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Milliarden-Auftrag für die Peene-Werft

Die politischen Parteien Vorpommerns haben den Milliarden-Auftrag für die Wolgaster Peene-Werft einhellig begrüßt. Selbst die örtliche Linkspartei – deren Fraktionschef Lars Bergemann riskiert dafür Ärger mit der Bundespartei.

Die Peene-Werft in Wolgast gehört seit einem knappen Jahr zur Bremer Lürssen-Gruppe. Die sorgte jetzt für einen neuen Großauftrag für die Wolgaster Werft.
Stefan Sauer / Archiv Die Peene-Werft in Wolgast gehört seit einem knappen Jahr zur Bremer Lürssen-Gruppe. Die sorgte jetzt für einen neuen Großauftrag für die Wolgaster Werft.

Kein leichter Moment für Lars Bergemann, das Gesicht der Wolgaster Linkspartei: Der Stadtverordnete und Fraktionschef ist als Mitglied der Linken überzeugter Pazifist, der am Wochenende besiegelte Großauftrag an die Wolgaster Peene-Werft über den Bau von Patrouillenbooten für die Polizei Saudi-Arabiens ist für ihn also keine ganz einfache Sache. Zumal die Partei-Oberen in Berlin den Mega-Deal in den vergangenen Monaten heftig kritisiert hatten.

Bergemann riskiert nun Streit mit den übergeordneten Partei-Verbänden. Denn er erklärte gestern im Namen der Stadtfraktion: „Durch diesen Mega-Auftrag gibt es wieder eine Perspektive für viele Familien in Wolgast und Umgebung. Kaufkraft bleibt in der Region und Fachkräfte finden hier Arbeit.“ Seine Partei begrüße es, dass die Werft Zivil- und Marineschiffbau betreibe und auch im Reparaturgeschäft tätig sei: „Dieser Drei-Klang ist für uns sehr wichtig und muss erhalten bleiben.“ Weiterhin erklärt Bergemann: „Natürlich ist uns bewusst, dass unsere Auffassung nicht durch die Bundes-, Landes - und wohl auch durch die Kreisverbandsebene der Partei geteilt wird. Trotzdem unterstützen wir die Produktion der Patrouillenboote auf der Lürssen-Werft.“

Auch Landrätin Barbara Syrbe (Die Linke) hatte sich vor einigen Monaten ähnlich geäußert: Natürlich sei es ihr lieber, wenn in Wolgast zivile Schiffe gebaut würden, sagte sie dem Nordkurier. Sie müsse aber akzeptieren, dass die Peene-Werft für Wolgast „nahezu unverzichtbar“ sei. Von den anderen Parteien kommen ähnliche Signale: SPD-Landesfraktionschef Norbert Nieszery begrüßte den Großauftrag ausdrücklich. Auch der CDU-Jugendverband „Junge Union“ (JU) äußerte sich entsprechend: Der Nachricht über den Großauftrag sei ein „Freudentag für Vorpommerns Wirtschaft“, sagte JU-Kreischef Philipp Amthor.