Neben einer möglichen Höchstgeschwindigkeit für Dienstwagen steht u.a. auch die tageweise Schließung von
Neben einer möglichen Höchstgeschwindigkeit für Dienstwagen steht u.a. auch die tageweise Schließung von Gebäuden auf der Prüfliste. Gregor Fischer
Möglicher Energiemangel

Tempolimit für Dienstautos – So will Vorpommern-Kreis Energie sparen

Wegen eines möglichen Energiemangels im Winter stehen in der Kreisverwaltung mehrere Sparmaßnahmen zur Debatte.
Greifswald

Höchstgeschwindigkeit für Dienstautos, eingeschränkte Gleitzeit in den Wintermonaten oder reduzierte Sprechzeiten – der Landkreis Vorpommern-Greifswald prüft wegen eines möglichen Energiemangels Sparmaßnahmen. Auf der Liste stünden kleinere Dinge wie etwa das Ziehen von Steckern beim Verlassen des Büros oder die Abschaltung von Getränkeautomaten, aber auch die tageweise Schließung von Gebäuden, sagte Landrat Michael Sack (CDU) am Freitag bei einem Pressegespräch in Greifswald.

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Noch sei man weit von einer Gasmangellage entfernt, und Sack warnt vor Panikmache. Trotzdem stellt sich die Verwaltung auf einen harten Winter und den größten anzunehmenden Energiemangel ein. Nach einer entsprechenden Aufforderung durch das Innenministerium hat der Landrat in seiner Verwaltung jetzt ein Team „Gasmangellage“ aufgestellt, das alle möglichen denkbaren Krisenszenarien beherrschen soll.

Die Maßnahmen für Energieeinsparungen würden derzeit mit dem Personalrat besprochen und im Fall der Fälle stufenweise und nicht alle auf einmal umgesetzt. Die Bundesregierung hat außerdem beschlossen, dass öffentliche Gebäude ab September in der Regel nur noch bis maximal 19 Grad beheizt werden sollen. Bisher lag die empfohlene Mindesttemperatur für Büros bei 20 Grad.

Demnächst will der Landkreis in Vorbereitung auf eine mögliche Energiemangellage außerdem eine umfangreiche Umfrage an etwa 2400 Betriebe herausgeben. Damit will er erfahren, inwiefern Notfallpläne vorliegen, wie lange sich Unternehmen im Notfall selbst mit Energie versorgen könnten und wo etwa Kraftstoffe vorgehalten werden.

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Angesprochen würden nicht nur Betriebe der sogenannten kritischen Infrastruktur wie etwa Wasserversorger oder Krankenhäuser, sondern zum Beispiel auch Bäcker, weil deren Ausfall sich auch auf die Bevölkerung auswirken würde.

Bislang sei man bei Katastrophen eher von lokal begrenzten Ereignissen wie Unfällen oder Bränden ausgegangen, erklärte Dietger Wille vom Landkreis. Das sei mit Blick auf eine mögliche Energiemangellage anders. Hier könne man zum Beispiel nicht ohne weiteres Ausfälle von außen ersetzen. Es gebe Prognosen, nach denen könne sich eine Gasmangellage „auch zu einer Situation auswachsen, die dann in dieser Definition als Katastrophe zu bewerten wäre”.

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