Die Ameos-Klinika in Ueckermünde und Anklam haben auch mit den hohen Energiepreisen zu kämpfen.
Die Ameos-Klinika in Ueckermünde und Anklam haben auch mit den hohen Energiepreisen zu kämpfen. Eckhard Kruse
Energiepreise

Ameos-Kliniken unterstützen Appell an Gesundheitsminister

Die Krankenhäuser in Ueckermünde und Anklam sind auch zum verstärkten Energieeinsparen aufgefordert. Doch was ist dabei geplant? Und ist auch der Klinikalltag davon betroffen?
Ueckermünde

In öffentlichen Büros sollen die Temperaturen in der Heizperiode auf 19 Grad Celsius abgesenkt werden, um den bundesweiten Verordnungen zur Sicherung der Energieversorgung nachzukommen und um weniger Erdgas zu verbrauchen. So hat es das Bundeskabinett beschlossen. Davon sind Krankenhäuser grundsätzlich ausgenommen, teilte Stephan Freitag, Regionalgeschäftsführer von Ameos Nord mit. Der Betrieb auf den Krankenstationen wird damit nicht beeinträchtigt.

Dennoch seien auch Krankenhäuser und damit auch die Ameos-Klinika in Ueckermünde und Anklam dazu angehalten, ebenfalls Anstrengungen zur kurzfristigen Energiereduzierung zu unternehmen. Das aber nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten und eben unter Wahrung der Versorgungssicherheit. „Dort, wo Gas- und Stromeinsparungen möglich sind, ohne den Klinikalltag, unsere Patientinnen und Patienten oder unsere Mitarbeiter zu belasten, werden wir versuchen, diese im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben durchzuführen“, so der Geschäftsführer.

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Krankenhäuser müssen Heizungen optimieren

Die Verordnungen des Bundeskabinetts enthalten laut Freitag aber auch mittelfristige Maßnahmen, die dann wiederum auch von den Krankenhäusern und auch von Ameos umzusetzen sind. Das seien Maßnahmen, die auf Einsparungen in den kommenden zwei Jahren abzielen. Krankenhäuser seien danach verpflichtet, ihre Heizungen zu optimieren und Vorhaben zur Verbesserung der Energieeffizienz umzusetzen, die bei vorherigen Untersuchungen erkannt und auch wirtschaftlich durchführbar sind.

Der Geschäftsführer betonte aber auch, dass die Ameos-Klinika in Ueckermünde und Anklam wie viele Krankenhäuser im ganzen Land schon jetzt von den hohen Energiekosten betroffen sind. Die Belastungen seien hoch. Er verwies auf die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), die schon informiert hatte, dass viele Krankenhäuser durch die derzeitige Lage bundesweit existenziell bedroht sind.

Inflationsausgleich gefordert

Vorgesehen sei für das Jahr 2022 nur eine Steigerung der Einnahmen für die deutschen Kliniken von 2,32 Prozent. Die Inflation liege aber schon bei knapp acht Prozent und werde noch auf zehn Prozent steigen, so habe die DKG errechnet. Ursachen dafür wären vor allem die Kostensteigerungen für Gas und Strom.

Deswegen sei die Politik aufgefordert, schnell zu handeln. „Ohne ein zeitnahes Eingreifen der Politik könnten die ungebremsten Folgen der aktuellen Entwicklungen bereits in diesem Herbst für unsere Klinika und Pflegeeinrichtungen deutlich spürbar sein“, sagte der Regionalgeschäftsführer weiter. Deshalb unterstützten die Ameos- Klinika in Vorpommern den Appell der Deutschen Krankenhausgesellschaft an den Bundesgesundheitsminister. Man fordere einen dringend notwendigen Inflationsausgleich und langfristig vernünftige Struktur- und Finanzierungsreformen.

Die Verordnung zu den mittelfristigen Maßnahmen zur Energiesicherheit wird heute im Bundesrat verhandelt und soll am 1. Oktober in Kraft treten.

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