Im Nachbarkreis Mecklenburgische Seenplatte wurde die gelbe Tonne bereits zum Anfang des vergangenen Jahres flächendecken
Im Nachbarkreis Mecklenburgische Seenplatte wurde die gelbe Tonne bereits zum Anfang des vergangenen Jahres flächendeckend eingeführt. Remondis
Die sogenannte gelbe Tonne soll verhindern, dass der Abfall auf den Straßen landet. Foto: NK-Archiv
Die sogenannte gelbe Tonne soll verhindern, dass der Abfall auf den Straßen landet. Foto: NK-Archiv Susanne Böhm
Müllentsorgung

Abfall-Streit – kommt die Gelbe Tonne doch noch?

Im Gespräch ist die Ablösung des Gelben Sacks schon seit einiger Zeit. Klare Signale aus der Kreispolitik dafür oder dagegen gibt es jedoch noch nicht.
Vorpommern

Ist das der Durchbruch für die Gelbe Tonne? Zumindest war sie bei der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses des Kreistages Vorpommern-Greifswald erneut im Gespräch. Sogar gleich zwei entsprechende Anträge von den Kreistags-Fraktionen der CDU und der SPD standen dabei zur Diskussion. Bereits im Herbst 2020 hatten die Sozialdemokraten das Thema aufs Tapet gebracht, allerdings ohne nennenswerte Erfolge. Nun hat sich aber offenbar auch bei der CDU der Wind gedreht – nicht zuletzt wegen der jüngsten Stürme.

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CDU-Umdenken nach den jüngsten Stürmen

So heißt es im CDU-Antrag unter anderem, dass „die jüngsten Unwetterereignisse“ verdeutlicht hätten, dass das System des Gelben Sacks vor allem in den ländlichen Gegenden des Landkreises „potenziell zur Vermüllung der Landschaft“ beitrage.

Gelbe Säcke, die zur Abholung an der Straße abgestellt werden, seien zum einen ein lohnenswertes Ziel für Tiere auf der Nahrungssuche. Zum anderen seien sie anfällig für stärkere Winde, sodass die Gelben Säcke und ihr Inhalt immer wieder über die Straßen verteilt würden. Um dem zu begegnen, sei die Einführung der Gelben Tonne notwendig, heißt es im CDU-Antrag.

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Klare Signale fehlen weiter

Das fordert auch die SPD-Fraktion zwar auch schon seit 2020, vor allem, um die „Umwelt- und Bürgerfreundlichkeit“ des dualen Systems im Landkreis Vorpommern- Greifswald zu erhöhen. Der entsprechende Antrag wurde seitdem jedoch in verschiedenen Ausschüssen lediglich besprochen, abgelehnt, vertagt, zurückgestellt und nicht zuletzt bei der Kreistagssitzung im Dezember 2020 vom Antragsteller selbst zurückgezogen.

Und auch anderthalb Jahre später scheint die Idee nicht so richtig durchzuschlagen. Zumindest bei den Sitzungen des Finanzausschusses und des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus gab es keine klaren Signale dafür – aber auch nicht direkt dagegen.

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Zu viel falscher Müll befürchtet

Dafür wurden im Finanzausschuss einige Bedenken vorgetragen, die gegen eine flächendeckende Einführung der Gelben Tonne sprechen. So könnte es unter anderem bei Mehrfamilienhäusern Probleme geben, geeignete Stellflächen zur Verfügung zu stellen.

Auch gebe es Erfahrungen im Nachbarkreis Mecklenburgische Seenplatte, wo die Gelbe Tonne zum Anfang des vergangenen Jahres eingeführt wurde, dass die sogenannten Fremdeinträge zugenommen hätten. Damit sind Dinge gemeint, die nicht in die Gelbe Tonne gehören.

Der Landkreis müsste sich dann darum kümmern, die Abfälle zu sortieren, wodurch zusätzliche Kosten entstehen würden. Auf die Abfallgebühren der Bürger habe die Einführung der Gelben Tonne zunächst jedoch keinen Einfluss, hieß es bei der Ausschusssitzung, da dafür das duale System zuständig sei. Um nun doch noch zu einer Entscheidung zu kommen, sollen entsprechende Fachleute zu den nächsten Ausschusssitzungen eingeladen werden.

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Längere Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe im Gespräch

Zudem wird in einem zweiten Teil des CDU-Antrages die Verwaltung gebeten, die Ausweitung des Wertstoffhof-Systems im Landkreis zu prüfen. Gemeint ist damit unter anderem, die Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe auf rund um die Uhr auszudehnen, so dass es zum Beispiel möglich sein soll, Grünschnitt auch am Sonnabendnachmittag abzuliefern.

Auch solle geprüft werden, welche Standorte im Landkreis für zusätzliche Wertstoffhöfe infrage kommen würden und wie viel das Ganze kosten würde. Wie es mit den beiden Anträgen bei der nächsten Sitzung des Kreistages am 25. April weitergehen wird, bleibt indes abzuwarten.

 

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