Das Preissystem für den Restmüll im Landkreis wird reformiert. Unterm Strich werden die meisten Haushalte künft
Das Preissystem für den Restmüll im Landkreis wird reformiert. Unterm Strich werden die meisten Haushalte künftig mehr zahlen müssen. Frank Rumpenhorst
Vize-Landrat Jörg Hasselmann (CDU)
Vize-Landrat Jörg Hasselmann (CDU) Anke Radlof
Inflation

Die Müllgebühren sollen in Vorpommern steigen

Explodierende Gas- und Stromkosten und ab Januar auch noch höhere Müllgebühren. Die neue Gebührensatzung soll am Montag vom Kreistag beschlossen werden.
Greifswald

Auch für die Entsorgung von Abfall und Müll müssen die Einwohner im Landkreis Vorpommern-Greifswald künftig wohl tiefer in die Taschen greifen. Allerdings wird es keine so exorbitanten Preissteigerungen wie etwa beim Gas oder Strom geben.

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Der Preis für die Restmülltonne steigt

Die ab Januar geltende Abfallgebührensatzung, die bereits vom Kreisausschuss ohne Aussprache und mit lediglich vier Stimmenthaltungen durchgewunken wurde und am Montag zur Abstimmung im Kreistag steht, sieht einen eher moderaten Kostenanstieg vor. Demnach muss zum Beispiel ein Vier-Personen-Haushalt mit einer 80-Liter-Mülltonne künftig mit jährlichen Mehrkosten von 13,68 Euro rechnen.

Das sechsseitige Papier sieht sogar deutliche Preisreduzierungen bei der sogenannten Leistungsgebühr vor: So soll die Entleerung einer 80-Liter-Tonne künftig 109,92 Euro statt wie bisher 141,24 Euro kosten. Für eine 60-Liter-Tonne sinkt die Gebühr von 110,52 auf 82,44 Euro.

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Neue Grundgebühr beim Abfall

Allerdings soll künftig für jeden zugelassenen Restabfallbehälter unabhängig von der Größe und dem Volumen eine neue jährliche Grundgebühr in Höhe von 48,36 Euro erhoben werden, was letztlich dazu führt, dass die Kosten in der Summe geringfügig steigen werden.

Die Umstellung des bisherigen Gebührensystems auf ein System aus Grund- und Leistungsgebühr sei rechtlich notwendig, sagt der zuständige Dezernent und Vize-Landrat Jörg Hasselmann (CDU). „Damit werde ein großer Teil der fixen Kosten, wie die Kosten für Verwaltung und Wertstoffhöfe, in eine separate Grundgebühr überführt“.

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Insgesamt würden die Leistungsgebühren für die kleineren Behälter sinken und lediglich die der größeren 1.100-Liter-Behälter steigen. Auch die auf Abruf gestellten Container für Restabfälle würden dann teurer. Für eine Entleerung eines 10 Kubikmeter fassenden Presscontainers zum Beispiel müssten ab Januar 700 statt 444,31 Euro berappt werden.

Keine Gewinne mit dem Abfall im Kreis

Die Kalkulation der Abfallgebühren erfolge im Einklang mit dem Kommunalabgabegesetz alle drei Jahre, so Hasselmann. Ziel sei immer ein kostendeckendes Ergebnis. Es dürfe kein Gewinn einkalkuliert werden, und entsprechende Defizite oder Überschüsse seien in der folgenden Kalkulation auszugleichen.

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„Schon in den vergangenen Jahren war die Abfallentsorgung im Landkreis mit einem veränderten Nutzungsverhalten und gestiegenen Kosten konfrontiert worden“, betont Hasselmann. Zu Buche hätten beispielsweise höhere Dieselpreise, gestiegene Personalkosten sowie höhere Aufwendung für Grünabfall und Wertstoffhöfe geschlagen. Auch reduzierte Verwaltungskosten und die deutlich gestiegenen Erlöse für die Verwertung von Altpapier hätten das nicht mehr ausgleichen können.

Wertstoffhöfe sollen mehr Leistung bieten

„Wesentliche Mehrkosten gab es in den zurückliegenden Coronajahren vor allem im Haus- und Sperrmüllbereich“, sagt Hasselmann. Daher habe die Ostmecklenburgisch Vorpommersche Verwertungs- und Deponie GmbH (OVVD) schon zu Jahresbeginn 2022 erstmals seit 2005 eine Entgeltanpassung wegen erhöhter Personal- und Energiekosten vornehmen müssen.

Und schließlich floss in die neue Kalkulation auch der Wunsch ein, die Wertstoffhöfe zu stärken. So sollen künftig die Höfe in Zinnowitz, Wolgast, Anklam, Pasewalk und Torgelow ihr Annahmespektrum erweitern. Auch die Öffnungszeiten sollen deutlich ausgedehnt werden.

Wenn am Montag in Greifswald die Kreistagsmitglieder zusammenkommen, dann werden sie nicht nur über diese neue Gebührensatzung abstimmen. Auf der Tagesordnung steht auch ein gemeinsamer Antrag von Grünen und Tierschutzpartei, der auf die Prüfung zur kreisweiten Einführung einer Biotonne zielt.

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