Für 15 Talente geht der Traum von einer Profikarriere ab Montag weiter.
Für 15 Talente geht der Traum von einer Profikarriere ab Montag weiter. Dennis Bacher
Die DFB-Stützpunkttrainer Sven Tornow aus Rollwitz (links) und Steffen Passow aus Torgelow.
Die DFB-Stützpunkttrainer Sven Tornow aus Rollwitz (links) und Steffen Passow aus Torgelow. Dennis Bacher
DFB-Stützpunkt

Vorpommerns Fußball-Stars von morgen trainieren in Friedland

Fußball-Talente aus Vorpommern-Greifswald müssen seit kurzem längere Anfahrtswege auf sich nehmen, um an der Förderung des DFB teilnehmen zu können. Der Aufwand könnte sich lohnen.
Friedland

Auch einige Jahre danach kann sich Sven Tornow noch gut an diesen Jungen erinnern, der damals Tore wie am Fließband schoss und seine Gegenspieler reihenweise auszudribbeln wusste. „Das war schon große Klasse“, erzählt der 51-jährige Fußballlehrer aus Rollwitz, wenn er von Kacper Smorgol spricht. Smorgol, gebürtiger Stettiner und heute 18 Jahre alt, gilt als Paradebeispiel, wenn es um gelungene Talentförderung in Vorpommern-Greifswald gilt. Über die Stationen Pasewalker FV und FC Hansa Rostock landete Smorgol, der seine Laufbahn als Knirps beim VfB Pommern Löcknitz begann, schließlich in Leipzig, wo er aktuell zur U19-Bundesliga-Mannschaft gehört und in diesem Monat sogar seine Premiere in der UEFA-Youth-League feierte – der Gegner: Paris Saint-Germain.

DFB will zentrale Orte als Stützpunkte

Der Rollwitzer Sven Tornow ist seit einigen Jahren als Stützpunkttrainer beim Deutschen Fußballbund (DFB) aktiv und für die Sichtung und Talentförderung junger Fußballer in Vorpommern-Greifwald zuständig. Den Werdegang von Smorgol, der das Stützpunkt-Programm des DFB einst in Torgelow absolvierte, verfolgt Tornow nach wie vor. „Es ist natürlich klasse, wenn einem von hier der große Durchbruch gelingt“, sagt er.

Gemeinsam mit dem Torgelower Steffen Passow trainiert Tornow derzeit in Friedland jeden Montag 24 Kinder aus den Jahrgängen 2008 bis 2011, die sich einen ähnlichen Werdegang wie Kacper Smorgol erhoffen. Sie kommen von Vereinen aus Torgelow, Ueckermünde, Pasewalk, Löcknitz und Anklam. Den Stützpunkt in Torgelow gibt es inzwischen nicht mehr, weil man sich beim DFB einen zentraleren Standort für den Osten M-Vs gewünscht hatte und daher kürzlich einen solchen in Friedland eröffnete.

Auch Toni Kroos nahm an dem Programm teil

Die Talente aus Vorpommern müssen seit dem Sommer also einen weiteren Weg auf sich nehmen, um gemeinsam mit ambitionierten Jung-Kickern von der Seenplatte an der Förderung teilzunehmen. Inzwischen hätten sich zwar bereits viele Fahrgemeinschaften gebildet, doch einige Abmeldungen habe es aufgrund der weiten Anreise auch schon zu verzeichnen gegeben, weiß Sven Tornow.

Landesweit betreut der Fußballverband in M-V aktuell zwölf regionale DFB-Stützpunkte, wo Talente durch optimales Training gefördert werden sollen. Das Programm wurde im Jahr 2002 gestartet, also kurz nachdem die Deutsche Nationalmannschaft bei der EM als Gruppenletzter ausgeschieden war. Aus M-V haben seitdem beispielsweise der damalige Rostocker Tom Trybull (Hannover 96), die Neubrandenburgerin Lina Jubel (VfL Wolfsburg) und Weltmeister Toni Kroos (Real Madrid) aus Greifswald an dem Programm teilgenommen, ehe sie den Sprung in den Profibereich schafften.

Am Montag wird der Kader reduziert

Als jüngstes positives Beispiel für den Landkreis Vorpommern-Greifswald gilt Kacper Smorgol. „Dass mal einer den Sprung direkt zu Hansa Rostock schafft, ist eher die Ausnahme“, erklärt Passow, der schon seit über 15 Jahren als Stützpunkt-Trainer aktiv ist. „Unser erstes Ziel ist es, die größten Talente am Sportgymnasium in Neubrandenburg unterzubringen.“ Dort soll der nächste Grundstein für eine mögliche Profikarriere gelegt werden.

Von einer solchen Karriere träumt auch Milena Schulz (12), die aktuell für die D-Jugend des VFC Anklam kickt und als einziges Mädchen zur DFB-Trainingsgruppe in Friedland gehört. Ihr großes Idol ist die deutsche Nationalspielerin Giulia Gwinn, die aber „leider bei Bayern“ spielt. Milena ist Fan vom VfL Wolfsburg. „Dort möchte ich später auch mal spielen“, erklärt sie. Am Montag steht für die Talente um Milena und Co. in Friedland ein großer Test an – es wird jongliert, gedribbelt und geschossen – und der Kader anschließend auf 15 Talente reduziert. Die Auserwählten dürfen weiterhin am DFB-Stützpunkt-Training in Friedland teilnehmen und von einer Profikarriere träumen.

 

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