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Diese Corona-Regeln gelten aktuell in Polen

Ob als Tourist oder nur um Zigaretten und Benzin zu holen: Die offiziellen Corona-Reiseregeln für Polen bleiben weiter strikt. Doch wie sieht das reale Leben vor Ort aus?
Im Freien gilt auch in Polen keine Maskenpflicht. Wer in Geschäften und Lokalen einen Mund-Nasen-Schutz trägt, entpu
Im Freien gilt auch in Polen keine Maskenpflicht. Wer in Geschäften und Lokalen einen Mund-Nasen-Schutz trägt, entpuppt sich oft als Besucher aus Deutschland. Max Lill/Kyna Studio
Swinemünde ·

Die offiziellen Corona-Inzidenzen in Polen sind seit Monaten niedrig und liegen – trotz niedrigerer Impfquote – deutlich unter den Werten für Deutschland. Doch die Regeln bleiben strikt. Vor wenigen Tagen hat die polnische Regierung die geltende Verordnung erneut verlängert. Das betrifft besonders Einreisende – und damit auch viele Menschen in der Grenzregion, die für einen Tagesausflug oder zum Einkaufen über die Grenze wollen. Wer die Regeln nicht beachtet, der muss offiziell mit hohen Bußgeldern rechnen. Doch wie sieht das in der Praxis aus? In den sozialen Netzwerken berichten viele Reisende, dass die strengen Hygiene-Regeln in Geschäften und im öffentlichen Raum kaum angewandt und kontrolliert werden.

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Es herrscht noch Quarantänepflicht!

Bei der Einreise aus EU-Ländern besteht grundsätzlich eine Quarantänepflicht für zehn Tage. Diese gilt unabhängig vom genutzten Transportmittel – also ebenfalls für Fußgänger und Radfahrer. Man kann die Quarantäne bei der Einreise allerdings mit einem negativen PCR- oder Antigentest, welcher nicht älter als 48 Stunden ist, oder durch eine doppelte Impfung sowie als Genesener umgehen. Auch Berufskraftfahrer und Personen, welche aus geschäftlichen Gründen einreisen, sind von der ausgenommen. Personen, welche sich weniger als 24 Stunden in Polen aufhalten und über ein gültiges Flugticket verfügen, sind als Durchreisende ebenfalls von der Quarantänepflicht befreit.

Welche Hygiene-Regeln gelten im Alltag?

Die Hygienebestimmungen im öffentlichen Leben sind denen in Deutschland sehr ähnlich. Es gilt eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen, wobei Kinder unter fünf Jahren davon ausgenommen sind. Selbst gebastelte Masken, Schals und Tücher sind nicht zulässig. Geschäfte, Banken und Tankstellen, dürfen allerdings nur mit Handschuhen betreten werden, welche von den Geschäften bereitgestellt werden müssen. So sehen es jedenfalls die offiziellen Regelungen vor.

Hält man sich in Polen denn an die Regeln?

Der Praxistest des Nordkurier auf der polnischen Seite der Insel Usedom geht locker los. Schon bei der Frage nach dem Test- und Impf-Status an der Grenze: Eine Kontrolle bei der Einreise findet gar nicht statt. Und auch in der Stadt Swinemünde selbst geht man an vielen Stellen mit den Corona-Regeln eher locker um.

Der Abstecher in diverse Restaurants zeigt: Hier trägt man eher gar keine Maske. Auch die Bedienungen sieht man in den meisten Fällen ohne den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz. Wer genau hinsieht und -hört, dem fällt sogar auf: Diejenigen, die Maske tragen, scheinen vor allem deutsche Touristen zu sein. Ebenso fällt auf, dass umso größer das Geschäft oder das Restaurant ist, desto eher wird auf die offiziellen Bestimmungen geachtet. Das Tragen der Handschuhe, oder alleine das Bereitstellen dieser, war allerdings nirgends zu sehen.

Es variiert also. Während man in einem Laden gebeten wird, die Maske anzuziehen, erntet man im nächsten Geschäft eher schiefe Blicke, wenn man eben diese trägt. Als Daumenregel funktioniert allerdings: Wer die deutschen Corona-Regeln befolgt, ist auch in Polen auf der sicheren Seite. Außerdem werden im Nachbarland selbst bei kleinen Verstößen gegen die Hygiene-Regeln schnell bis zu 1000 Euro Bußgeld fällig, sollte doch kontrolliert werden. Ein weiterer Grund sich an die bestehenden Richtlinien zu halten.

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Kommentare (2)

auf jeder Ebene gegen Polen Front gemacht werden.
Billig, billiger, Freie Erde.

Wo kämen wir denn hin, wenn die Leute bei den hiesigen Regelungen einschließlich faktischer Zwangsimpfungen im Abo einfach die Angebote ein paar Kilometer östlich in Anspruch nähmen? Die selbsternannt "notleidende" Heuschrecken-Tourismuslobby auf Usedom & Co müsste gar auf einen Teil der Rekordgewinne verzichten. Also schnell hetzen.