TIERISCHER EINSATZ

Große Hilfsaktion für Katzen in Not

Eine Über-80-Jährige kümmert sich seit Jahren um etwa 30 verwahrloste, zum Teil sogar misshandelte Katzen, doch nun kann sie selbst nicht mehr. Viele Tierschützer wollen jetzt bei der Vermittlung der Samtpfoten mithelfen.
Eines der Tiere in Ferdinandshof, das nicht ganz so scheu war und sich fotografieren ließ (Archivaufnahme).  Foto: NK/Ar
Eines der Tiere in Ferdinandshof, das nicht ganz so scheu war und sich fotografieren ließ. NK/Archiv
Die meisten Tiere sind misstrauisch und ängstlich. Insofern war die Kastration und Sterilisation von etwa 30 Tieren eine
Die meisten Tiere sind misstrauisch und ängstlich. Insofern war die Kastration und Sterilisation von etwa 30 Tieren eine Heraus-forderung. NK/Archiv
Seit Jahren kümmert sich Margrit Mroz aus Ferdinandshof liebevoll um Katzen und gibt einen großen Teil ihrer Rente für die Tiere aus.
Seit Jahren kümmert sich Margrit Mroz aus Ferdinandshof liebevoll um Katzen und gibt einen großen Teil ihrer Rente für die Tiere aus. Nk-Archiv
Kathrin Erdmann vom Katzenparadies Neustrelitz möchte sich auch um die Katzen aus Ferdinandshof kümmern, wenn diese in Neustrelitz eintreffen.
Kathrin Erdmann vom Katzenparadies Neustrelitz möchte sich auch um die Katzen aus Ferdinandshof kümmern, wenn diese in Neustrelitz eintreffen. Manuela Scheiler
Ferdinandshof ·

Ein Hilferuf, auch über Facebook, hat jetzt die Tierfreunde in der Ueckermünder Region und auch darüber hinaus erreicht. Es geht um etwa 30 Katzen, die hauptsächlich von Margrit Mroz und einer Bekannten in Ferdinandshof versorgt werden. Bereits seit Jahren wendet Margrit Mroz, die schon lange im Rentenalter steht, einen erheblichen Teil ihrer Rente auf, um die Katzen und Kater zu versorgen.

Tiere sind in privaten Garagen untergebracht

Das ging über etliche Jahre einigermaßen gut, denn wenigstens hatten die zum Teil misshandelten Kreaturen ein Dach über dem Kopf und einen gewissen Schutz vor der Außenwelt. Die Tiere sind bislang auf einem Grundstück in zwei privaten Garagen untergebracht. Einige Tiere sind von der Ferdinandshoferin von der Straße geholt worden. Andere wiederum sind von Unbekannten im guten Fall vor das Grundstück gestellt, im schlechten Fall einfach über den Zaun geworfen worden. Die Katzen haben sich vermehrt. Im Jahr 2018 waren es etwa 20, derzeit sind es um die 30 Katzen, die täglich auf ihr Futter warten. Das Problem ist aber nicht nur die große Zahl der Tiere, sondern auch der Umstand, dass die Vierbeiner zumeist verwildert und deshalb äußerst scheu sind. Was es für die Ferdinandshoferin nahezu unmöglich gemacht hat, allein die Vermehrung der Katzentiere irgendwie zu unterbinden und die Tiere zu vermitteln.

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Viel Hilfe hat die Über- 80-jährige, deren Betreuerin sich deswegen an das Amt Torgelow-Ferdinandshof gewandt hatte, zunächst nicht erfahren. Allerdings hat Ferdinandshofs Bürgermeister Gerd Hamm (CDU), dem das Problem seit Längerem bekannt ist, vor einigen Wochen das Kreisveterinäramt Vorpommern-Greifswald eingeschaltet. Das Ergebnis: In einer abgestimmten Aktion sind vor etwa drei Wochen die Katzen und Kater sterilisiert oder kastriert worden. „Ansonsten hätten wir ja bald noch sehr viel mehr Katzen auf dem Gelände gehabt“, sagt Gerd Hamm. Möglich geworden ist die Aktion trotz der Scheu der Tiere mithilfe des örtlichen Awo-Stations-Teams und der jungen Leute vom Jugendclub. Einen Tag haben die Helfer gebraucht, dann konnte das Kapitel abgeschlossen werden. Die Gemeinde hat dafür ordentlich Geld in die Hand genommen – „etwas mehr als 1000 Euro“, sagt der Bürgermeister, aber damit ist wenigstens eines der Probleme gelöst.

Alle Tiere können aufgenommen werden

Ein anderes wird sein, die Vierbeiner nun an Interessenten zu vermitteln. Im Amtsblatt ist diesbezüglich bereits eine Anzeige erschienen – zwei Samtpfötchen sind inzwischen an ihre neuen Besitzer übergeben worden. Aber es warten noch immer an die 30 Tiere auf Besserung. Und die scheint nun in greifbarer Nähe. Nach einem Aufruf in den sozialen Netzwerken ist Hilfe von außen zugesagt worden. Unter anderem von Manuela Jeschke vom Katzenparadies Neustrelitz. „Wir haben eine überwältigende Hilfsbereitschaft erlebt“, beschreibt Manuela Jeschke. Zahlreiche spendenfinanzierte, privat betriebene Tierschutzvereine hätten sich nach dem Aufruf gemeldet. Unter anderem ist auch die Pfötchenhilfe aus Neustrelitz mit im Boot. Durch die Vielzahl der Akteure sei vorerst gesichert, dass alle Tiere aufgenommen werden können.

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Morgen wird eine ehrenamtliche Helferin vom Katzenparadies nach Ferdinandshof fahren, wo die Tiere mit Fallen eingefangen werden müssen, sagt Manuela Jeschke. Die eingefangenen Katzen müssen anschließend auch noch auf ihren Gesundheitszustand untersucht werden. Nach einer Eingewöhnungsphase bei den Tierschutzvereinen könnten die Katzen dann vermittelt werden. Interessenten könnten sich schon jetzt melden. Der vom Katzenparadies via Facebook verbreitete Hilferuf wurde übrigens in kurzer Zeit fast 1000 Mal geteilt. Zahlreiche Personen boten ihre Hilfe an.

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