Klemmbretter wirken seriös und viele Menschen sind es gewohnt viele Informationen preiszugeben, ohne zu sprechen. Leider
Betrüger nutzen gern Klemmbretter, denn diese wirken seriös. Falsche Spendensammler waren jetzt mit Klemmbrettern in Pasewalk unterwegs. Marko Hedtke (Symbolfoto)
Polizei warnt

Falsche Taubstumme betteln vor Supermärkten aggressiv um Spenden

10 Euro waren zwei angeblich Taubstummen in Pasewalk zu wenig. Sie brachen ihr Schweigen und forderten mehr Geld. Die Polizei warnt vor ihnen.
Pasewalk

Die Polizei in Vorpommern warnt vor falschen Spendensammlern, die sich als taubstumm ausgeben und vor Einkaufsmärkten Geld ergaunern. In den vergangenen Tagen wurden zwei Fälle aus Anklam, einer aus Greifswald und einer aus Ueckermünde bekannt. In Pasewalk wurden in dieser Woche gleich drei Fälle angezeigt.

Mehr Geld gefordert

Am Mittwochmittag bettelten die sogenannten Klemmbrettbetrüger vor dem Toom-Baumarkt in Pasewalk um Geld. Am Nachmittag und Abend versuchten die beiden dann auf dem Kaufland-Parkplatz ihr Glück. Dort brach einer der Männer plötzlich sein Schweigen. Wie Polizeisprecher Andrej Krosse am Freitag erklärte, hatte eine Frau den Bettlern 10 Euro gegeben.

Einer soll daraufhin gesagt haben, 10 Euro seien zu wenig, das Minimum seien 20 bis 50 Euro. Das kam der spendablen Frau natürlich unseriös vor. Sie forderte ihr Geld zurück, daraufhin liefen die Männer weg.

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Die Geschädigte war nicht die einzige, der die angeblich gehörlosen Männer verdächtig vorkamen. Am selben Nachmittag teilte ein Mann den Beamten mit, ebenfalls vor Kaufland von dubiosen Personen aufgehalten worden zu sein. In allen Fällen waren die mutmaßlichen Betrüger beim Eintreffen der Polizei schon wieder weg.

Lieber regionalen Vereinen spenden

Andrej Krosse weist darauf hin, dass diese Masche nichts Neues ist und rät zur Vorsicht. „Wahrscheinlich sind die inzwischen gar nicht mehr in Pasewalk, sondern vielleicht in Eggesin oder Torgelow unterwegs.” Nach Auskunft von Andrej Krosse machen „schwarze Schafe” immer wieder ehrlichen Spendensammlern ihre Arbeit schwer. Sie würden Menschen vor oder sogar in Einkaufsmärkten Klemmbretter vorhalten, auf denen „fingierte Sammellisten vorgeben, für Behinderte, Blinde oder für Flutopfer zu sammeln.

Auf den Sammellisten befinden sich dann auch entsprechende Zeichen der Verbände. Die Männer und Frauen warten nicht selten vor Baumärkten oder Discountern auf ihre Opfer und drängen sichtlich zu Spenden.”

Vorsicht auch vor Diebstahl

Auch in den Innenstädten seien die Betrüger unterwegs und würden dabei sogar in Gaststätten gehen, sich an Bushaltestellen aufhalten oder in stark frequentierten Fußgängerbereichen. „Umso mehr Vorsicht ist geboten, wenn dann noch das Klemmbrett auf den Tisch abgelegt wird. Später ist man nicht nur einige Euros, sondern auch noch das dort abgelegte Handy los. Von anderen Ablenkungsmanövern mit dem Klemmbrett ganz abgesehen”, warnt Andrej Krosse.

Jeder solle genau prüfen, wem er Geld gibt. „Jeder kennt garantiert bei sich auf dem Dorf, in der Gemeinde oder in der Stadt genug ehrenamtliche Aktivitäten und deren handelnden Personen, denen zu spenden dann auch Herzenssache ist.” Überregionale gemeinnützige Organisationen seien zumeist bekannt. Wenn auf öffentlichen Plätzen sammeln, seien sie an Zelten, Aufstellern, Bannern oder ihrer Kleidung eindeutig zu erkennen.

 

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