Theater-Projekt

Kultur im Aquarium – Licht, Musik und Schauspiel

Schauspieler hinter Glas – was hat es damit auf sich? Ein ungewöhnliches Theaterprojekt tourt durch die Region. Dahinter stehen Künstler aus Vorpommern.
Mit einer Performance aus Musik, Bewegung, Gesang und Schauspiel widmet sich das Greifswalder Künstler-Kollektiv „B
Mit einer Performance aus Musik, Bewegung, Gesang und Schauspiel widmet sich das Greifswalder Künstler-Kollektiv „BaroqueBitches“ der Verschmutzung der Weltmeere an. ZVG/Claudia Roick)
Greifswald

Dem menschlichen Umgang mit dem Meer widmet sich ein experimentelles Theaterprojekt in Vorpommern. „Jeder Mensch nimmt über seine Nahrung pro Woche etwa fünf Gramm Mikroplastik auf“, sagt die Greifswalder Schauspielerin und Theatermacherin Claudia Roick. „Das entspricht einer ganzen Kreditkarte pro Woche.“ Diese Erkenntnis habe sie so sehr schockiert und beeindruckt, dass sie beschloss, das Thema der Meeresverschmutzung auf die Bühne zu bringen.

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Vorführungen in Loitz, Stralsund und Rostock

Zusammen mit ihren Mitstreitern des 2012 gegründeten Theaterprojekts „BaroqueBitches“ schrieb sie ein maritimes Experimentalstück, das derzeit unter dem Titel „Aquarium – ein Wassertheater“ unter der Regie von Katja Klemt durch Vorpommern tourt. Nach der Premiere in Greifswald vor zwei Wochen stehen jetzt Vorstellungen am Mittwoch (13. Oktober) in der Stralsunder Jacobikirche und einen Tag später im Loitzer Ballsaal „Tucholski“ auf dem Spielplan. Am Samstag (16.10.) wollen die Theatermacher das Stück bei den Freisprung-Theatertagen auf der Bühne 602 am Rostocker Warnowufer vorstellen, bevor die Tour am 18. Oktober in Berlin endet.

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Schauspiel hinter der Scheibe

Das vom coronabedingten Programm „Neustart Kultur“ und der Hansestadt Stralsund geförderte Projekt ist eine Performance aus Musik, Bewegung, Gesang und Schauspiel von insgesamt acht Schauspielern, Musikern und Lichtdesignern. „Wir sitzen wie in einem Aquarium hinter einer Scheibe und wollen nicht hinaus“, beschreibt die 33-Jährige Initiatorin die Szenerie. „Wir suchen auf dem Grund unseres eigenen Meeres und haben doch Angst vor dem Abtauchen. In unserer eigenen Untätigkeit verharren wir und wehklagen gegen die gläsernen Grenzen unserer eigenen Möglichkeiten. Wir bleiben eingesperrt, ein Goldfisch im Glas.“

In mehreren Episoden würden aktuelle Probleme aufgegriffen, die von der Vermüllung der Welt bis zum Seenotfall und der Strandung reichen und mit Dialogen sowie Sound- und Klanginstallationen von Benjamin Saupe beschrieben werden. Den Text schrieb Roick, die an der Hochschule für Musik und Theater Rostock sowie an der Jerusalem Academy of Music and Dance studiert hat und inzwischen freischaffend als Schauspielerin in Greifswald tätig ist.

Karten können telefonisch unter 0179 9208171 oder 030 6926409 sowie an der Abendkasse erworben werden.

 

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