VERBINDUNG NACH USEDOM

Zecheriner Brücke muss wohl für 3 Tage gesperrt werden

Wann und wie soll die Zecheriner Brücke zwischen dem Festland und Usedom gesperrt werden? Diese Frage sorgte im Kreis-Tourismussausschuss für Streit.
Philipp Schulz Philipp Schulz
Vermutlich drei Tage muss die Zecheriner Brücke gesperrt werden – nur wann steht noch nicht fest.
Vermutlich drei Tage muss die Zecheriner Brücke gesperrt werden – nur wann steht noch nicht fest. NK-Archiv
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Zecherin.

Die stark frequentierte Brücke in Zecherin, die den südlichen Teil Usedoms mit dem vorpommerschen Festland verbindet, soll noch in diesem Jahr repariert werden und sorgt bereits jetzt für erzürnte Gemüter unter den politischen Entscheidern des Kreises – auch wenn diese für die Baumaßnahmen gar nicht zuständig sind.

Bei den Reparaturarbeiten sollen unter anderem die Hubtöpfe der Brücke, jeder mehrere Tonnen schwer, ausgewechselt werden. Für dieses Unterfangen muss ein großer Kran auf der Brücke platziert werden, eine Vollsperrung ist die Konsequenz. Nur wann genau es so weit sein soll, steht noch nicht fest.

Umweg von einer Stunde

Geht es nach den Bauherren im zuständigen Straßenbauamt Neustrelitz auf jeden Fall zu einer verkehrsberuhigten Zeit. Das würde Frühjahr oder Herbst 2019 bedeuten, wenn die touristischen Stoßzeiten beendet sind. Aktuell wird jedoch noch auf die Rückmeldungen der Träger öffentlicher Belange gewartet, die Hinweise zu dem Bau geben können. Nach dem 31. Januar wird dann ein fester Plan zu den Bauarbeiten erstellt, teilt Jens Krage, der Leiter des Straßenbauamtes mit. Er gehe aber davon aus, dass eine maximale Sperrzeit von drei Tagen ausreicht.

Trotzdem: Ist die Brücke erst mal gesperrt, bedeutet das für Autofahrer, die beispielsweise von Anklam nach Usedom Stadt wollen, einen Umweg von gut einer Stunde. Damit aber noch nicht genug: Auch auf der B 110, die über die Zecheriner Brücke führt, sollen sowohl insel- also auch festlandseitig Baumaßnahmen durchgeführt werden, unter anderem zwei Otterquerungen. Bauherr hier ist die Stadt Usedom. Terminiert sind Baustellen für die Otterquerung, die ebenfalls eine Sperrung mit sich bringen, für den 16. und 24. März – jeweils für zwei Tage.

Kreistag debattiert im Februar

Hier sieht die Kreis-SPD nun Synergieeffekte und will eingreifen. In einer Beschlussvorlage, die der Fraktionsvorsitzende der SPD, Dr. Günther Jikeli, dem Tourismusausschuss vorlegte, heißt es: „(...) sind die notwendigen Reparaturen der Zecheriner Brücke mit den geplanten Sperrungen der B110 für den 16. und 24. März 2019 für den Einbau von Otterquerungen zu kombinieren“. Die Dringlichkeit, die Beschlussvorlage im Ausschuss zu debattieren, begründete der Politiker mit der zeitlichen Nähe des Unterfangens.

Der Ausschussvorsitzende Karl-Heinz Schröder (CDU) ließ ihn allerdings abblitzen. „Die Dringlichkeit konnte aus meiner Sicht nicht dargelegt werden, es ist Aufgabe der Verwaltung, die sich um diese Belange kümmert,“ kommentierte Schröder seine Entscheidung. Jikeli wirft Schröder nun vor, seinen Ausschuss aus der Politik auszuklinken: „Es ist ein schlechter Witz: Mit für die Bevölkerung und die Wirtschaft wirklich wichtigen Verkehrsangelegenheiten befasst sich der Verkehrsausschuss nicht mehr!“ Nun soll die Beschlussvorlage am 18. Februar im Kreistag behandelt werden.

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Kommentare (1)

Eines ist im Beitrag ganz richtig festgestellt: Die "politischen Entscheider" des Kreises VG sind für die wichtige Baumaßnahme an der Zecheriner Brücke gar nicht zuständig!!! Bevor man in Ausschüssen oder gar im Kreistag ueber anderer Leute Arbeit diskutiert, sollten sich die selbsternannten Fachleute vielleicht vorher schlau machen, lassen! Aber es gibt halt Leute die haben von Allem Ahnung, meinen sie. Wenn dann aus einer Diskussion sachdienliche Hinweise rauskommen, die in die Stellungnahme der Kreisverwaltung einfließen, haben die Volksvertreter sogar noch was sinnvolles vollbracht. Die notwendigen Baumaßnahmen auf Usedom sind sicher kein gutes Mittel für Parteiprofilierung der politischen Lager in Person Jikeli/Schröder.