VIELE GEHEN IN RENTE

Landkreis Vorpommern-Greifswald braucht Hunderte Nachwuchskräfte

Der Landkreis startet eine Offensive bei der Ausbildung und sucht auch sonst händeringend nach Mitarbeitern. Denn in den nächsten Jahren gehen sehr viele in Rente.
14 junge Frauen und Männer werden im September ihre Ausbildung an den Standorten Greifswald, Anklam und Pasewalk beginnen
14 junge Frauen und Männer werden im September ihre Ausbildung an den Standorten Greifswald, Anklam und Pasewalk beginnen. Viele neue Nachwuchskräfte starten in den nächsten Wochen beim Landkreis, der Bedarf ist groß. Anke Radlof/ZVG
Greifswald ·

Es soll ein erster Schritt sein: Der Kreis hat bei seinen Ausbildungsangeboten die Zahl der Einstellungen in diesem Jahr verdoppelt. Für die kommenden Jahre ist ein weiterer Aufwuchs geplant. In der kommenden Woche würden 14 Frauen und Männer ihre Ausbildung beginnen, elf Anwärter im gehobenen Dienst kämen im Herbst hinzu, hieß es am Freitag.

Berufsbegleitendes Studium ab kommenden Jahr

Die Zahl der Nachwuchskräfte in den drei Jahrgängen soll bis 2023 von 46 (Stand Juli 2021) auf 110 steigen. Die Plätze verteilen sich auf die drei Hauptstandorte der Kreisverwaltung in Anklam, Pasewalk und Greifswald. Ab dem kommenden Jahr sollen dafür auch Plätze für ein berufsbegleitendes Studium als Bauingenieur und im Bereich Soziale Arbeit hinzukommen.

Mit den zusätzlichen Plätzen will man im Landratsamt einer massiven Welle an Verrentungen abmildern. Die Altersstruktur unter den rund 1.000 Mitarbeitern wird in den kommenden Jahren zu einem massiven Problem. Man rechne damit, dass bis 2025 mehrere Hundert Mitarbeiter aus Altersgründen ausscheiden, so Kreis-Dezernent Dietger Wille.

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„Jobs gelten als sehr krisensicher”

Nicht jede Stelle müsse dabei nachbesetzt werden, ein solcher Abgang könne aber auch nicht dauerhaft im laufenden Betrieb kompensiert werden. „Wir können uns vorstellen, die Zahl der Ausbildungsplätze noch weiter zu erhöhen – wenn es genügend passende Bewerber gibt“, sagte er.

Parallel mühe man sich um die Anwerbung weiterer Kräfte, auch aus der freien Wirtschaft. Dabei könnte die Corona-Krise zum Helfer werden. „Wir nehmen schon wahr, dass es im Moment mehr Menschen gibt, die sich vorstellen können, in den öffentlichen Dienst zu wechseln. Nach den Erfahrungen mit der Pandemie gelten diese Jobs als sehr krisensicher“, erläuterte Wille.

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