Hinweise auf Ursache für tödlichen Absturz:

Brach die Tragfläche des Flugzeugs ab?

Am 25. Oktober 2014 stürzte ein Pilot mit seiner Maschine ins Stettiner Haff. Erst einen Monat später konnte die linke Tragfläche geborgen werden. Sie lag mehr als 100 Meter vom Wrack entfernt. Experten schließen daraus, dass sie im Flug abgebrochen sein könnte.

Blick auf den Flugplatz Heringsdorf bei Zirchow. Von hier aus war der Pilot mit einer Vereinsmaschine gestartet.
Stefan Sauer/Archiv Blick auf den Flugplatz Heringsdorf bei Zirchow. Von hier aus war der Pilot mit einer Vereinsmaschine gestartet.

Vier Monate nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges mit einem Toten über dem Stettiner Haff gibt es erste Hinweise auf die Unfallursache. Demnach gebe es Anhaltspunkte, dass die linke Tragfläche der Maschine im Flug abgebrochen sei und daraufhin das Flugzeug abstürzte, wie ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte.Diese ersten Schlüsse ziehen die Experten aus der weiter vom Wrack entfernten Lage der Tragfläche im Wasser. "Die 127 Meter nördlich des Wracks vorgefundene linke Tragfläche war unmittelbar am Rumpf abgebrochen", heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht der Braunschweiger Behörde. Der Abschlussbericht soll voraussichtlich im Sommer vorliegen.

Pilot galt als erfahren

Der 58-jährige Pilot, der am Abend des 25. Oktober vom Flughafen Heringsdorf aus zu einem Trainingsflug aufbrach und dabei ums Leben kam, galt als erfahren. Er hatte keine gesundheitlichen Probleme, wie eine Untersuchung der Leiche nach dem Unglück ergab. Beim Flugzeug des Typs Socata TB9 handelte es sich um eine Vereinsmaschine des Heringsdorfer Fliegerclubs.

Ob eventuelle Verantwortlichkeiten gegenüber Lebenden bestehen, werde im Rahmen des bereits eingeleiteten Todesermittlungsverfahrens geprüft, sagte der Sprecher der Stralsunder Staatsanwaltschaft, Ralf Lechte. Man werde aber zunächst den Abschlussbericht abwarten.

Maschine hatte alle erforderlichen Überprüfungen

Das Wrack der Maschine war drei Tage nach dem Absturz geborgen worden. Die Unfalluntersucher stellten fest, dass die linke Tragfläche fehlte. Eine Suche danach mit Hubschrauber und Sonarboot brachte zunächst keinen Erfolg. Erst einen Monat später konnte die Tragfläche rund 127 Meter vom Wrack entfernt im rund 1,20 Meter tiefen Wasser geortet und geborgen werden.

Laut Zwischenbericht hatte die 1991 erbaute Maschine mit insgesamt 4047 Flugstunden alle erforderlichen Überprüfungen. Die letzte Jahresprüfung erfolgte danach am 2. Februar 2014.

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