ZUGVERKEHR NACH USEDOM

2,8 Millionen Euro für Brückenprojekt

Während einige die Gelegenheit nutzten, um auf die Karniner Brücke zu klettern, beschäftigen sich andere mit der Zukunft der Südanbindung der Insel Usedom per Eisenbahn.
Matthias Diekhoff Matthias Diekhoff
Kommt die Eisenbahnstrecke von Ducherow auf die Insel Usedom? Für Vorplanungen für die Trasse inklusive Brücke sind 2,8 Mil
Für Vorplanungen für die Eisenbahntrasse von Ducherow auf die Insel Usedom inklusive Brücke sind 2,8 Millionen Euro in den Entwurf für den Doppelhaushalt 2020/21 des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingestellt worden. Jens Büttner
Freunde und Förderer der Karniner Eisenbahnbrücke trafen sich am Sonnabend beim Brückenfest. Darunter DB-Regio Chef Joachim
Freunde und Förderer der Karniner Eisenbahnbrücke trafen sich am Sonnabend beim Brückenfest. Darunter DB-Regio Chef Joachim Trettin (Mitte), Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (3. v. li.) und Günther Jikeli von den Usedomer Eisenbahnfreunden. Matthias Diekhoff
Wird die Eisenbahnbrücke bei Karnin wieder aufgebaut? Die Brücke wurde zum Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört. Heute ste
Wird die Eisenbahnbrücke bei Karnin wieder aufgebaut? Die Brücke wurde zum Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört. Heute steht noch der Rest der Hubbrücke. NK-Archiv/V. Müller
Karnin.

So wie das Hubteil der Karniner Eisenbahnbrücke, als sie noch in Betrieb war, ging es auch mit dem Projekt der Wiederbelebung der Eisenbahnstrecke von Ducherow nach Swinemünde: Es ging auf und es ging ab. Im Moment sieht es wieder etwas besser aus. Die Nachricht, dass 2,8 Millionen Euro in den Entwurf für den Doppelhaushalt 2020/21 des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingestellt worden sind, um damit die Vorplanungen für die Trasse inklusive Brücke zu finanzieren, hat sich auch bei der Deutschen Bahn herumgesprochen. Und sie wird dort offenbar für gut befunden.

Deutsche Bahn unterstützt das Brückenbau-Projekt

DB-Regio-Chef Joachim Trettin erklärte am Sonnabend in einem Grußwort beim Karniner Brückenfest: „Wir als Bahn wollen das und wir unterstützen das.“ Nun sei es allerdings wichtig, die Vorplanungen so schnell wie möglich anzuschieben sowie Land, Bahn und Bund in ein Boot zu holen, um das Projekt dann auch finanzieren zu können, wenn es grünes Licht bekommen sollte. Zunächst allerdings muss der Landeshaushalt, in dem die 2,8 Millionen Euro auf zwei Jahre verteilt eingeplant sind, nach der Sommerpause vom Landtag noch beschlossen werden. Dann allerdings müsse „zügig“ eine Finanzierungsvereinbarung zwischen Land und Bahn her, um mit der Vorplanung beginnen zu können, mahnte Joachim Trettin an.

Usedomer Eisenbahnfreunde erinnern an historische Zerstörung

Günther Jikeli von den Usedomer Eisenbahnfreunden, die das Projekt trotz aller Höhen und Tiefen nie aus den Augen verloren haben, erklärte beim Brückenfest, dass es bei den Vorplanungen darum gehen soll, die Kosten eines Wiederaufbaus der Strecke inklusive neuer Brücke zu ermitteln, aber auch den Nutzen, den die Südanbindung der Insel Usedom per Eisenbahn bringen könnte. Und er machte darauf aufmerksam, dass die Verbindung ja nicht eingestellt wurde, weil sie sich nicht mehr gelohnt hätte. Sondern, weil die Brücke zum Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde.

Brücke soll Verkehrsprobleme auf Usedom vermindern

„Ein Wiederaufbau der Brücke würde Usedom viele Vorteile bringen“, zeigte sich Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) beim Brückenfest überzeugt. „Die Fahrzeiten von der Insel Usedom nach Berlin würden sich deutlich verkürzen. Das ist gut für den Tourismus und auch gut für die Menschen hier auf der Insel“, sagte er.

Außerdem wäre ein Wiederaufbau wichtig für die CO₂-Reduzierung und damit für den Schutz der Umwelt. „Und ich erhoffe mir von der Wiederbelebung der alten Bahnstrecke auch einen Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme auf Usedom. Gerade der Süden der Insel ist besonders belastet. Wir müssen mehr Güter und auch mehr Personenverkehr auf die Schiene umlenken.“

 

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