Nach zwei Jahren Corona-Pause können wieder ein Schlittenhund-Rennen im Rahmen von Baltic Lights auf der Insel Usedom stattfinden. Doch Tierschützern passt das gar nicht.
Nach zwei Jahren Corona-Pause können wieder ein Schlittenhund-Rennen im Rahmen von Baltic Lights auf der Insel Usedom stattfinden. Doch Tierschützern passt das gar nicht. NK-Montage/Fotos: Peta/Experiarts Entertainment/Thomas Ix
Schnelle Hunde, mutige Promis und die einzigartige Schönheit der Insel Usedom – das macht seit Jahren die Baltic Li
Schnelle Hunde, mutige Promis und die einzigartige Schönheit der Insel Usedom – das macht seit Jahren die Baltic Lights aus. Experiarts Entertainment/Thomas Ix
Laut Peter Höffken, Fachreferent bei Peta, sei das Schlittenhunderennen Baltic Lights eine tierschutzwidrige Zumutung f&u
Laut Peter Höffken, Fachreferent bei Peta, sei das Schlittenhunderennen Baltic Lights eine tierschutzwidrige Zumutung für die Vierbeiner und muss abgeschafft werden. Peta Deutschland E.V.
Baltic Lights

Peta fordert Abschaffung von Husky-Schlittenrennen auf Insel Usedom

Nach zwei Jahren Corona-Pause finden auf der Insel Usedom wieder Hundeschlitten-Rennen im Rahmen von Baltic Lights statt. Doch Tierschützern passt das gar nicht.
Heringsdorf

Zwei Jahre lang musste das Schlittenhunderennen Baltic Lights auf der Insel Usedom aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Doch heute Abend soll es laut den Veranstaltern endlich wieder losgehen. Ab 19 Uhr beginnt am Heringsdorfer Strand das Eröffnungsprogramm. Wer nicht vor Ort sein kann, dem bleibt die Möglichkeit alle Aktionen und Rennen im Livestream zu verfolgen.

Neben vielen Prominenten sind an diesem Wochenende über 500 Huskys bei den Wettrennen zu erleben. Und genau das passt einigen Tierschützern so gar nicht. „Das Schlittenhunderennen Baltic Lights ist eine tierschutzwidrige Zumutung für die Vierbeiner und muss abgeschafft werden”, laut die deutliche Forderung von Peter Höffken, Fachreferent bei Deutschlands größter Tierrechtsorganisation Peta. „Die meisten Hunde werden in engen Transportboxen über mehrere Stunden zu der Veranstaltung gekarrt. Die Huskys sind bei den Rennen einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt und ziehen den Schlitten nicht freiwillig.”

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In dem öffentlichen Statement wird zudem der Vorwurf laut, dass das Training für solche Wettbewerbe oft von Gewalt und Zwang geprägt sei. „Auf Kommando sollen sie Höchstleistungen erbringen, für die ihre Körper nicht ausgelegt sind. Immer wieder werden sogenannte Schlittenhunde rücksichtlos behandelt und nicht ausreichend medizinisch versorgt – was mit ihnen geschieht, wenn sie die geforderte Leistung nicht erbringen, ist häufig unklar”, so Höffken weiter. „Wir appellieren daher auch an alle Menschen, die bereits Tickets gekauft haben, die Veranstaltung zu meiden und damit ein klares Statement gegen Tierquälerei zu setzen.“

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Auf der Seite des Baltic-Lights-Veranstalters wird der Vorwurf der Tierquälerei auf das Heftigste betritten. Dort heißt es: „Bei unseren Rennen dürfen ausschließlich reinrassige Schlittenhunde teilnehmen. Diese Hunde sind körperlich perfekt für diese Rennen geeignet und lieben den Sport und die körperlichen Herausforderungen vor den Schlitten. Wir versichern, dass es unseren Hunden sehr gut geht und kein Tier gequält wird. Unsere Hunde-Experten aus der Rennleitung achten während des gesamten Events strengstens auf den artgerechten Umgang mit den Tieren, denn der Schutz der Tiere steht für uns an erster Stelle.”

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Und auch der Deutsche Tierschutzbund hat nicht grundlegend etwas gegen Schlittenhundesport. „Sofern das Wohl der Hunde im Vordergrund steht und diese Sportart vorrangig aus Spaß am Umgang mit den Hunden betrieben wird, ist grundsätzlich nichts an Schlittenhunderennen auszusetzen”, heißt es auf der Homepage des Vereins, wo aber auch kritisch ergänzt wird: „Sobald aber der menschliche Ehrgeiz überwiegt, können tierschutzrelevante Probleme im Schlittenhundesport auftreten.”

Baltic Lights findet vom 4. bis 6. März statt. Bei dem Benefizrennen wird Geld für die Welthungerhilfe gesammelt.

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Kommentare (1)

Dass Hunde nicht freiwillig laufen können oder wollen, zeigt die Unkenntnis bei PETA über Natur und Tieren. Bei Hunderennen gibt der Schlittenführer nur die Richtung vor. Man könnte auch argumentieren, Kinder sollten keinen Schulsport mehr machen, weil sie keine Lust zur Bewegung haben und es somit unfreillig tun müssten.