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Wirbel um Prügeldrohung eines Polizisten

Der Vorwurf ist ungeheuerlich: Erst soll ein Polizeibeamter in Heringsdorf einen Anrufer unflätig beschimpft, dann soll er ihm sogar Schläge angedroht ...

Der Vorwurf ist ungeheuerlich: Erst soll ein Polizeibeamter in Heringsdorf einen Anrufer unflätig beschimpft, dann soll er ihm sogar Schläge angedroht haben. „Wenn du noch mal anrufst, kriegst du ein paar auf die Fresse“, seien die Worte gewesen, so der Usedomer. Vorausgegangen seien Bemerkungen wie „Geh‘ mir nicht auf den Sack“ und „Halt’ die Fresse.“ Der Mann hat Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht, bestätigte die Inspektion Anklam.

Der Anlass der insgesamt acht Telefonate: Eine Zusammenrottung Rechtsradikaler am Pfingstwochenende in Ückeritz. „,Sieg Heil‘-Rufe sind gefallen, rechte Lieder gegrölt worden und sie haben zur Gewalt aufgestachelt“, erinnert sich der Anrufer. Er habe die Polizei darüber informieren wollen. Der erste Anruf sei vom Beamten abrupt unterbrochen worden. Später habe sich herausgestellt, dass der Polizist während dieses Telefonats mehrere Streifen geschickt hatte.

Beamter soll Stellungabnahme abgeben

So stellt es auch die Inspektion dar. Beim zweiten Anruf, so der Usedomer, habe er sich erkundigen wollen, warum das erste Telefonat abgebrochen wurde. Dann seien die Beleidigungen gefallen. Als es ihm gelungen war, den Namen des Beamten herauszufinden, habe dieser mit Prügel gedroht, erinnert sich der Mann. Eine Aufzeichnung des Vorfalls existiert nicht, weil der Anrufer nicht die 110 gewählt hatte, sondern die Durchwahl des Reviers.

Die Inspektion bestätigt gegenüber dem Nordkurier den Eingang „einer Dienstaufsichtsbeschwerde, bezogen auf Äußerungen eines Beamten des Polizeireviers Heringsdorf im Zuge mehrerer Telefonate … anlässlich mitgeteilter Lärmbelästigungen und dem Skandieren rechter Parolen … in Ückeritz eingereicht wurde“. Über den Inhalt der Beschwerde gebe man keine Auskunft.

Der Beamte werde zu einer dienstlichen Stellungnahme aufgefordert.Auch für ihn gelte der Rechtsgrundsatz, sich mit Aussagen nicht selbst belasten zu müssen.Und dann: „Über … mögliche interne dienstliche Folgeentscheidungen … werden wir jetzt und auch nach Abschluss der Untersuchungen nicht informieren.“