Vorsicht beim Online-Shopping!

Black Friday, Weihnachten und Corona: Beste Zeiten für Internet-Betrüger

Beim Online-Shopping ist derzeit ganz besondere Vorsicht geboten. Kriminelle sind fleißiger denn je. Die Polizei gibt Tipps, damit nicht statt des teuren Fahrrads ein Karton voller Sperrmüll geliefert wird.
Black Friday, Weihnachten und Corona – das sind allerbeste Bedingungen für Internet-Betrüger.
Black Friday, Weihnachten und Corona – das sind allerbeste Bedingungen für Internet-Betrüger. Symbolbild: Carsten Rehder
Anklam

Ein Radfahrer aus Bröllin bei Pasewalk wollte bei Ebay-Kleinanzeigen ein Rennrad kaufen. 1.400 Euro überwies er dem angeblichen Verkäufer. Danach brach der Kontakt ab. Ein Mann aus Wolgast wollte sich einen Whirlpool gönnen. 2.250 Euro zahlte er per Kreditkarte. Die Luxusbadewanne bekam er nie zu Gesicht. In Boldekow bei Anklam wollte sich jemand ein gebrauchtes E-Bike per Nachname liefern lassen. Knapp 2.700 Euro übergab er dem Paketboten. Im Karton befand sich jedoch kein E-Bike, sondern darin lagen diverse Gegenstände zum Beschweren der Kiste. Das sind nur drei von Hunderten Betrugsfällen beim Internet-Einkauf, die die Polizei in diesem Jahr im Landkreis Vorpommern-Greifswald registriert hat.

Am Freitag ist wieder der Black-Friday. Außerdem steht Weihnachten vor der Tür. Gleichzeitig erreicht die Corona-Krise einen neuen Höhepunkt – Gründe für das Online-Shopping gibt es derzeit genug. Für Kriminelle sind das allerbeste Arbeitsbedingungen. Sie sind fleißiger denn je, warnt das Polizeipräsidium Neubrandenburg. Seit 2019 registriert die Polizei rasant steigende Fallzahlen. Allein in Vorpommern-Greifswald wurden 426 Fälle im Jahr 2020 gemeldet. Das ist im Vergleich zum Vorjahr mit 186 Fällen ein enormer Anstieg. Für das Jahr 2021 liegt noch keine abschließende Statistik vor. „Wir können aber sagen, dass die Betrugsfälle im Internet nochmals zugenommen haben“, sagte Ben Tuschy aus der Polizeiinspektion Anklam am Donnerstag.

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Besonders billig sollte stutzig machen

Online-Shopping boomt in der Pandemie, und damit steigen auch die Betrugsfälle.“ Das beginne bei Spielzeug für 50 Euro und setze sich fort über Handys, Konsolen, Fahrräder, Haushaltsgeräte und mehr. „Werden sie hellhörig, wenn ein Produkt unter dem üblichen Marktpreis angeboten wird. Insbesondere auf Verkaufsplattformen wie Ebay-Kleinanzeigen, Facebook-Marktplatz oder Wish werden häufig Unterhaltungselektronik, aber auch Haushaltsgeräte zu auffällig niedrigen Preisen angeboten“, erklärt das Kriminalkommissariat Neubrandenburg.

Die Polizei rät: „Vergleichen sie den Preis des Produkts mit anderen Anbietern – auch im lokalen Handel! Informieren sie sich über die Verkaufsplattform! Gibt man den Namen in eine Suchmaschine ein, erhält man Informationen anderer Kunden über diese Plattform. Einen Fakeshop erkennen Sie beispielsweise am fehlenden Impressum.“ Stutzig machen sollte auch eine ausländische IBAN oder eine IBAN von Onlinebanken. Zu meiden seien Zahlungsoptionen, bei denen der Käuferschutz entfällt, zum Beispiel Paypal-Freunde. All solche Angebote seien unbedingt kritisch zu hinterfragen.

Polizei rät: Nutzen Sie sichere Zahlungswege!

Gut beraten ist, wer sichere Zahlungswege nutzt. „Bevorzugen Sie den Kauf auf Rechnung und nutzen Sie auf keinen Fall Zahlungsdienste wie Western Union, Paysafecard oder andere Gutscheinkarten, bei denen Codes übermittelt werden sollen! Achten Sie stets auf eine sichere Internetverbindung, zum Beispiel https, wenn Sie persönliche Daten aneinen Online-Shop übermitteln!“, rät die Polizei. Vorsicht sei auch dann geboten, wenn vorab Frachtgebühren verlangt oder eine Speditionsfirma beauftragt wird, die zunächst der Käufer bezahlen soll. „Häufig geben Betrüger vor, die Gebühr nachträglich mit dem Kaufpreis begleichen zu wollen, zahlen jedoch nicht. Teilweise werden falsche Links zu vermeintlichen Speditionsfirmen oder Paketzustellern verschickt, die eine angebliche Nummer zur Sendungsnachverfolgung enthalten. Gehen Sie auf solche Nachfragen nicht ein.“

Wer glaubt, Opfer eines Betruges geworden zu sein, solle sich unbedingt an eine örtliche Polizeidienststelle wenden oder an die Internetwache der Landespolizei: www.polizei.mvnet.de

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