FALSCHE POLIZEI

Schockanrufe – dreiste Betrüger erbeuten 17.000 Euro in bar

Achtung, Betrüger am Telefon: Erst Enkeltrick, jetzt Schockanrufe – mit vorgegaukelten familiären Katastrophen haben Betrüger in Pasewalk und Löcknitz erneut viel Geld erbeutet.
Erneut gelang es Betrügern, über Tricks Bürger um ihr Erspartes zu bringen. In dieser Woche gaukelten sie  schw
Erneut gelang es Betrügern, über Tricks Bürger um ihr Erspartes zu bringen. In dieser Woche gaukelten sie schwere Unfälle von Familienmitgliedern vor und verlangten Kaution für deren Haftentlassung. Die Kriminellen sind wohl noch aktiv. Karl-Josef Hildenbrand (Symbolfoto)
Pasewalk ·

In dieser Woche ist es dreisten Betrügern in der Uecker-Randow-Region erneut gelungen, Bürger um ihr Erspartes zu bringen. Ihre Masche: Schockanrufe und Telefon-Überwachung!

Mit vermeintlicher „Schweigepflicht” zum Geldabhegen genötigt

In Pasewalk teilte ein angeblicher Polizist einer 71-Jährigen mit, dass ihr Sohn einen Unfall verursacht habe. Ein neunjähriges Mädchen würde ihre schweren Verletzungen sicher nicht überleben. Der Sohn der Angerufenen würde in Prenzlau in U-Haft sitzen und nur durch eine Kaution freikommen. Der Geschädigten wurde gesagt, dass sie "Schweigepflicht" habe und zu niemandem ein Wort sagen dürfe. Die Staatsanwaltschaft würde das überwachen. Während des Weges zur Bank, beim Abheben des Geldes und unterwegs zurück nach Hause, führte das Opfer ein Dauergespräch mit dem Anrufer, da es aufgrund der „Schweigepflicht” ja überwacht werden musste.

Als die 71-Jährige wieder zu Hause war, erschien ihre 52-jährige Tochter zu einem spontanen Besuch. Dabei hörte sie das Telefonat ihrer Mutter mit einem der Betrüger und entschied sich, selbst zum Amtsgericht nach Prenzlau zu fahren und die Dinge für ihren Bruder zu klären. Sie wusste nicht, dass ihre Mutter bereits Geld abgeholt hatte.

Tochter auch am Telefon getäuscht

Kurz bevor die 52-Jährige am Amtsgericht ankam, erhielt auch sie einen Anruf von einem Betrüger. Der erklärte, dass sie nur mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test das Gericht betreten dürfe. Den konnte sie nicht vorweisen und begab sich wieder zu ihrer Mutter nach Pasewalk. Die Zeit der Abwesenheit der Tochter nutzten die Betrüger aus. Sie vereinbarten mit der 71-Jährigen die sofortige Übergabe des Geldes an „Staatsanwalt Kowalski“, den sie sogar mit Kennwort ansprechen musste.

Den Mann beschrieb die Seniorin später als etwa 50 bis 60 Jahre alten und 180 Zentimeter großen Herren. Er hatte kurzrasiertes graues Haar und war mit einem langen schwarzen Mantel bekleidet. Sie übergab ihm 10.000 Euro in bar. Als ihre Tochter zurückkam, war es zu spät. Beide informierten die Polizei.

Notlüge in der Bank, Geldübergabe an „Anwalt”

Auch in Löcknitz funktionierte die Masche. Eine 90-Jährige verlor 7.000 Euro. Der angebliche Polizist erzählte der Seniorin, dass ihre Tochter einen Unfall verursacht habe, bei dem ein Mädchen sehr schwer verletzt wurde. Sie hätten einen Anwalt bestellt, der bräuchte jedoch 7.000 Euro, sonst müsse die Tochter in Haft bleiben. Die 90-Jährige ging zur Bank und hob das Geld ab. Dort wurde sie sogar von der Bankmitarbeiterin gefragt, wofür das Geld sei, der tischte sie jedoch eine Notlüge auf.

Als sie wieder zu Hause war, vereinbarte die Seniorin mit einem „Anwalt“ eine Geldübergabe. Bei der Frau erschien ein Mann, 30 bis 40 Jahre alt, circa 170 Zentimeter groß, bekleidet mit Jeans, dunkelblauer Jacke und einer Schirmmütze. Er trug eine schwarze OP-Maske und sprach akzentfrei Deutsch. Sie übergab ihm den Umschlag mit dem Bargeld. Nur kurze Zeit später dämmerte es der 90-Jährigen, dass sie auf einen Betrug hereingefallen sein könnte.

Polizei: Täter noch hier, sprechen Sie mit Angehörigen!

Aktuell laufen in der Einsatzleitstelle und den Revieren dutzende Anrufe auf, in denen Bürger von Betrugsversuchen am Telefon berichteten, wie die Polizei mitteilte. Es sei immer noch davon auszugehen, dass sich die Täter im hiesigen Bereich befinden. Die Familien sollten die Betrugsmasche mit ihren älteren Angehörigen unbedingt thematisieren.

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Kommentare (3)

Sorry aber wie blöd kann man als 52 jährige sein.

Aha, "Neusiedler" unter Verdacht.
Dass diese bei der Geldübergabe akzentfreies Deutsch sprechen, dürfte diesen Verdacht ad absurdum führen.
... somit Kommentar auch als bl.. eingestuft.

In den Callcentern in der Türkei von wo diese Raubzüge organisiert werden spricht man perfekt Deutsch.Aber das passt nicht in das krude linke Weltbild eines senf dazu.