Rückgang bei Tests

Landrat Sack traut sinkenden Coronazahlen nicht

Der Inzidenzwert im Landkreis Vorpommern-Greifswald sinkt, aber Landrat Sack ist skeptisch. Denn die Zahl der Tests ist auch stark rückläufig. Die Impfbilanz macht ihm derweil Hoffnung.
Der durchschnittliche Inzidenzwert im Landkreis Vorpommern-Greifswald lag am Freitag bei 173,1. Doch das ist für Landrat
Der durchschnittliche Inzidenzwert im Landkreis Vorpommern-Greifswald lag am Freitag bei 137,1. Doch das ist für Landrat Michael Sack nicht allein maßgeblich. Ralph Sommer
Landrat Michael Sack sieht die Gefahr, dass ein deutlicher Rückgang an Tests in den Zentren des Kreises mit dafür so
Landrat Michael Sack sieht die Gefahr, dass ein deutlicher Rückgang an Tests in den Zentren des Kreises mit dafür sorgt, dass die Zahlen sinken, aber damit auch Infektionen unentdeckt bleiben. Stefan Sauer
Greifswald

In den vergangenen sieben Tagen sind im Landkreis Vorpommern-Greifswald 137,1 neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner registriert worden (Stand: 30.04. vor Veröffentlichung der tagesaktuellen Coronazahlen. Die aktuellen Zahlen finden Sie hier.). Damit setzte sich der landesweit zu beobachtende Rückgang der vergangenen Tage auch im Osten Mecklenburg-Vorpommerns fort. Doch der Trend könnte trügerisch sein, warnt Landrat Michael Sack (CDU) vor übertriebenem Optimismus.

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„Denn in den Schnelltestzentren des Kreises geht es gegenwärtig ausgesprochen ruhig zu. Die derzeit 52 Schnelltestanbieter haben im Moment wenig zu tun.“ Eine Erklärung dafür dürfte seiner Ansicht nach darin liegen, dass während des aktuellen Lockdowns wieder viele Einrichtungen geschlossen sind, für deren Nutzung bisher ein Test erforderlich gewesen ist. Die logische Folge sei, dass auch die Zahl der erst bei Tests auffällig werdenden Positivfälle zurückgehe.

Rund 20 Prozent haben Erstimpfung

Sorge bereiteten der Kreisverwaltung derzeit vor allem die Regionen Löcknitz-Penkun (Inzidenz 406), Usedom-Nord (332), Züssow (262), Jarmen-Tutow (254), Anklam (243) sowie Peenetal/Loitz (235). Die Lage sei also immer noch angespannt, sagt Sack.

Deutliche Fortschritte sieht der Landrat in der Impfentwicklung. Insgesamt hätten im Landkreis – Stand Freitag – 44.302 Einwohner bereits ein Impfung erhalten, davon 13.933 inzwischen auch schon die zweite Impfung. Damit sei bereits jeder fünfte Einwohner des Kreises mindestens einmal geimpft worden.

Bald Impfmöglichkeiten in Strasburg und Penkun

Die Impfzentren in Greifswald und Pasewalk, aber auch die Außenstellen Anklam, Koserow und Loitz seien gut ausgelastet, sagt der Landrat. Neben einem weiteren Impfanbieter sollen demnächst auch in Strasburg und Penkun Möglichkeiten für eine Impfung vor Ort geschaffen werden. In Torgelow sei an die Einwohner noch am Freitagnachmittag ein Impfangebot ohne vorherigen Terminansprache unterbreitet worden.

Nachdem der Impfstoff AstraZeneca erst einmal nahezu komplett verimpft worden sei, erwarte der Landkreis für kommende Woche Nachschub von Biontech und Moderna. Und auch für die Zweitimpfung seien vom Land ausreichend AstraZenaca-Dosen zurückgelegt worden.

Mehr lesen: Landkreis Vorpommern-Greifswald veröffentlicht wieder Corona-Fälle nach Ämtern – aber abgespeckt

Kontaktnachverfolgung noch immer nicht ganz einfach

Angesichts der weiterhin hohen Neuansteckungszahlen bereite die Kontaktnachverfolgung immer noch Probleme, räumte Sack ein. Trotz des jetzt praktizierten schnelleren Meldesystems käme es gelegentlich zu Verzögerungen, zum Beispiel, weil die Labore keine oder falsche Telefonnummern von möglichen Kontaktpersonen meldeten oder aber die betroffenen Personen nicht sofort auffindbar seien. Am Mittwoch sei das zum Beispiel in 3 von insgesamt 87 gemeldeten Neuansteckungen der Fall gewesen.

In diesem Zusammenhang verwies Sack noch einmal darauf, dass man sich im Fall eines positiven Befundes beim Gesundheitsamt melden, in Quarantäne begeben und alle Kontaktpersonen informieren muss. Anderenfalls drohten empfindliche Bußgelder.

Mehr lesen: So verfolgt der Landkreis Vorpommern-Greifswald Corona-Kontakte

 

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Kommentare (2)

Ach was, auf einmal so besorgt der Herr Sack?! Vorher Zahlen zurückhalten und falsche Werte verbreiten, und nun so etwas?! Na ja, meine Stimme bekommt er nicht im September. Der sollte eher mal zusehen, das die Impfhotline funktioniert, und auch wirklich nur die geimpft werden, sie laut Priorität nötig haben!

... ersten Gedanken waren ähnlich. Erst unter dubiosen Umständen die Zahlen drücken und jetzt den niedriger werdenden Zahlen nicht trauen. Wer weiß, was in seinem Kopf so rumschwirrt.
Was er jedoch kaum beeinflussen kann, ist die Impfhotline. Die wird zentral in Schwerin vom Land aus gesteuert.