Schwere Technik ist derzeit auf dem insgesamt 25 Hektar großen Baumschulen-Feld in Klein Zelelvitz im Einsatz.
Schwere Technik ist derzeit auf dem insgesamt 25 Hektar großen Baumschulen-Feld in Klein Zelelvitz im Einsatz. Ulrike Rosenstädt.
Die beiden Geschäftsführer des Betriebes Vorpommersche Baumschulen Klein Zetelvitz Marlene und Maik Karl, die derzei
Die beiden Geschäftsführer des Betriebes Vorpommersche Baumschulen Klein Zetelvitz Marlene und Maik Karl, die derzeit hauptsächlich Büroarbeit abwickeln. Ulrike Rosenstädt
Am Zaun vor dem geschlossenen Betriebsgeländes werden Interessierte derzeit über den weiteren Verlauf des Baumverkau
Am Zaun vor dem geschlossenen Betriebsgeländes werden Interessierte derzeit über den weiteren Verlauf des Baumverkaufs informiert. Ulrike Rosenstädt
Dieser Teil des Baumschulbetriebes bleibt endgültig geschlossen. Der Verkauf von Bäumen erfolgt nur nach vorheriger
Dieser Teil des Baumschulbetriebes bleibt endgültig geschlossen. Der Verkauf von Bäumen erfolgt nur nach vorheriger Absprache. Ulrike Rosenstädt
Naturschutz

Baumschule geschlossen – müssen dort 1000 Bäume gefällt werden?

Spezielle Technik ist auf dem Gelände des Betriebes Vorpommersche Baumschulen im Einsatz. Die übernimmt das Roden von ganzen Baumreihen – und das stößt auf Kritik.
Klein Zetelvitz

Die Schließung der Vorpommersche Baumschulen Klein Zetelvitz ist zwar beschlossene Sache. Das Kapitel Traditionsbetrieb in der Gemeinde Sassen-Trantow damit allerdings offensichtlich lange noch nicht beendet.

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Dieser Eindruck nährt sich aus verschiedenen Quellen: Da sind besorgte, verärgerte Vorpommern, wie der Naturschutzwart für das Naturschutzgebiet „Schwingetal und Peenewiesen bei Trantow“ Dr. Hinrich Ballke: „Ich bin entsetzt. Dass Bäume abgehackt werden, das kann doch nicht hingenommen werden. In Zeiten des Klimawandels, Bäume zu fällen, dass ist sittenwidirg“, wandte sich der Greifswalder mit scharfen Worten an den Nordkurier.

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Auch der ehemalige Baumschulgärtner Alfred Koch aus Tutow kann seine Empörung nur schwer zurückhalten und will einen Aufruf starten: „Es ist ein Unding, dass heutzutage Bäume in Größenordnungen gefällt werden. Als Initiator des Generationenparks Tutow werde ich versuchen, so viele Menschen, auch Betriebe oder Vereine dazu zu bringen, noch so viele Bäume wie nur möglich in Klein Zetelvitz zu kaufen, um sie vor der Vernichtung zu bewahren. Ich werde auch den Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, informierten. Was da in Zetelvitz jetzt passiert, kann und darf einfach nicht sein.”

Wie viele Bäume werden gerodet?

Vor diesem Konflikt, was nicht sein kann und nicht sein darf, stehen offensichtlich auch die beiden jetzigen Geschäftsführer der Vorpommersche Baumschulen Klein Zetelvitz, Marlene und Maik Karl. Sie hatten den Traditionsbetrieb im Jahr 2017 übernommen. 2021 hatte die Nachricht von der Schließung des Betriebes, mit der Begründung, keine Fachmitarbeiter zu finden, die Runde gemacht und schon damals für Gesprächsstoff und Unmut gesorgt.

Dieser Ärger nimmt jetzt offensichtlich eine neue Dimension an. Naturschutzwart Hinrich Ballke kündigte an, sich an den Nabu, den Landkreis und auch bis nach Schwerin zu wenden, um auf die Rodungen „von sicher tausenden Bäumen“ aufmerksam zu machen.

Geschäftsführer in einem Dilemma

Dem begegnen die sichtlich nachdenklichen Geschäftsführer mit einer Erklärung, die sie, wie sie selbst sagten, in den letzten Wochen wieder und wieder abgegeben haben: „Wir haben uns auch eine andere Lösung gewünscht, als die Fläche nun teilberäumen zu müssen, dazu sind wir dem Verpächter gegenüber aber verpflichtet. Uns lag viel daran, dass das Gelände als Baumschule weitergeführt wird. Es gab sogar einen Interessenten. Doch nach unseren Kenntnissen kam ein Vertrag zwischen ihm und dem Verpächter der Fläche, einem Landwirt, nicht zustande“, sagten Marlene und Maik Karl in einem Gespräch mit dem Nordkurier.

Dabei wollten sie nicht zu sehr ins Detail gehen, denn „das Verhältnis zwischen uns und dem Verpächter war zwischenzeitlich sehr angespannt“, beschrieb die Geschäftsführerin die Situation. Beide Seiten hätten Anwälte einschalten müssen, um Fragen zu klären und um zu Ergebnissen zu gelangen. Dass Bäume gerodet werden, das bestätigten sie.

Flächen bald landwirtschaftlich genutzt

„Bis zur endgültigen Schließung des Betriebes, im Sommer 2023, werden wir aber nicht die gesamten 25 Hektar roden. Es gab eine Einigung mit dem Verpächter darüber, welche Bäume wir herausnehmen und welche erst einmal stehenbleiben. Es werden auf jeden Fall die Bäume herausgenommen, die ohnehin nicht mehr verkaufsfähig sind. Im Herbst werden wir dann noch eine Verkaufsaktion starten. Wir hoffen, dass noch viele Bäume abgeholt werden. Auch uns fällt das schwer. Wir wollten eine Fläche übergeben, die weiter als Baumschule nutzbar ist. Doch das ist jetzt nicht der Fall. Der Verpächter hat andere Pläne“, erklärten Marlene und Maik Karl.

Doch welche? Der Nordkurier fragte beim Verpächter, dem Landwirtschaftsbetrieb Ulf Schnepper, Horst Beerbaum, Günter Schoknecht GbR nach. „Noch ist die Familie Karl Pächter. Sie wollen jetzt im Herbst auch noch Bäume verkaufen. Erst dann kommt der nächste Schritt“, sagte Günter Schoknecht. Er bestätigte, dass die Fläche künftig landwirtschaftlich genutzt werde.

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Bauer gegen Gärtner! Ein Stück Niedergang von Kultur in Pommern. Und die totale Vernichtung eines Lebenswerkes.