotzdem hoffen die Party-Organisatoren, dass sich einige Beteiligte bei der Abriss-Party ihrer Verantwortung stellen. Von 10 bis 12 Uhr soll neben Kraft und Spalink auch Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen zu Wort kommen. Die Abriss-Gegner wollen zudem eine Unterschriftenaktion starten. „Wir wollen keinen Investor verschrecken, aber es muss nach Recht und Gesetz zugehen.“