Die neue Fährverbindung zwischen Kamp und Karnin hat im vergangenen Sommer den Betrieb aufgenommen.
Die neue Fährverbindung zwischen Kamp und Karnin hat im vergangenen Sommer den Betrieb aufgenommen. Matthias Diekhoff
Solarfähre

Kritik an neuer Fährverbindung zwischen Festland und der Insel Usedom

Der Fahrpreis für die Fährverbindung zwischen Kamp und Karnin sei zu hoch, die Taktfrequenz zu niedrig, findet ein Hamburger und äußert eigene Ideen. Die laufen jedoch offensichtlich ins Leere.
Kamp

Seine Enttäuschung über die neue Fährverbindung zwischen Kamp und Karnin hat nun ein Hamburger namens Andreas Morgenroth zum Ausdruck gebracht. In einer E-Mail an die Schweriner Staatskanzlei beschwert er sich vor allem über die Fahrpreise, die trotz Unterstützung des Projektes aus dem Vorpommern-Fonds und vom Wirtschaftsministerium des Landes nochmals erhöht worden seien, obwohl sie bereits vor Einstellung der alten Fährverbindung „astronomisch” gewesen seien. Damals kostete eine Hinfahrt für einen Erwachsenen mit Fahrrad inklusive kostenloser Rückfahrt am gleichen Tag 9,50 Euro. Jetzt sind es 11,50 Euro.

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„Was macht der Fährmann in den langen Pausen?”

Diese Tarife berechtigten zwar zur kostenfreien Rückfahrt, nützten mit dem Rad reisenden Urlaubern jedoch nichts, da diese bei diesen Preisen vermutlich die Fähre weiträumig umfahren würden. „Ein attraktives Angebot des ÖPNV sähe anders aus!”, findet Andreas Morgenroth. Zudem fragt der Hamburger, was eigentlich der Fährmann in den langen Pausen zwischen den Fahrten mache. Die dauerten seiner Ansicht nach bei einer Geschwindigkeit von sieben Knoten (13 Kilometer pro Stunde) und zwei Kilometer Distanz doch nur zehn Minuten. Er wünsche sich eine höhere Taktfrequenz und einen Fahrpreis, der nicht höher als 1,50 Euro zuzüglich einem Euro für das Rad liegen sollte, wobei der „potenzielle Schüler- und Pendlerverkehr” besondere Berücksichtigung finden sollte.

Hafenverein antwortet ausführlich

Das Schreiben, das auch an den Nordkurier, die Reederei Peters und den Hafenverein Kamp ging, ist gespickt mit Verweisen auf entsprechende Seiten im Internet. Hinweise auf die Ortskenntnis des Absenders lassen sich darin jedoch nicht erkennen. Und so ist das Antwortschreiben von René Wentkowski vom Vorstand des Kamper Hafenvereins etwas ausführlicher ausgefallen.

Da der Hafenverein nicht Betreiber der Fähre ist, könne er zwar keine Aussagen zur Kalkulation des Fährpreises machen, erklärt Wentkowski. Allerdings schlägt er dem Hamburger vor, sich selbst auszurechnen, wie hoch das Gehalt des Schiffsführers – abzüglich der Unterhaltungskosten für die Fähre – wäre, wenn der Fahrpreis 1,50 Euro betragen würde und ob er, also Andreas Morgenroth, dann dafür arbeiten würde. Zumal sich die Saison auch nur auf einige Monate im Jahr beschränke.

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Verein wünscht sich bei Kritik etwas mehr Sachverstand

Weiter führt er aus, dass es sicherlich ein interessantes Konzept wäre, den Schüler- und Pendlerverkehr stärker zu berücksichtigen – wenn es denn welchen gäbe. Die nächste Schule auf dem Festland befände sich in Anklam, und ein öffentlicher Nahverkehr zwischen Kamp und Anklam existiere nicht. Ähnlich verhalte es ich mit den Berufspendlern, wird gegenüber dem Hamburger Aufklärung betrieben.

Dies auch bezüglich der Bemerkungen zur Taktfrequenz der Fähre. Da die Fähre ja auch wieder zurück müsse, stünden beim aktuellen Stundentakt je Überfahrt 30 Minuten zur Verfügung. Dabei müssten neben der reinen Fahrzeit auch die An- und Ablegemanöver berücksichtigt werden. Zudem „möchten die Passagiere auch Ein- und Aussteigen und nicht im Vorbeifahren von Bord geworfen werden”, gibt der Mann vom Hafenverein zu bedenken, verbunden mit der Hoffnung, mit den Informationen „etwas mehr Sachverstand zur Beurteilung der Situation gegeben zu haben”.

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