Spitzenkombination aus Idylle und Service: Der Wasserwanderrastplatz an der Peene bei Alt Plestlin konnte seine Besucherzahlen
Spitzenkombination aus Idylle und Service: Der Wasserwanderrastplatz an der Peene bei Alt Plestlin konnte seine Besucherzahlen in den vergangenen Jahren kontinuierlich steigern und genießt einen sehr guten Ruf bei den Touristen. Stefan Hoeft
Antje und Carsten Enke zählen zu den bekanntesten Gesichtern des Netzwerkes „Abenteuer Flusslandschaft”, jetz
Antje und Carsten Enke zählen zu den bekanntesten Gesichtern des Netzwerkes „Abenteuer Flusslandschaft”, jetzt wollen die in Anklam ansässigen Tourismus-Unternehmer auch den den Wasserwanderrastplatz Alt Plestlin bewirtschaften. ZVG
Wasserrastplatz

Betreiber für Kanu-Oase an der Peene scheint gefunden

Beim Wechsel der Bewirtschaftung des Wasserwanderrastplatzes Alt Plestlin in private Hände ist ein Unternehmer-Paar aus Anklam favorisiert, das den Fluss bestens kennt.
Alt Plestlin

„Wenn wir unsere Gäste fragen, wo hat es Euch am besten gefallen, dann sagen die oft in Alt Plestlin. Weil da einfach alles zusammengepasst hat.“ Dieses Lob aus berufenem Munde bekam jetzt die Gemeindevertretung Bentzin zu hören, als es um den Wasserwanderrastplatz der Kommune an der Peene ging. Geäußert von Antje Enke, die zusammen mit ihrem Mann Carsten das Unternehmen Flusslandschaft Peenetal betreibt, und jetzt vor den Abgeordneten ihre Vorstellungen für diesen Standort erläuterte.

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Denn die Kommune möchte die Bewirtschaftung in private Hände geben, eine entsprechende Ausschreibung endete im Februar. Letztlich hätten zwei interessierte Parteien Konzepte eingereicht, wobei das eine nach Auffassung des Kulturausschusses zu viele Illusionen enthielt, für Alt Plestlin kaum machbar erschien. Sodass Enkes auch angesichts ihrer langjährigen Erfahrung mit dem Amazonas des Nordens relativ schnell zu den Favoriten wurden.

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Touristische Angebote auf der Peene immer weiter ausgebaut

Der Mann, gelernter Bootsbauer, war schon zur Jahrtausendwende mit einem Kanu-Verleih in den Wassertourismus eingestiegen, später entwickelten sie das Geschäft kontinuierlich weiter. Zunehmend mit der Intention, dass der Fluss und die Landschaft ringsherum viel zu schön für nur eine Tagestour sind. Nicht umsonst gibt es heute verschiedenste Führungen im Angebot, gehören zu der Firma, deren Basis der Wasserwanderrastplatz in Anklam ist, mittlerweile nicht nur Paddel-, sondern auch sieben Hausboote, beschäftigen sie in der Saison nach eigenen Angaben 15 Angestellte.

Gleichzeitig zählten Enkes zu den Initiatoren des Netzwerkes „Abenteuer Flusslandschaft“, einem offenen Zusammenschluss touristischer Anbieter zwischen Kummerower See und Usedom. Diese Idee und ihre Ausgestaltung erhielt Anerkennung weit über Vorpommern und Deutschland hinaus. Als besonderes Aushängeschild gilt der Gewinn des EDEN Award (European Destinations of Excellence) 2010, mit dem die Europäische Kommission nachhaltigen Tourismus auszeichnet. Positiver Nebeneffekt war das Öffnen weiterer Türen, Alt Plestlin allerdings blieb in gewisser Weise so etwas wie ein weißer Fleck. Erst recht, seit die Übernachtungsangebote im nahen einstigen Gutshaus weggefallen sind.

Dabei übernachten auch viele Kunden der Enkes bei ihren Touren oft und gerne an dieser Stelle, berichteten sie den Abgeordneten. Offenbar schätzen die Besucher die dortige Kombination aus Idylle und Abgeschiedenheit mit Service-Angebot und Herzlichkeit besonders, nicht zuletzt befördert durch die Person von Hafenmeister Stefan Sinnecker. Der sei bereits so etwas wie eine Legende bei den Touristen, die Internet-Bewertungen für Alt Plestlin so hoch wie nirgends sonst.

Offen für neue Ideen

Darauf aufbauend wollen die Anklamer zusammen mit alten und neuen Partnern Alt Plestlin einen neuen Schub verpassen, inklusive eines gastronomischen Angebots im Dorf. „Wir sind offen für neue Ideen, wollen aber nicht alles umkrempeln, das Gute bewahren“, erklärte Antje Enke der Gemeindevertretung. Verbunden mit der Zusicherung, dass der Zugang zum Fluss und Gelände für alle offen bleibt – eine der Grundbedingungen seitens der Kommune. Wobei letztere ja immer mit im Boot bleibe. „Wir sind sehr guter Dinge, dass wir das zusammen wuppen können“, äußerte die Unternehmerin. Die wie die Bentziner anstrebt, das Ganze bereits zur neuen Saison zu übernehmen.

„Die touristische Entwicklung ist eben das, was wir als Gemeinde nicht können“, kommentierte der zweite stellvertretende Bürgermeister Michael Kühling die Vorstellung. Er zeigte sich davon ebenso angetan wie die übrige Runde. Gerade mit der guten Vernetzung und ihren bisherigen Erfahrungen konnten die Anklamer punkten. Verbunden mit der Erwartung, dass sie bei Personalproblemen am Wasserwanderrastplatz ganz anders agieren könnten als die Gemeinde, so Jürgen Piek vom Kulturausschuss.

Nun sollen in den nächsten Wochen Vertragseinzelheiten besprochen werden, verbunden mit dem Auftischen genauerer Zahlen. Schließlich dreht es sich auch beim Tourismus ums Geld, selbst wenn Antje Enke dies im Fall ihres Engagements in Alt Plestlin als zweitrangig verstanden sehen wollte: „Wir wissen, dass wir damit nicht reich werden, aber darum geht es nicht.“ Wobei sie andeutet, dass sich zumindest in Sachen Gebühren an dieser Stelle der Peene etwas nach oben ändern könnte. Die nämlich seien „sehr preiswert im Vergleich und bei der Qualität“.

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