Beim Corona-Protest auf dem Anklamer Markt versammelten sich gegen 18 Uhr rund 60 Menschen.
Beim Corona-Protest auf dem Anklamer Markt versammelten sich gegen 18 Uhr rund 60 Menschen. Anne-Marie Maaß
Um die 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich am "Montagsspaziergang" durch die Torgelow beteiligt. Lutz Storbeck
In Penkun versammelten sich um die 40 Bürger auf dem Marktplatz, anschließend führte der Montag-Spaziergang durch die Stadt. Fred Lucius
Rund 150 Menschen demonstrierten am Montagabend in Pasewalk. Susanne Böhm
Nur knapp 200 Teilnehmer waren am Montag auf dem Greifswalder Marktplatz. Maximilian Lill
Protest

Corona-Demos in Vorpommern schrumpfen weiter

Die Corona-Kritiker verlieren weiter an Zulauf. In manchen Orten in Vorpommern kamen nicht einmal mehr die Hälfte der Teilnehmer.
Anklam

Erneut versammelten sich am Montagabend in Anklam Menschen, um gegen die Impfpflicht und die bestehenden Corona-Maßnahmen zu protestieren. An der Versammlung beteiligten sich etwa 60 Personen.

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Spritpreise und Russland-Farben

Die Redner griffen, wie schon zuletzt, neben der Corona-Politik auch weitere Themen auf. So wurden die hohen Spritpreise kritisiert. Ebenso war neben Deutschlandfahnen auch eine russische Flagge zu sehen.

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Kaum Neues gab es vom "Montagsspaziergang" in Torgelow zu berichten. Die Teilnehmerzahl hat sich im Vergleich zur Vorwoche kaum verändert. Mehr als 50 Personen fanden sich zusammen, ließ die Versammlungsleiterin wissen, somit dürfe die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der rechten Straßenseite durch die Torgelower Innenstadt spazieren. "Keine Waffen oder waffenähnlichen Gegenstände im Zug", gab die Versammlungsleiterin eine Weisung der Polizei weiter, bevor sich die Menge dann etwa zehn Minuten nach angekündigtem Veranstaltungsbeginn in Bewegung setzte. Vornweg und dahinter fuhren Einsatzwagen der Polizei mit Blaulicht.

Diesmal waren - anders als in der Vorwoche - zwei Trommeln im Zug zu vernehmen. Die Parolen, die per Megafon kundgetan wurden, hatten sich etwas geändert. Immer wieder hieß es "Widerstand", und immer wieder wurde Protest gegen die angekündigte Impfpflicht laut. Neue Töne gab es aber auch, die nicht die Coronamaßnahmen zum Inhalt hatten. Es ging diesmal ganz deutlich um die stark angestiegene Energie- und Treibstoffpreise, die man nicht einfach so hinnehmen dürfe. Dazu auch Widerspruch gegen deutsche Waffenlieferungen in die Ukraine. Dies, so hieß es, würde den Krieg verlängern. "Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung" wurde während des Umzuges mehrfach skandiert.

Unterstützung aus Ueckermünde

Rund 150 Menschen demonstrierten am Montagabend in Pasewalk gegen Coronamaßnahmen - etwa 50 weniger als in der Vorwoche und rund 350 weniger als zu Spitzenzeiten. "Auch wenn wir bloß 150 Leute sind, wollen wir uns anhören wie 1500", sagte Organisator Dirk Stegemann von der Initiative "Pasewalk steht auf". Das gelang in Teilen mit Unterstützung aus Ueckermünde, von wo eine lautstarke Trommlergruppe angereist war.

Geht den Gegnern der Coronamaßnahmen in Pasewalk allmählich die Puste aus; beenden sie bald ihre wöchentliche Veranstaltungsreihe? "Das hängt davon ab, welche Entscheidungen in dieser Woche in Berlin getroffen werden", sagte Dirk Stegemann. Erst wenn er das weiß, wolle er entscheiden, ob er weitere Demos in Pasewalk anmeldet. Zunächst einmal wolle man die Ueckermünder bei ihrer nächsten Demo am Mittwoch unterstützen, eventuell auch in Berlin Präsenz zeigen.

Fast zeitgleich mit der Coronademo fand am Montag vor der St. Marien-Kirche in Pasewalk die zweite Mahnwache für Frieden statt. Nach Nordkurier-Informationen versammelten sich dort rund 30 Menschen.

Teilnehmerzahl hat sich halbiert

Mehr als halbiert hat sich die Zahl der Demonstranten in Penkun. Am nunmehr zehnten Lichterspaziergang für Grundrechte, gegen Ausgrenzung und Zwangsimpfung und am dritten Spaziergang auch für Frieden nahmen 43 Männer, Frauen und Kinder teil. Organisator Heinz Timm erinnerte daran, dass am Dienstag die Nachweispflicht für eine Covid-Impfung im Gesundheitsbereich endet und am Donnerstag der Bundestag über die allgemeine Impfpflicht berät. Ein Recht oder eine Pflicht zur unbezahlten Freistellung gebe es nicht. Sollten Arbeitgeber Mitarbeitern kündigen, sollten diese vor das Arbeitsgericht ziehen. Es könnten noch Monate vergehen, bis das Gesundheitsamt jeweils eine individuelle Entscheidung treffe.

"Für die SPD und die Grünen scheint die Impfpflicht beschlossene Sache. Rein theoretisch darf aber jeder nach seinem Gewissen entscheiden", meint Timm. Hartmut Seeger aus Storkow verlas einen Brief von 81 Ärzten, Juristen und Wissenschaftlern an Bundestagsabgeordnete, in dem sie sich gegen eine Impfpflicht aussprechen. Die damit verfolgten Ziele seien nicht geeignet, nicht erforderlich, nicht angemessen und damit verfassungswidrig, heißt es in dem Brief.

Deutlich weniger Teilnehmer auch in Greifswald

In Greifswald fanden sich nur noch rund 200 Teilnehmer bei der Demonstration der Bewegung „Mein Körper, meine Freiheit“ gegen einschneidende Coronamaßnahmen und einer geplanten Impfpflicht ein. Das waren deutlich weniger als in den vergangenen Wochen. Versammlungsleiter Andreas Pieper erklärte sich den Rückgang der Teilnehmerzahlen, die vor einigen Wochen noch bei bis zu 700 lagen, mit einer gewissen „Zermürbung und Frustration“ der Teilnehmer. Es sei schwierig, Menschen zu mobilisieren, wenn deren Bedenken nur auf taube Ohren stoßen, so Pieper.

Eine Gegendemonstration fand auch in dieser Woche nicht statt.

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