Infrastruktur

Von einem Radwege-Netz kann in Vorpommern nicht die Rede sein

Der Zustand, die Anzahl und die Beschilderung der Radwege im Landkreis Vorpommern-Greifswald sind im wahrsten Sinne des Wortes ausbaufähig. Es gibt aber Lichtblicke.
Anlässlich der zweitägigen Konferenz „Auf zwei Rädern ums Stettiner Haff“ im Ueckermünder Orts
Anlässlich der zweitägigen Konferenz „Auf zwei Rädern ums Stettiner Haff“ im Ueckermünder Ortsteil Bellin machten die Vertreter aus Deutschland und Polen auch eine kleine Ausfahrt mit dem Drahtesel durch Ueckermünde und Umgebung. Christian Johner
Vorpommern

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald gibt es längst noch nicht so viele Radwege, wie es sich die Einheimischen und Touristen wünschen. „Ich tue mich schwer, von einem Radwegenetz zu sprechen. Es sind noch relativ viele Lücken vorhanden“, sagte Eva Held im Hotel Haffhus im Ueckermünder Ortsteil Bellin bei der zweitägigen Konferenz „Auf zwei Rädern ums Stettiner Haff“, zu der Vertreter aus Deutschland und aus Polen eingeladen worden waren.

Ganz unterschiedliche Zustände der Radwege

Eva Held ist beim Landkreis als Koordinatorin touristischer Wegenetze beschäftigt und nimmt damit auch die Radwege genauer unter die Lupe. In und um Greifswald, auf Usedom und auch in der Uecker-Randow-Region sei das Radwegenetz etwas dichter, sagte Eva Held: „Im vorpommerschen Hinterland gibt es jedoch noch so viele Lücken, dass man nicht von einem Netz sprechen kann.“

Und Radweg sei auch nicht immer Radweg, betonte Eva Held. Zwar gibt es natürlich auch Wege, die ausschließlich für die Radfahrer bestimmt sind. Teilweise gebe es auch straßenbegleitende Radwege, zum Teil werden die Radwege aber auch auf den Straßen mitgeführt, sagte Eva Held. Und auch der Zustand der Wege sei nicht immer gleich gut oder gleich schlecht. „Wir haben noch Betonspurplatten, Kopfsteinpflaster innerhalb von Ortschaften und unbefestigte Wege, wobei die Touristen das mitunter sogar schätzen“, sagte die Mitarbeiterin des Landkreises.

Es gibt auch Lichtblicke

Auch die Beschilderung stelle noch ein Problem dar – weniger bei den Radfernwegen, wie dem Oder-Neiße-Radweg oder dem Radfernweg Berlin-Usedom, sondern eher bei den regionalen Rundwegen. „Am besten sieht es noch in der Uecker-Randow-Region aus, was vor allem an Herrn Zimmermann (Winfried, Anm. d. Red.) liegt, der im Altkreis Uecker-Randow immer bemüht war, die Radwege auf dem besten Stand zu halten“, sagte Eva Held.

Immerhin gibt es auch in der Gegenwart Lichtblicke. So entsteht im Süden des Landkreises für mehrere Millionen Euro ein neuer 42,5 Kilometer langer grenzübergreifender Radweg. Dieser verläuft auf der ehemaligen Trasse der Kleinbahn Casekow-Penkun-Oder (CPO) von Brandenburg bis nach Polen. Außerdem wurde in den vergangenen Wochen und Monaten ein knapp drei Kilometer langer Abschnitt entlang der Rosenhäger Beck bei Bugewitz saniert. Der Abschnitt ist auch Teil des mehr als 300 Kilometer langen Radrundweges Stettiner Haff. Das Vorhaben wurde im Rahmen des polnisch-deutschen Projektes „Radweg um das Stettiner Haff“ ausgeführt und finanziell mit Fördermitteln in Höhe von 70 Prozent aus dem europäischen Interreg-Programm unterstützt.

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