Am Strand in Zinnowitz auf Usedom ist die Welt in Ordnung. Doch nicht überall lässt es sich derzeit unbeschwert plan
Am Strand in Zinnowitz auf Usedom ist die Welt in Ordnung. Doch nicht überall lässt es sich derzeit unbeschwert planschen. Stefan Sauer
Rügen und Usedom

▶ Gefahren am Strand – Bade-Führer im Netz zeigt nicht alle Fälle

Ob Rügen, Usedom oder die Seenplatte: Blaualgen und andere Organismen können den Badespaß vermiesen. Doch auf die offizielle Badewasser-Karte des Landes ist nicht immer Verlass.
Neubrandenburg

Je länger der Sommer dauert und je trockener er ist, desto häufiger kommen die Warnungen aus den Gesundheitsämtern. Im warmen Wasser gedeihen so manche Organismen prächtig, die den Strandbesuchern das Vergnügen verderben können.

Der Überblick: Blaualgen, Quallen, Würmer – was ist was am Strand?

Blaualgen an der Ostsee und an der Seenplatte

Im einfachsten Fall ist die Gefahr noch mit bloßem Auge zu erahnen. Schlieriges Wasser, schimmernd blau-grün: Sogenannte Blaualgen sind in den vergangenen Sommern zu regelmäßigen Besuchern an den Badestellen der Seenplatte geworden. Die meisten Badeschrecke betreffen nämlich nicht nur die Ostsee, sondern auch manches Binnengewässer. Vor zwei Wochen meldete das Gesundheitsamt des Landkreises den ersten Blaualgen-Fall der Saison am Melzer See bei Röbel. Die Warnung ist noch aktuell, wie das Landratsamt am Dienstag bestätigte. Auch Infektionen durch Vibrionen und Zerkarien wurden in dieser Bade-Saison schon im Nordosten registriert.

Lesen Sie auch: Blaualgen-Befall in Bodden und Stettiner Haff!

Keine Warnungen für beliebte Ferieninseln

Aktuell immerhin liegen keine Warnungen für die vielleicht beliebtesten Strandbereiche der Region auf den Insel Usedom und Rügen vor. Mit einer kleinen Einschränkung: Neben dem Greifswalder Bodden gilt auch für den Peenestrom eine Blaualgen-Warnung.

[Video]

Auch die Müritz ist betroffen

Neben den Blaualgen, die eigentlich Bakterien sind, gibt es noch andere Organismen, oft per Augenschein nicht zu bemerken, die für Badende unangenehm werden können. Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Hautreizungen und mitunter gefährliche Entzündungen, können die Folge sein. An der Seenplatte wurde in den vergangenen Wochen auch immer wieder vor Zerkarien, den Larven von Saugwürmern gewarnt, die sich in der Müritz, dem Glambecker See und anderen Seen tummeln.

Lesen Sie auch: Wenn die Haut nach dem Baden gerötet ist und juckt

Bade-Karte nicht immer aktuell

Einen Überblick über die Gefahren an einzelnen Badestellen sollte eigentlich die Badegewässer-Karte des Landes im Internet bieten. Doch Stichproben des Nordkurier und die Rücksprache mit den Ämtern haben gezeigt: Die Meldung an die zentrale Stelle des Landes funktioniert längst nicht immer. In einigen Fällen verzichten Ämter offenbar bewusst darauf, Informationen weiterzugeben. So jedenfalls die Auskunft aus der Kreisverwaltung Mecklenburgische Seenplatte. Denn die Ausbreitung etwa von Blaualgen oder Saugwürmern sei enorm von Wetter und Strömungen abhängig, könne sich quasi täglich ändern, heißt es. Stattdessen beruft man sich darauf, dass die amtsdeutsche Badewasserqualität, um die es auf dem Landesportal im Internet vor allem geht, nicht von solchen kurzfristigen Phänomenen abhängig sei und sich eher auf die regelmäßige Untersuchung der grundsätzlichen Wasserqualität an einer Badestelle beziehe.

Wasserqualität gut – meistens

Diese Langzeit-Untersuchungen des Gesundheitsamtes führten unter anderem zu Bade-Warnungen für die Kleine Müritz bei Rechlin, die Seen bei Klein Luckow, Massow und Cantnitz sowie den Woldegker Stadtsee. Dort hätten die Proben-Ergebnisse der Behörde aus den Jahren 2018 bis 2021 zur Einstufung einer „mangelhaften“ Wasserqualität geführt.

Lesen Sie auch: Wie gut ist die Wasserqualität in Seen und an der Küste?

Warnung vor Giftstoffen aus der Oder

Im Kreis Vorpommern-Greifswald wird in diesen Tagen ohnehin vor dem Wasser im Stettiner Haff gewarnt. Dort mündet die Oder in die Ostsee und spült mutmaßlich in diesen Tagen Giftstoffe ins Meer, die bereits tausende Fische im Flusslauf getötet haben. Dies geschehe aus „Vorsorgegründen“, wie man im Landratsamt betont: „Vermeiden Sie direkten Kontakt mit dem Wasser. Reinigen Sie betroffene Körperstellen nach einem möglichen Kontakt gründlich.“

 

Der Usedom-Newsletter vom Nordkurier für Urlauber

Endlich wieder Usedom! Erhalten Sie Ausflugstipps, Genusstipps und Aktivitäten für Ihren Urlaub in dem kostenfreien Newsletter des Nordkurier per E-Mail. Alle ein- bis zwei Wochen schicken wir Ihnen Ihre Dosis "Usedom" ins E-Mail-Postfach. Jetzt kostenfrei anmelden.

zur Homepage