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  • Mecklenburgische
    Literaturgesellschaft



  • Uwe-Johnson-Preis
    Von ihrer Gründung 1990 an hat sich die Mecklenburgische Literatur-
    gesellschaft e.V. in besonderem Maße für das Werk von Uwe Johnson eingesetzt. Seit 1994 führt die Literaturgesellschaft jeweils im Sep-
    tember die Uwe-Johnson-Tage durch. Als jährliche Höhepunkte haben sie dazu beigetragen, dass sich inzwischen ein weit über Neubranden-
    burg hinausgehendes Interesse am Autor herausgebildet hat.
    Die Uwe-Johnson-Tage
    18. bis 30. September 2006
    "Uwe Johnson und das kollektive Gedächtnis der Deutschen"
    18. September

    Kunstsammlung, 19.30 Uhr
    Eröffnung durch Dr. André Uzulis, Chefredakteur des Nordkurier
    Lesung und Gespräch mit dem Johnson-Förderpreisträger 2005
    Arno Orzessek
    Moderation: Dr. Gundula Engelhard, Mecklenburgische Literaturgesellschaft

    Für den Debüt-Roman „Schattauers Tochter“ wurde Arno Orzessek mit dem ersten Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet. Die Jury würdigte die virtuose Verknüpfung verschiedener Erzählebenen und das spannungsvolle Veranschaulichen, „wie die so genannte ‚große Geschichte’ in das Leben des Einzelnen eingreift.“ Überzeugend gelinge es dem Autor, ein Bild von den Widersprüchen deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert zu entwerfen.
    Arno Orzessek, geboren 1966 in Osnabrück, studierte in Köln Literaturwissenschaften, Philosophie und Kunstgeschichte. Er lebt in Berlin und arbeitet als freiberuflicher Journalist vor allem für die Süddeutsche Zeitung und DeutschlandRadio.


    26. September

    Kunstsammlung, 19.30 Uhr
    Wider Blendung – Stephan Krawczyk erinnert sich an die DDR
    Konzertlesung

    Geschichte will so erzählt werden, dass sie sich in den Geschichten wiedererkennt. Erst dann gibt sie sich uns zu erkennen. Ansonsten werden wir von Schönfärbereien und Schwarzmalereien getäuscht und geblendet und erfahren nicht, wo wir herkommen: Die Suche nach dem rechten Weg wird enorm problematisiert.
    Der Autor und Musiker Stephan Krawczyk erinnert sich an die DDR - an das Richtige im Falschen und umgekehrt.


    27. September

    Kunstsammlung, 19.30 Uhr
    Die verschwiegene Bibliothek – DDR-Literatur ohne Öffentlichkeit
    Vortrag und Gespräch mit Joachim Walther
    Moderation: Christiane Baumann

    Joachim Walther, Jahrgang 1943, ist Autor von Romanen, Erzählungen, Kinderbüchern und Hörspielen. Nach der Wende dokumentierte er den Einfluss der SED-Politik auf die DDR-Literatur und die Praktiken des MfS zur Überwachung des DDR-Literaturbetriebes. Sein Buch „Sicherungsbereich Literatur“ gilt als Standardwerk zu diesem Thema.
    „Die verschwiegene Bibliothek“ publiziert Texte aus dem „Archiv unterdrückter Literatur in der DDR“, das von Ines Geipel und Joachim Walther in den Jahren 2001 – 2004 zusammengetragen wurde. Das Archiv bilden Werke, die in der DDR als „systemzersetzend“ oder „schädlich“ eingestuft wurden und nicht erscheinen durften.


    28. September

    Wiekhaus 21 und NB-Radiotreff, 10.00 Uhr
    "eine Vorführung von Möglichkeiten... in einem andern Sinn Geschichten"
    Workshop mit Jugendlichen – Johnson zum Hören (Radio-Feature)

    29. September

    Kunstsammlung, 19.30 Uhr
    "Geboren am 13. August. Der Sozialismus und ich"
    Lesung und Gespräch mit Jens Bisky
    Moderation: Prof. Dr. Carsten Gansel

    Mit kritischer Distanz beschreibt Jens Bisky seine Kindheit und Jugend in der DDR. Dabei gerät er nicht in die Falle „ostalgischer Verklärung“ und hat die „Zurichtung des Einzelnen durch das Gesellschaftssystem“ (Uwe Johnson) im Blick. Ingo Arend urteilt: „Mit diesem Buch hat sich Bisky eine Urkunde der Zivilcourage erschrieben.“
    Jens Bisky, geboren 1966, ist in Leipzig und Ostberlin aufgewachsen. Nach dem Abitur besuchte er die Offiziershochschule und wurde Unterleutnant der NVA. Zur Wendezeit arbeitete er beim Jugendsender DT 64, danach studierte er Kulturwissenschaften und Germanistik. Heute ist Jens Bisky Feuilletonredakteur der „Süddeutschen Zeitung“.
    2005 erschien „Die deutsche Frage. Warum die Einheit unser Land gefährdet.“


    30. September

    Verlagsgebäude Nordkurier, 19.00 Uhr
    Festveranstaltung zur Verleihung des Uwe-Johnson-Preises 2006 an Joochen Laabs für "Späte Reise"
    Dankesrede: Joochen Laabs
    Festrede: Dr. Paul Krüger, Oberbürgermeister Neubrandenburg
    Laudatio: Dr. Franziska Augstein, Publizistin

    In „Späte Reise“ konfrontiert Joochen Laabs Erfahrungen von Jahrzehnten in DDR-Grenzen mit aktuellem Erleben amerikanischer Perspektiven. Die Jury des Uwe-Johnson-Literaturpreises hebt hervor, der Roman biete einen neuen Zugang zu medial abgenutzten oder überzeichneten Bildern von DDR-Geschichte. Wie schon Uwe Johnsons „Jahrestage“ zeige er, auf welche Weise es Literatur gelingen kann, über unterschiedliche Gesellschaften hinweg der eigenen Identität auf die Spur zu kommen. Damit bezeuge Laabs eindrücklich, „dass Literatur als ‚Gedächtnis’ funktioniert und die Chance hat, gebrochene Biografien mit den Mitteln des Erzählens entdeckend wieder entstehen“ zu lassen.

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    © Nordkurier.de am 03.09.2010

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