Im November meldeten die Unternehmen der Region dem Arbeitgeber-Service noch einmal 441 neue Arbeitsangebote. Damit werden akt
Im November meldeten die Unternehmen der Region dem Arbeitgeber-Service noch einmal 441 neue Arbeitsangebote. Damit werden aktuell für 2656 Arbeitsstellen neue Arbeitskräfte gesucht. NK-Grafik/Quelle: Arbeitsagentur
Die größte Nachfrage gibt es nach wie vor im Hotel- und Gaststättenwesen (418), im Gesundheits- und Sozialwese
Die größte Nachfrage gibt es nach wie vor im Hotel- und Gaststättenwesen (418), im Gesundheits- und Sozialwesen (339), im verarbeitenden Gewerbe (274) sowie im Handel mit 264 Angeboten. NK-Grafik/Quelle: Arbeitsagentur
Arbeitslosenzahlen V-G 11.2021
Arbeitslosenzahlen V-G 11.2021 NK-Grafik/Quelle: Arbeitsagentur
Arbeitslosenzahlen V-G 11.2021
Arbeitslosenzahlen V-G 11.2021 NK-Grafik/Quelle: Arbeitsagentur
Arbeitsmarkt im November

Volles Kurzarbeitergeld bald an Weiterbildungen geknüpft

Auch wenn die Arbeitslosenzahlen in Vorpommern-Greifswald im November leicht gestiegen sind: So gute Werte hatte der Landkreis zu dieser Jahreszeit noch nie. Trotzdem ist die Freude mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen eher verhalten.
Greifswald

Zum Ende des Jahres steigt erwartungsgemäß die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen, vor allem aus saisonal geprägten Berufen. Im November waren das in Vorpommern-Greifswald 8731 Frauen und Männer, 33 Personen mehr als im Vormonat. Eine geringe Zahl, wenn man sie mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Jahren 2019 und 2018, also vor der Corona-Pandemie, vergleicht, wo sich im gleichen Zeitraum 282 beziehungsweise 399 Personen arbeitslos melden mussten. „Diese absolute Zahl von 8731 Arbeitslosen, das ist der niedrigste November-Wert, den wir bislang im Landkreis gehabt haben – trotz der schwierigen Corona-Situation“, erklärte Andreas Wegner, Leiter der Arbeitsagentur Greifswald.

„Arbeitsmarkt sehr robust”

Erfreulich ist, dass vor allem die durch die Pandemie besonders betroffenen Branchen wie der Einzelhandel und das Gastgewerbe sich in den vergangenen Monaten erholt haben. „Trotz Corona haben wir ein sehr gutes Ergebnis erreicht. Der regionale Arbeitsmarkt ist sehr robust. Wir können feststellen, dass die staatlichen Unterstützungsinstrumente, insbesondere das Kurzarbeitergeld, gewirkt und den Arbeitsmarkt gesichert haben“, so Wegner. Die Arbeitslosenquote im November beträgt 7,6 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 8,5 Prozent.

Auch die Zahl derjenigen, die von Kurzarbeitergeld betroffen sind, ging zurück. Mit dem gewohnten Zeitverzug von fünf Monaten liegt aktuell die erste Hochrechnung für Juli vor, wo die Kurzarbeiter-Quote bei 1,1 Prozent lag, dem vorläufig niedrigsten Wert seit Beginn der Pandemie. In diesem Monat waren noch 897 Beschäftigte in 253 Betrieben von Kurzarbeit zumindest teilweise betroffen. „Wir können aus Erfahrung sagen, dass diese Zahlen auch bis Oktober weiter rückläufig waren“, so Wegner. Doch im November hätte es dann wieder eine leichte Zunahme bei Betrieben gegeben, die Kurzarbeit angezeigt hätten.

Viele offene Stellen

Und so schaut der Leiter der Arbeitsagentur auch zwiegespalten auf die derzeitigen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. „Das sind alles sehr positive Zahlen. Die Corona-Delle haben die November-Zahlen überwunden. Wir haben auch einen hohen Bestand an offenen Stellen, das heißt, der Arbeitsmarkt fragt nach“, so Wegner. Doch gleichzeitig bereiten die weiter ansteigenden Infektionszahlen und die zusätzlichen Maßnahmen, die möglicherweise getroffen werden müssen, Sorgen. Welche Auswirkungen das auf den Arbeitsmarkt hat, bleibt aber vorerst abzuwarten, sagte Wegner.

Verlängerungen in Sicht

Dennoch sieht er den Arbeitsmarkt gut aufgestellt. „Die Instrumente, die wir zur Unterstützung haben, insbesondere das Kurzarbeitergeld, haben in den vergangenen Monaten gewirkt und viel Arbeitslosigkeit verhindern können. Und sie haben den Betrieben auch in schwierigen Zeiten die Fachkräfte erhalten können“, machte Wegner deutlich. „Und diese Kurzarbeitergeld-Regelungen sind in den wesentlichen Punkten verlängert worden oder auf dem Weg der Verlängerung.“

So wurde in der vergangenen Woche die Bezugsdauer sowie die Verlängerung der erleichterten Zugangsvoraussetzungen für Kurzarbeitergeld beschlossen. Damit haben Unternehmen die Möglichkeit, die maximale Bezugsdauer von bis zu 24 Monaten bis zum 31. März 2022 in Anspruch zu nehmen. Die bisherige vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge wird allerdings ab Januar 2022 auf 50 Prozent reduziert. Weitere 50 Prozent werden Arbeitgebern erstattet, deren Beschäftigte während der Kurzarbeit an einer durch die Arbeitsagentur geförderten beruflichen Weiterbildung teilnehmen.

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