Die Greifswalder Tierretter haben diese drei Altdeutschen Hütehunde an der B 199 eingefangen. Jetzt wartet das unzertrenn
Die Greifswalder Tierretter haben diese drei Altdeutschen Hütehunde an der B 199 eingefangen. Jetzt wartet das unzertrennliche Trio im Berndshofer Tierheim auf neue Besitzer. ZVG/Tierheim
An Bundesstraße eingefangen

Diese seltenen Hunde gibt’s nur im Dreierpack

An der Bundesstraße 199 hat die Tierrettung Greifswald Altdeutsche Hütehunde eingefangen. Die drei Tiere sind unzertrennlich. Sie warten im Ueckermünder Tierheim auf einen neuen Besitzer.
Ueckermünde

Da ist dem Berndshofer Tierheim etwas Seltenes übergeben worden. Altdeutsche Hütehunde, genauer noch: Mittel- oder auch Ostdeutsche Schwarze. Wenn der Besitzer oder die Besitzerin bekannt wäre, könnte Tierheimchefin Sabine Schultz dazu genauer Auskunft geben. Doch nur eines ist sicher: Diese drei Tiere sind unzertrennlich, also vermutlich Geschwister oder Elterntier und Kinder.

Gefunden worden sind sie im Anklamer Bereich, sagt die Tierheimleiterin. Wobei gefunden der falsche Ausdruck wäre. Denn das Trio ist eingefangen worden, nachdem es schon einige Tage an und sogar auf dieser Straße unterwegs gewesen sein muss. Das jedenfalls haben Leute berichtet, die diese schwarzen Tiere beobachtet haben. Beim Einfangen war die Tierrettung Greifswald federführend. „Das war gar nicht so einfach. Die Tiere irrten in dem Gebiet an der B 199 umher und ließen sich nicht so einfach heranlocken“, sagt Klaus Kraft, Chef der Tierrettung. Mehrere Stunden haben er und sein Team gebraucht, bis die Aktion dann doch gelingen konnte.

Auf Futter mit Schlafmittel zurückgegriffen

Dabei haben die Tierretter auf ihre Erfahrungen mit scheuen, verängstigten Hunden und auch auf Futter mit Schlafmittel zurückgegriffen. Erfolgreich, und dann ist das Trio schließlich im Berndshofer Tierheim gelandet. Dort erfolgte dann erst einmal die Bestandsaufnahme. Unter anderem wurde festgestellt, dass die drei Tiere nach offenbar längerer Zeit des Umherirrens ausgehungert waren, scheu sowieso und zudem zwei Hunde kleinere Blessuren im Gesicht hatten. Ansonsten sind sie sauber, benehmen sich im Zwinger manierlich und verrichten ihre Geschäfte außerhalb ihrer Unterkunft. Eines ist Tierheimchefin Schultz noch aufgefallen: Trotz ihrer Misere sind die drei beim Futter wählerisch: Nassfutter, gemischt mit Trockenfutter, muss es schon sein.

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Werden sie getrennt, machen sie Rabatz

Offensichtlich fühlen sich die Hunde dort wohl. Aber nur, wenn sie nicht getrennt werden – sie müssen zusammen bleiben, sagt Sabine Schultz. Ansonsten wird es laut: In einem Zwinger zwei und in dem Zwinger daneben einen Hund unterbringen? „Das geht gar nicht, dann heulen sie und jammern und fressen nicht.“ Also müssen alle drei in eine Unterkunft. „Das geht dann, und mittlerweile haben sich die Hunde auch beruhigt“, sagt die Tierheimchefin. Dennoch traut sich bislang nur der tapferste Vierbeiner etwas näher. Aber das sind immer noch vier Meter Entfernung, sagt Sabine Schultz. Immerhin sind die drei schon in das große Rudel des Tierheims aufgenommen worden. Und damit alles seine Ordnung hat, hat Sabine Schultz den Neuen auch Namen gegeben: Speedy, Mischka und Curly.

In der kommenden Woche sollen die Wohnverhältnisse für diese Altdeutschen Hütehunde, die übrigens sehr selten sind und deshalb besonderen Schutz brauchen, mit mehr Platz verbessert werden.

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