Auch diese „Schanze“ an der Nahtstelle der Kreisstraße kurz hinter Kruckow stört Bürgermeisterin E
Auch diese „Schanze“ an der Nahtstelle der Kreisstraße kurz hinter Kruckow stört Bürgermeisterin Elke Hempel (Mitte), wie sie den Bauverantwortlichen beim Vor-Ort-Termin klarmachte. Stefan Hoeft
Bereits nach ein paar Tagen gibt es jetzt zahlreiche Stellen, an denen die Bankette zerfahren wurden. Das ganze dürfte zu
Bereits nach ein paar Tagen gibt es jetzt zahlreiche Stellen, an denen die Bankette zerfahren wurden. Das ganze dürfte zu einem Dauerproblem werden. Stefan Hoeft
Die frisch asphaltierte Kreisstraße zwischen Kartlow und Kruckow ist weitherhin so schmal, dass kein Mittelstreifen aufg
Die frisch asphaltierte Kreisstraße zwischen Kartlow und Kruckow ist weitherhin so schmal, dass kein Mittelstreifen aufgebracht werden kann. Es gibt aber auch keinerlei Ausweichstellen. Stefan Hoeft
Vertane Chance?

Kreisstraße weist auch nach Sanierung Probleme auf

Die einst äußerst löchrige Kreisstraße zwischen Kruckow und Kartlow ist nun komplett neu asphaltiert. Doch restlos zufrieden scheint nicht mal der Bauherr.
Kruckow

Wenn Kruckows Bürgermeisterin Elke Hempel an die durch ihre Gemeinde führende Kreisstraße VG 107 denkt, die als beliebte Direktverbindung zwischen der B 110 in Kruckow und der L 35 bei Völschow dient, dann begegnen sich Freude und Kritik, verbunden mit einer gehörigen Portion Unverständnis. Denn auch sie zeigt sich wie viele Kraftfahrer erleichtert, dass die 2017 gestartete Erneuerung beziehungsweise Sanierung dieser einstigen Katastrophenstrecke nun bis auf die Ortsdurchfahrt Kruckow endlich erledigt ist. Doch insbesondere die Ausführung auf dem gerade wieder für den Verkehr freigegeben Abschnitt, der rund 1070 Meter langen Strecke zwischen Kartlow und der Zufahrt zum Kruckower Gewerbekomplex bei der Daberkower Landhof AG, stört das Dorfoberhaupt mächtig.

Kleine „Schanze“ auf der Straße sorgt für Gefahr

Zum einen geht es ihr um den Übergang von der Kruckower Seite, wo sich an der Nahtstelle zur frischen Schwarzdecke eine kleine Schanze wahrnehmen lässt. Die je nach Fahrzeug und Tempo große Wirkung entfalten kann, wie bei der Bauabnahme eingeräumt werden musste. Geschuldet ist dieser Höhenunterschied unter anderem dem Umstand, dass der einst für die gesamte VG 107 angekündigte grundhafte Ausbau zuletzt ausgeblieben ist, sprich es nicht in die Tiefe ging. Stattdessen wurden nur die alte Fahrbahn abgefräst und insgesamt 24 Zentimeter neuer Asphalt aufgebracht. Dieses Stück Straße fußt deshalb nach wie vor auf dem historischen Kopfsteinpflaster.

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Viel mehr Kritik erfährt vor Ort aber der Umstand, dass die neue Straße in der Breite nur zwischen 4,50 Meter und 5,50 Meter aufweist. Also zwischen Kruckow und Kartlow sichtbar so stark eingeengt wird, dass nicht mal ein Mittelstreifen gezogen werden kann. In der scharfen Kurve zwischen beiden Dörfern erscheint es besonders heikel, vor allem im Hinblick auf die vielen größeren Nutzer vom Lkw bis zum landwirtschaftlichen Gespann. Immerhin rollt hier jede Menge Agrarverkehr. Und da es nirgends Ausweichstellen gibt, befürchtet nicht nur Elke Hempel bald erste Schadensmeldungen – wenn nicht an Fahrzeugen, so doch zumindest am Straßenkörper und den Banketten.

Schon an mehreren Stellen tiefe Reifenspuren

Die ihr im übrigen zu wenig befestigt erscheinen, um etwaige Ausweichmanöver von Lastern und Traktoren auszuhalten. Schon die paar Tage seit der Verkehrsfreigabe scheinen ihr Recht zu geben. An mindestens zehn Stellen auf diesem guten Kilometer finden sich gleich neben dem Asphalt Spuren von Reifen, mitunter mehr als zwanzig Zentimeter tief in den Boden gepflügt.

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Dabei hat die Bürgermeisterin von Kartlow aus gesehen vor der Kurve rund zehn Meter Abstand zwischen den Bäumen gemessen, dahinter könnte es sogar noch mehr sein. Nach ihrer Auffassung also genügend Spielraum, um mit der Fahrbahn mehr in die Breite zu gehen, zumal es hier früher auch einen sogenannten Sommerweg gab. Stattdessen sei viel Geld ausgegeben worden, ohne eine restlos brauchbare Straße zu bekommen. Ganz anders jedenfalls als auf der VG 107 von Kartlow Richtung Wilhelminenthal. Obwohl dort der Abstand zwischen den Bäumen lediglich sieben Meter betrage.

Naturschutz-Belange störten Ausbaupläne

Von Seiten des kreislichen Bauamtes und des Planungsbüros erntete Hempel durchaus Verständnis für ihre Kritik. Allerdings antworteten die Verantwortlichen bei der Vor-Ort-Begehung mit einer Art Schulterzucken. Denn auch wenn sie die Strecke gerne weiter grundlegend erneuert und das nötige Geld dafür zur Verfügung gehabt hätten, seien ihnen die Hände gebunden gewesen, weil das Veto der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) die ursprüngliche Planung über den Haufen geworfen habe. Diese sah den Einschlag der Allee auf einer Seite vor. Doch weder das Fällen von Bäumen in diesem Abschnitt noch eine mögliche Gefährdung des Wurzelwerks seien gestattet worden.

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Was dazu führte, dass sich der Neuaufbau lediglich im Bereich der alten Fahrbahn bewegen und eben auch nicht in die Tiefe gegangen werden durfte. Gleichzeitig verhinderten die Auflagen eine Verbreiterung der Bankette sowie ein Anlegen neuer Straßengräben, was die Stabilität am Rand erhöht hätte. Stattdessen blieb es nur bei einer Neuprofilierung der Böschung und Gräben.

Zweifel an der Sinnhaftigkeit

Beim Besichtigungstermin war von einer aufgezwungenen Lösung die Rede, die bewusst Nachteile in Kauf nimmt. Allerdings sei der Einspruch der UNB keine Entscheidung aus Willkür und zum Selbstzweck, machte der Planer klar. Damit sei vielmehr dem zunehmenden Widerstand der Umweltverbände Rechnung getragen worden. Letztlich sei es trotzdem allemal besser gewesen, die VG 107 in dieser abgespeckten Weise zu erneuern als es beim alten Loch-an-Loch-Zustand zu belassen, war sich die Runde einig.

Gleichwohl will Elke Hempel, die dem Naturschutz durchaus etwas abgewinnen kann, weiter den Finger in diese Wunde legen. „Ich bin ja auch dafür, dass man so viel wie möglich Bäume erhält. Aber hier fragt man sich wirklich, ob das sein muss“, äußerte sie mit dem Fingerzeig auf ein verkrüppeltes Exemplar. Dessen dünner Stamm direkt am Asphalt anliegt und wenig zukunftsfähig erscheint. Wie noch so einige andere. Da wäre es nach Ansicht der Bürgermeisterin für alle Belange besser gewesen, eine Reihe neuer Gehölze in sicherem Abstand zur Straße zu pflanzen.

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