Angriffe

Wie gut sind die Seenplatte und Vorpommern vor Hackern geschützt?

Nach einem Angriff auf elektronische Daten von Verwaltungen in Schwerin und Umgebung sind auch Dienstleister im Osten des Landes sensibilisiert. Es könnte jeden treffen.
Die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald sowie die Stadt Neubrandenburg haben gemeinsam ein IT-Sic
Die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald sowie die Stadt Neubrandenburg haben gemeinsam ein IT-Sicherheitsunternehmen gegründet. Sina Schuldt
Neubrandenburg

Nach dem Angriff auf die kommunalen IT-Dienstleister der Landeshauptstadt Schwerin und des Landkreises Ludwigslust-Parchim schrillen auch im übrigen Mecklenburg-Vorpommern die Alarmanlagen. Wie der Vorsitzende des Unternehmens IKT-Ost, Richard Nonnenmacher, am Montag auf Nordkurier-Anfrage sagte, könnten Hackerangriffe wie die jüngsten im Westen Mecklenburg-Vorpommerns auch Verwaltungen an der Seenplatte oder in Vorpommern treffen. Die Landkreise Seenplatte und Vorpommern-Greifswald sowie die Stadt Neubrandenburg haben vor zwei Jahren mit der IKT-Ost ein gemeinsames Unternehmen gegründet, das sich unter anderem auch um die IT-Sicherheit der Verwaltungen kümmert.

Mögliche Schwachstellen untersucht

„Aber wir sind gut aufgestellt”, versicherte Vorstandschef Nonnenmacher, man versuche das Beste zu tun, um Angriffe wie in Schwerin gut überstehen zu können. Am vergangenen Freitag, als die neuen Attacken bekannt wurden, habe man mögliche Schwachstellen in den betreuten Systemen noch einmal genau unter die Lupe genommen. „Das war kein gewöhnlicher Freitag für uns”, so Nonnenmacher.

Zu den Hintergründen der Angriffe wusste der Fachmann auch noch nichts zu sagen. Experten und Ermittler der Polizei weisen aber immer wieder darauf hin, dass die Täter Daten häufig nicht nur verschlüsselten, sondern auch abzögen, um die Opfer erpressen zu können. Häufig stecke organisierte Kriminalität hinter solchen Angriffen.

Hackerangriffe nehmen zu

In Schwerin und im Landkreis Ludwigslust-Parchim werden die Bürger wohl noch bis in die nächste Woche auf viele Verwaltungsdienstleistungen verzichten müssen. Bei anderen betroffenen Kreisen, im Sommer wurde eine Verwaltung in Sachsen-Anhalt Opfer eines solchen Angriffs, hat die Behebung eines derartigen Schadens auch schon Wochen in Anspruch genommen.

Hackerangriffe auf Unternehmen und Kommunen haben nicht nur subjektiv zugenommen, das hatte das vom Bundeskriminalamt (BKA) im Mai herausgegebenen Bundeslagebild Cybercrime 2020 bestätigt. Die Anzahl der erfassten Straftaten sei demnach in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um fast acht Prozent. Es sei jedoch von einem hohen Dunkelfeld auszugehen, da die Straftaten häufig nicht angezeigt würden, so das BKA. Der Einsatz von Verschlüsselungssoftware, sogenannter Ransomware, wird den Angaben zufolge von Kriminellen bereits als Dienstleistung angeboten, dieses Modell habe sich etabliert.

 

 

 

 

 

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