140 MILLIONEN EURO

Brücken-Neubau auf die Insel Usedom rückt näher

Die neue Ortsumgehung soll unter anderem für weniger Staus vor und weniger Verkehr in Wolgast sorgen, gerade für Usedom-Fahrer. Aber es gibt auch Kritik.
Die neue Wolgaster Ortsumgehung soll 6,3 Kilometer lang werden, die neue Brücke vom Festland auf die Insel Usedom allein
Die neue Wolgaster Ortsumgehung soll 6,3 Kilometer lang werden, die neue Brücke vom Festland auf die Insel Usedom allein rund 1,5 Kilometer. Bild/Simulation: Deges
Die neue Brücke über den Peenestrom bei Wolgast soll bis zu 70 Meter hoch werden. Die Gesamtkosten von Ortsumgebung
Die neue Brücke über den Peenestrom bei Wolgast soll bis zu 70 Meter hoch werden. Die Gesamtkosten von Ortsumgebung und Brücke sollen bei 140 Millionen liegen. Bild/Simulation: Deges
Wolgast ·

Die Staus vor Wolgast, die unter normalen Umständen inzwischen nicht mehr nur zur Sommer- und Urlaubszeit auftreten, könnten in einigen Jahren der Vergangenheit angehören. Zumindest hat das Verfahren zum Bau der Wolgaster Ortsumgehung in den vergangenen Wochen einige wichtige Hürden genommen.

Die neue Ortsumgehung soll insgesamt 6,3 Kilometer lang sein und südlich der Stadt Wolgast verlaufen. Der wohl imposanteste Teil der Strecke wird die neue Brücke über den Peenestrom sein. Sie soll rund 1,5 Kilometer lang sein und mit ihren höchsten Bestandteilen, den Pylonen, 70 Meter hoch werden. Mit der Fertigstellung wird im Jahr 2026 gerechnet. Baubeginn soll bereits in diesem Herbst sein, falls bis Ende April keine Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss erhoben werden. Die Baukosten werden insgesamt mit rund 140 Millionen Euro angegeben.

Ausgleichsmaßnahmen für Schäden an der Natur

Im Januar wurde der Planfeststellungsbeschluss erlassen, in dem die konkreten Einzelheiten des Vorhabens festgelegt sind. Anschließend wurde das gut 500 Seiten starke Dokument bis Ende Februar zur Einsicht in verschiedenen Ämtern der Region ausgelegt. Unter anderem auch im Amt Anklam Land, da der Bau der Ortsumgehung indirekt auch die Gemeinde Spantekow betrifft.

Als sogenannte Ausgleichsmaßnahme für Schäden an der Natur soll unter anderem eine Fläche bei Rebelow von Ackerland in extensiv zu nutzendes Grünland umgewandelt werden. Zudem sollen dort ein Halbtrockenrasen und eine Hecke angelegt werden.

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Bessere Auto-Verbindung von der A20 nach Usedom

Wesentliches Ziel der Ortsumgehung sei die Verbesserung der Verbindung zwischen der A 20 und den touristischen Zielen insbesondere auf der Insel Usedom sowie dem Hafen- und Industriestandort Wolgast, heißt es von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES). Weitere bedeutende Ziele des Projekts sind zum einen die Verkehrsentlastung der Ortsdurchfahrt und die damit verbundene Lärm- und Schadstoffminderung. Auch die Verkehrssicherheit soll sich durch die Trennung der Verkehrsarten in Wolgast erhöhen.

In der Vergangenheit hatte es aber auch immer wieder Kritik an dem Vorhaben gegeben. Mit der Ortsumgehung würde die Insel noch mehr für den Autoverkehr geöffnet und der Stau lediglich verlagert. Nicht zu vergessen auch die Zunahme des Verkehrs auf der Insel durch die Fertigstellung des Swinetunnels im kommenden Jahr. Nach Angaben des Schweriner Verkehrsministeriums sei daher auch vorgesehen, mehrere Verkehrsknotenpunkte auszubauen. So sollen auf der Insel mehrere neue Kreisverkehre entstehen, die zum Teil mit Fußgängerunterführungen ausgestattet würden.

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Kommentare (3)

Dieser Brückenneubau Wolgast/Insel Usedom ist eine Schande für die Stadt und der Insel Usedom. Das Design der Brücke ist ja ok, aber die Verkehrsführung bzw. der Verlauf der Umgehung ist eine Katastrophe und unlogisch. Es wäre sinnvoller gewesen, die Umgehung im Norden weiterzuführen,da ja schon eine Umgehung vorhanden ist und eine Anbindung vom Gewerbegebiet zur Werft zu schaffen, desweiteren wäre die Spannweite der Brücke über den Peenestrom nicht so lang gewesen und die Anbindungen an die Stadt kann man wie die Anbindung von Anklam zur Insel Usedom lösen. Also wer das Entworfen und genehmigt hat, hat seinen Beruf verfehlt.

Ein Anwohner der Stadt Wolgast

Die Umgehung am Tannenkamp vorbeizuführen wäre auch für das Gewerbegebiet, das dort angesiedelt ist, sinnvoll, da das meiste Gelände brach liegt. Somit wird es auch kaum Interessenten dafür geben um das Gelände attraktiver zu machen.

Ein Anwohner der Stadt Wolgast

Wolgast wird sicherlich entlastet werden. Der alljährliche Verkehrsinfarkt der schönen Insel wird durch die Brücke, sowie den Tunnel nur noch schlimmer werden. Usedom verkraftet nicht unendlich viele Touristen. Wenn ihr noch mehr Hotels, Erdbeerhöfe etc baut gibt es das idyllische Eiland in Vorpommern nicht mehr. Es wird dann eine Art Vergnügungspark mit Riesenparkplatz sein. Macht dieses authentische Stück Vorpommern nicht kaputt.