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Der Elch entdeckt MV für sich

Der Elch an der A11 ist nicht der einzige in diesem Jahr in Vorpommern. Ein Diplom-Biologe aus Sachsen sagt: Die Wildtiere könnten sich in Mecklenburg-Vorpommern dauerhaft ansiedeln.
Dem Krackower Frank Zielke gelang am Sonntag dieser Schnappschuss von einem Elch an der Autobahnauffahrt bei Storkow. Zielke w
Dem Krackower Frank Zielke gelang am Sonntag dieser Schnappschuss von einem Elch an der Autobahnauffahrt bei Storkow. Zielke war gemeinsam mit seinen Tischtennis-Sportkameraden vom Penkuner SV unterwegs zu einem Auswärtsspiel nach Rostock. Frank Zielke
Auch auf der Insel Usedom gab es in diesem Jahr Elchsichtungen.
Auch auf der Insel Usedom gab es in diesem Jahr Elchsichtungen. Henry Böhm /www.Usedomgalerie.com
Penkun ·

Der vor wenigen Tagen bei Storkow von Penkuner Sportlern gesichtete Elch ist nicht der erste in Vorpommern in diesem Jahr. „Sie sind noch immer selten. Aber es wurden schon mehr Tiere gesehen, im Mai zum Beispiel in Ahlbeck und Zinnowitz“, sagt Michael Striese.

Der Diplom-Biologe aus Boxberg in Sachsen beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren in Theorie und Praxis mit Elchen und hat auch den jüngsten Fall in Storkow aufmerksam registriert. Aus dem Vorjahr sei ihm nur eine Meldung aus Vorpommern über die größte lebende Hirschart bekannt. Seinerzeit sei ein junger Bulle beim Durchschwimmen der Peene beobachtet worden. Eine weitere Sichtung gab es im September 2020 weiter westlich, im Stadtgebiet von Neubrandenburg. „Die Tiere kommen aus dem angrenzenden Polen. In Ostpolen gibt es eine starke Population“, erklärt Michael Striese. Die Annahme, dass der wegen der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) errichtete Zaun entlang der Grenze die Elche zurückhält, könne mit den jetzigen Sichtungen nicht bestätigt werden. Durch die Oder würden sie ohne Probleme schwimmen.

Storkower Elch etwa drei Jahre alt

Dem Diplom-Biologen zufolge könnte es sich bei dem Storkower Elch um einen etwa drei Jahre alten Bullen handeln, einen „Erstbesiedler“. „Vom Prinzip her gibt es schon die Chance, dass sich hier eine Population aufbaut. Es sind ausreichend Flächen vorhanden, wo sich die Tiere ansiedeln können. Man muss sie nur lassen. Mit den Verhältnissen hier kommen sie klar. Ein Problem sind aber die Straßen. Die Bevölkerung steht den Elchen positiv gegenüber. Da muss man keine Lanze brechen“, sagt Michael Striese. Nach seinen Angaben hat es in einem brandenburgischen Nationalpark über einen längeren Zeitraum eine Ansiedlung geben.

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„Einem Elch bitte ausweichen”

Um das Vorkommen von Elchen in einer bestimmten Region zu dokumentieren, sollten Beobachter dem Biologen durchaus Fotos oder Videos als Beleg anfertigen. So könne man möglicherweise auch nachweisen, welche Wege diese Tiere zurücklegen. Auch wenn es problematisch sei, sollten Kraftfahrer versuchen, einem plötzlich auf der Straße auftauchenden Tier auszuweichen. Die langbeinigen und mehrere hundert Kilo wiegenden Elche würden bei einer Kollision wegen ihres oben liegenden Schwerpunktes auf die Motorhaube kippen und so zu einem großen Risiko für die Autofahrer werden. Information zur Ausbreitung der Elche kann man Striese zufolge auf dieser Internet-Seite finden: https://rewilding-oder-delta.com

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