Die Peene bei Anklam
Die Peene bei Anklam Anne-Marie Maaß
Sie gehören zu den Akteuren, die die „Wasserlandschaft Vorpommern“ mit Leben erfüllen wollen. Währe
Sie gehören zu den Akteuren, die die „Wasserlandschaft Vorpommern“ mit Leben erfüllen wollen. Während einer Schifftour an Bord des Wolgaster Großseglers „Weiße Düne“ besprachen (v.l.n.r.) der Chef des Unternehmerverbandes Vorpommern, Gerold Jürgens, Demmins Bürgermeister Thomas Witkowski (CDU), die Bürgermeisterin von Loitz, Christin Witt (CDU), der Bürgermeister von Jarmen, André Werner (Freie Wählergemeinschaft), Michael Sack (CDU), Landrat Vorpommern-Greifswald, und Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler (CDU) die nächsten Schritte zur Projektumsetzung. Ralph Sommer
In den vergangenen Jahren wurden touristische Angebote auf der Peene Stück für Stück ausgebaut. Großer Be
In den vergangenen Jahren wurden touristische Angebote auf der Peene Stück für Stück ausgebaut. Großer Beliebtheit erfreuen sich Angebote für Floß- und Kanu-Ausflüge. Kirsten Gehrke
Planen die Wasserlandschaft Vorpommern: Henning Bliegenthal, Gerold Jürgens, Thomas Witkowski (CDU), Christin Witt (CDU)
Planen die Wasserlandschaft Vorpommern: Henning Bliegenthal, Gerold Jürgens, Thomas Witkowski (CDU), Christin Witt (CDU) und André Werner. Ralph Sommer
Der Stadthafen von Demmin soll umgestaltet werden. Über Ideen und die Details wird derzeit noch in Bürgerversammlung
Der Stadthafen von Demmin soll umgestaltet werden. Über Ideen und die Details wird derzeit noch in Bürgerversammlungen debattiert. Simon Voigt
Wirtschaft

Peene-Anrainer wollen Fluss-Tourismus voranbringen

Die Grundstücke an den Flüssen in Vorpommern haben ein enormes Potenzial. Unternehmer, Kommunen und Planungsverband entwickeln jetzt ein neues Konzept.
Wolgast

„Wasserlandschaft Vorpommern” oder „Flussparadies Vorpommern” – klingt vielversprechend. Und tatsächlich könnte das Projekt, das kürzlich der Unternehmerverband Vorpommern zusammen mit Bürgermeistern und dem Regionalen Planungsverband in Angriff genommen hat, die Region noch deutlich attraktiver machen.

„Die Städte an Peene und Peenestrom haben alle ähnliche Probleme, ähnliche Entwicklungsansätze und ähnliche Potenziale“, sagt Henning Bliegenthal, Vizepräsident des Unternehmerverbandes Vorpommern und Chef der Häfen Vierow und Wolgast. Der Blick der Initiatoren richtet sich aber auch auf die Häfen am Greifswalder Bodden und am Haff. Jeder für sich allein sei kaum in der Lage, diese Potenziale auszuschöpfen und Angebote zu entwickeln, die auch Arbeitsplätze sicherten.

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Vorbild für die Region: die Netzwerke an der Müritz

Ähnlich wie in der Müritz-Region müsse in Vorpommern ein Netzwerk entstehen. „Wir haben Natur pur vor unserer Haustür, was Urlauber sogar aus den Großräumen Berlin und Hamburg zu schätzen wissen.“ Es bedürfe nur neuer attraktiver touristischer Angebote. Denkbar sei zum Beispiel eine Wasserski-Strecke in Anklam.

In Regie des früheren Wirtschaftsstaatssekretärs Stefan Rudolph soll deshalb jetzt zunächst eine gemeinsame Machbarkeitsstudie erstellt werden. „Eine bessere Vernetzung der Flussstandorte würde es nicht nur erleichtern, mit einheitlicher und gewichtiger Stimme gegenüber der Landesregierung aufzutreten“, sagt er. „Wenn wir miteinander statt in Konkurrenz agieren, dann werden wir auch neue Nutzungsformen und Kooperationsmöglichkeiten für die Standorte entwickeln können.“

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Das Projekt schließt zunächst die Häfen Demmin, Loitz, Jarmen, Anklam, Lassan und Wolgast, aber auch Ueckermünde, Lubmin, Vierow und Greifswald ein. Auch kleinste Häfen wie Freest, Kröslin oder Hohendorf oder Anrainer an der Trebel könnten dieser Initiative beitreten.

„Dieses Projekt kommt für uns gerade zur richtigen Zeit“, sagt Thomas Witkowski (CDU), Bürgermeister der Stadt Demmin. Die Peene sei als Bundeswasserstraße ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Zurzeit ziehe der Getreideumschlag an einen neuen Standort. Danach solle der Stadthafen saniert werden. Dazu würden in den sogenannten Demminer Gesprächen Ideen der Bürger gesammelt. „Wir können uns eine Flaniermeile mit Cafés, Gastronomie aber auch Gewerbe vorstellen.“ In den Hafenspeichern zum Beispiel könnten Bioläden, aber auch Kultur- und Kunstprojekte einziehen.

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Kombination aus Wirtschaft und Tourismus

Ganz ähnlich sehen die Pläne in Loitz aus. Mit der bereits vorhandenen Marina mit 17 Gastliegeplätzen, Trailerbahn und Zeltplatz mit Pkw- und Caravan-Stellplätzen sowie Schiffsausflügen nach Demmin setze die Stadt schon jetzt auf Tourismus, sagt Bürgermeisterin Christin Witt (CDU). „Aber die Gäste möchten am liebsten ein ganzes Paket mit Veranstaltungsangeboten, Verpflegung und Unterbringung haben. Deshalb wollen wir das, was wir haben, ausbauen.“ Hilfe sei willkommen, zum Beispiel, um den Hafenspeicher mit Leben auszufüllen.

Die Gemeinde Brünzow hat bereits eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen, die Möglichkeiten aufzeigt, wie im Hafen Vierow am Greifswalder Bodden ein Wasserwanderrastplatz mit Liegeplätzen und einer modernen Ver- und Entsorgungsstruktur angelegt werden kann. Eine Machbarkeitsstudie hat auch die Stadt Jarmen für ihren unter Denkmalschutz stehenden Wirtschaftshafen in Auftrag gegeben. Nach dem Aus für die letzte noch arbeitende große Getreidemühle Mecklenburg-Vorpommerns vor zwei Jahren werde auch hier eine touristische Nutzung angestrebt, sagt Bürgermeister André Werner (Freie Wählergemeinschaft). „Aber Tourismus allein, ganz ohne Wirtschaft, funktioniert nicht. Wir brauchen eine Mischung.“

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Wolgast hat ebenfalls Ambitionen

Eine Mischung strebt man auch am Peenestrom in der Stadt Wolgast an. Der Südhafen werde gerade ausgebaut, sagt der noch amtierende Bürgermeister Stefan Weigler (CDU). Für das Wasser- und Schifffahrtsamt sei die Peene leider nur noch am Rande wichtig. Die Infrastruktur der ansässigen Häfen müsste jetzt vor allem auch für touristische Zwecke ausgebaut werden. „Wir können uns Fahrgastschiffe mit so etwas wie einem 9-Euro-Ticket vorstellen.“

Auf der Schlossinsel in Wolgast, wo einst das Schloss der Pommernherzöge stand, sind ein Hotelneubau, eventuell eine Schwimmhalle, Handelseinrichtungen und Ferienwohnungen geplant. In Nachbarschaft der Peene-Werft könnten eine Kulturbühne, Gastronomie und Einrichtungen für Trendsportarten wie Jumping entstehen.

 

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