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Aktionswoche: Suchtfälle müssen Chefsache werden

In Mecklenburg-Vorpommern greifen überdurchschnittlich viele Arbeitnehmer regelmäßig zur Flasche. Schätzungen zufolge habe jeder fünfte bis zehnte ...

In Mecklenburg-Vorpommern greifen überdurchschnittlich viele Arbeitnehmer regelmäßig zur Flasche. Schätzungen zufolge habe jeder fünfte bis zehnte Erwerbstätige im Nordosten einen riskanten Alkoholkonsum, sagte Claudia Diekneite, Geschäftsführerin der Landesstelle für Suchtfragen, am Montag in Schwerin zum Auftakt der vierten bundesweiten Aktionswoche gegen Alkoholmissbrauch. Laut einer Statistik der Krankenkasse Barmer GEK waren 2011 im Nordosten 1,59 Prozent der versicherten Erwerbstätigen alkoholabhängig gegenüber 1,17 Prozent im Bundesdurchschnitt. Die Rate der Krankschreibungen wegen Alkoholsucht lag im Land mit 40 Fällen je 10000 Versicherte um 60 Prozent über dem Bundesmittel. „Suchtprävention in Betrieben ist kein Luxus, sondern muss Chefsache sein“, forderte Diekneite.

Viele Unternehmer scheuten sich vor einem offensiven Umgang mit den Alkoholproblemen ihrer Mitarbeiter, weil sie ein negatives Image befürchteten. Der Fachkräftemangel indes werde immer mehr Betriebe zur Gesundheitsvorsorge inklusive Suchtprävention zwingen, um Beschäftigte im Job zu halten. Im Nordosten gebe es ein flächendeckendes Beratungsangebot, betonte Diekneite.