Gefahrgut-Übung:

War das eine Hitzeschlacht!

Über 30 Grad schon am Morgen. Trotzdem hieß es für etliche Feuerwehr-Kameraden am Wochenende: Schutzkleidung überziehen! Bei einer Übung in Pasewalk floss der Schweiß. Doch die Feuerwehrleute hielten tapfer durch.

Jetzt wird’s richtig heiß: Vier Kameraden schlüpfen in die CSA-Anzüge zur Sicherung und Bergung der Chemikalien.
Fred Lucius Jetzt wird’s richtig heiß: Vier Kameraden schlüpfen in die CSA-Anzüge zur Sicherung und Bergung der Chemikalien.

Sonnabendfrüh, 8.33 Uhr: Bewohner der Pasewalker Oststadt schauen neugierig aus dem Fenster. Die örtliche Feuerwehr bezieht mit ihren Fahrzeugen Stellung in der Richard-Wagner-Straße. Wenig später rücken die Kameraden aus Rollwitz, Krugsdorf und Viereck an. Auch der Gefahrgutzug mit Einsatzkräften aus Torgelow, Neuenkirchen und Greifswald sowie das Rote Kreuz sind für die große Übung vor Ort. Wenige Minuten nach dem Eintreffen werden die ersten „Verletzten“ per Drehleiter aus einer Brandwohnung im dritten Obergeschoss geborgen. Sie werden im Zelt des Ortsverbandes Pasewalk des Technischen Hilfswerkes (THW) versorgt.

Bei tropischen Temperaturen schlüpfen dann vier Kameraden in hellgrüne Gummianzüge, sogenannte Chemische Schutzanzüge (CSA). Im Keller des Wohnblocks in der Wagner-Straße wurden laut Übungsszenario Fässer mit Blausäure gefunden. Die gilt es zu sichern und zu bergen. Trotz der Hitze.

Einsatzleiter Marco Freuer, stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Pasewalk, kann durchatmen. Alles läuft nach Plan bei dieser Einsatzübung. Doch nicht nur das lässt Freuer zufrieden dreinblicken. „Keiner ist umgekippt“, ist der Einsatzleiter froh. Vor allem die Kameraden mit den CSA-Anzügen kommen mächtig ins Schwitzen. „Gefühlte 80 Grad“, sagt Karsten Joachim von der Vierecker Feuerwehr. Nach etwa 15 Minuten können er sowie die Pasewalker Kameraden Sven Deppner, Tomy Pieper und Mirko Lehmann die hellgrünen Gummianzüge ausziehen. Sie sind schweißgebadet.

Zwei bis drei solcher Übungen absolviert der Gefahrgutzug im Jahr, meist gemeinsam mit den örtlichen Feuerwehren. „Wir hatten im ersten Halbjahr schon zehn Einsätze, sonst sind es im ganzen Jahr vier bis fünf“, verdeutlicht Cornelius. Oft müsse bei Unfällen Diesel von Lkw abgepumpt werden.

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