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  • Mecklenburgische
    Literaturgesellschaft



  • Uwe-Johnson-Preis

    Sprachgewaltiger „Brandmelder“ der Zeitgeschichte: Der Schriftsteller
    Uwe Johnson (1934–1984) Foto: Renate von Mangoldt

    Wo Wahrheiten wohnen in ganz eigener Sprache
    Johnson ist ein genau Liebender. Johnson hat Mecklenburg und Pommern, das Land der hohen Himmel und des langsameren Lebens, in seinen Schriften so zum Ausdruck gebracht, dass man das Gefühl hat, es in der Umhängetasche mit sich tragen zu können. Johnson spürt geduldig den schwierigen Verhältnissen nach, zwischen denen die Wahrheiten wohnen.
    Uwe Tellkamp, Uwe-Johnson-Preisträger 2008
    für den Roman „Der Turm“

    Uwe Johnson erzählt Geschichte in Geschichten. Er zeigt auf faszinierende Weise, wie die gesellschaftlichen Zeitläufte vor allem im 20. Jahrhundert in das Leben des Einzelnen eingreifen. Wie ein Archäologe legt Uwe Johnson Erinnerungsschichten frei und deckt auf, was sich „unter der Kruste des äußeren Gewesenen“ verbirgt.
    Carsten Gansel, Germanistikprofessor in Gießen,
    Vorsitzender der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft


    Ich lese Uwe Johnson immer wieder gern, weil seine Texte sprachlich grandios sind und man stets neue inhaltliche Details, Zusammenhänge und Hintergründe entdecken kann. Man sollte Uwe Johnson unbedingt lesen, da man auf literarische Weise noch einmal in die deutsche Geschichte und die Weltgeschichte eintaucht.
    Anja-Franziska Scharsich, Leiterin des Literaturhauses
    „Uwe Johnson“ in Klütz

    Mich verbindet biografisch viel mit Uwe Johnson: Wir gehören derselben Generation an; er ist hier in Anklam aufgewachsen und in Güstrow zur Schule gegangen, wo ich dann am Lehrerbildungsinstitut war; ich kenne auch diese Zerrissenheit nach dem Krieg. Dieses Gefühl der Solidarität kommt noch hinzu zum Bewusstsein seiner schriftstellerischen Größe. Wichtig ist in meiner Arbeit als Grafiker auch die Suche nach dem ganz individuellen Ausdruck, wie Johnson ihn in der Sprache fand.
    Otto Kummert, Grafiker, Murchin, Schöpfer des Johnson-Signets unserer Zeitung

    Auch nach dem zweiten Lesen sind Uwe Johnsons Romane noch nicht „ausgelesen“. Weil seine Lebensgeschichten so wirklich sind, spielt es keine Rolle, dass die Zeit, in der sie sich ereignen, längst vergangen ist. Und wer hätte es besser als Johnson vermocht, die Menschen in ihrer ganz eigenen Sprache leben zu lassen.
    Wolfgang Mahlow, Literaturkritiker, Prenzlau

    Ein Fan bin ich nicht. Aber ich lese gern über Johnson. Seine Biografie fasziniert mich, und über die Person erschließe ich mir allmählich den Weg zu seiner Literatur.
    Sabine Moritz, Leiterin der Uwe-Johnson-Bibliothek Güstrow

    Ich lese Uwe Johnson, weil er auf beeindruckende Weise die Sehnsucht wie auch die Suche nach einer Heimat, welche zum Teil in Mecklenburg und Pommern aber auch in der Literatur selbst zu verorten ist, in Kunst umgesetzt hat. Uwe Johnson war und ist ein einzigartiger Literat, dessen Werke zwar nicht einfach, jedoch voller sprachlicher Virtuosität und interessanter Facetten deutscher Zeitgeschichte sind. Man ließe sich in vielerlei Hinsicht etwas entgehen, hätte man ihn nicht gelesen.
    Anett Hauswald, Projektkoordinatorin im Koeppenhaus Greifswald

    Beim Lesen der „Jahrestage“ ist mir bewusst geworden, dass in diesem Jahrhundertroman meine Lebensthemen aufgehoben sind: Deutsche Geschichte vor und während des Hitler-Faschismus, die Geschichte des geteilten Deutschland verbunden mit Weltgeschichte (USA und Vietnamkrieg) und das alles mit einer so präzisen Art des Schreibens, dass es ab Seite 100 immer spannender wurde. Die verschiedenen Ebenen von persönlicher Entwicklung der Figuren, gesellschaftlicher Entwicklung, dazu eine soziale Genauigkeit in einer sprachlichen Differenziertheit, die in mir großes Lesevergnügen ausgelöst hat. Dass ich diese Lesereise durch die Zeiten zwischen 2000 und 2004 noch mal in einer öffentlichen Lesung der „Jahrestage“ – vom ersten bis zum letzten Satz – mitmachen durfte, war ein echtes Schlüsselerlebnis. Ein Roman, der in die Tiefenschichten des Bewusstseins eindringt und von jedem wenigstens einmal gelesen werden sollte.
    Horst Conradt, Geschäftsführer der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz

    Johnson hat die „Jahrestage“ geschrieben, den trotz der „Blechtrommel“ besten deutschen Roman nach 1945. Ein Werk, das man jeden Tag neu aufschlagen kann und man wird immer wieder etwas Neues und Schönes entdecken. Uwe Johnson hat die historische Schuld der Deutschen im 20. Jahrhundert in seinem Werk gestaltet und im Gedächtnis erhalten. Ihn zu lesen, ist manchmal eine Herausforderung, aber es macht immer Freude.
    Rainer Paasch-Beeck, Deutschlehrer und Literaturkritiker in Kiel

    Johnson lesen ist für mich immer Vergnügen: Die Erfahrungen seiner „Personen“ in ihrer Welt teilen sich lebendig mit. Die Sprache und Komposition seiner Romane bringen immer wieder zuverlässig Ein- und Neusichten.
    Gundula Engelhard, Geschäftsführerin der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft

    Aus: Nordkurier, Blickpunkte, 20. Juli 2009
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