Ruhe vor dem Sturm?

▶ 3G-Pflicht – Bisher kaum Schlangen an Testzentren

Wer arbeiten will, muss seit Mittwoch nachweisen, dass er geimpft, genesen oder negativ getestet ist. An den Testzentren in Vorpommern und der Seenplatte blieb ein Ansturm aus - mit wenigen Ausnahmen.
Der Andrang am Testzelt in Pasewalk: überschaubar.
Der Andrang am Testzelt in Pasewalk: überschaubar. Susanne Böhm
Emmanuel Völker aus Pasewalk mit seinem negativen Testergebnis.
Emmanuel Völker aus Pasewalk mit seinem negativen Testergebnis. Susanne Böhm
Um einen Schnelltest zu erhalten, warteten die Leute im Testzentrum der Ratsapotheke sogar auf dem Hausflur.
Um einen Schnelltest zu erhalten, warteten die Leute im Testzentrum der Ratsapotheke sogar auf dem Hausflur. Nadine Schuldt
Lange Schlangen an den Testzentren am Haff, wie hier vor dem Hospiz in Eggesin oder vor dem Freizeitzentrum in Ueckermünd
Lange Schlangen an den Testzentren am Haff, wie hier vor dem Hospiz in Eggesin oder vor dem Freizeitzentrum in Ueckermünde, suchte man am Mittwochvormittag trotz der neuen 3G-Regelung am Arbeitsplatz vergeblich. Christian Johner
Um die zehn Personen stehen dauerhaft in der Warteschlange zum Testzentrum in der Warener Goehtestraße.
Um die zehn Personen stehen dauerhaft in der Warteschlange zum Testzentrum in der Warener Goehtestraße. Miriam Brümmer
Neubrandenburg

Seit Mittwoch gilt die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz. Heißt für die Menschen in der Seenplatte und Vorpommern: Wenn sie nicht gegen das Coronavirus geimpft oder davon genesen sind, müssen sie einen negativen Coronatest vorlegen, um ihren Arbeitsplatz betreten zu dürfen. Doch offenbar hat diese Regel nur vereinzelt zu einem Ansturm auf die Testzentren gesorgt. Anklam, Ueckermünde, Malchow – vielerorts berichteten Mitarbeiter von einem ruhigen Morgen.

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"Mal sehen, wie lange ich das durchhalte"

Emmanuel Völker aus Pasewalk hielt am Mittwochvormittag vor der Storch-Apotheke nach 30-minütiger Prozedur mit Anstehen und Warten auf das Testergebnis seinen Negativ-Test in der Hand. Der 39-Jährige muss sich jetzt täglich testen lassen, bevor er seine Schicht bei einem Transportunternehmen antritt. Er lässt sich nicht impfen, weil er sich nicht erpressen lassen will, wie er sagt. „Mal sehen, wie lange ich das durchhalte.“ Die 3G-Regel an allen Arbeitsplätzen findet er unfair. Bei seiner Arbeit könne er den Kollegen sehr gut aus dem Weg gehen. Ansteckungsgefahr sehe er an seinem Arbeitsplatz nicht.

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Apotheker Lukasz Hajduk war am Mittwoch zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf im Testzelt vor seinem Haus, wenngleich er alles als stressig empfindet. „Immer mehr Leute kommen, immer mehr. Ich hatte noch keine Zeit zu zählen, wie viele es heute waren.“

Virtueller Ansturm

Einige wenige Ausnahmen gab es dann aber doch, teils virtuell, teils real. In Demmin werden Termine zum Testen vergeben, sodass das Testcenter besser koordinieren kann. Aber: Der virtuelle Ansturm ist auch dort spürbar. Diese Woche gibt es zum Beispiel keine freien Termine mehr.

Im Schnelltestzentrum der Ratsapotheke auf dem Markt in Teterow warteten die Leute auf dem Treppengang, bis sie für einen Abstrich an der Reihe waren. Laut Claudia Morten, Assistentin der Geschäftsführung, haben sie vor allem in den Abendstunden, also 17 bis 18.30 Uhr, das Vier- bis Fünffache an Test-Aufkommen im Vergleich zu der Zeit vor der 3G-Regelung. Dann seien beim Testen mitunter drei Mitarbeiter tätig.

Das Testzentrum bei der DLRG in Neustrelitz hat am Mittwoch wiederum zwar Ruhetag. Aber über Mittag wird trotzdem geöffnet, um zu testen. Alle Termine sind bereits ausgebucht.

Viele kommen ohne Anmeldung

Im Warener Testzentrum in der Goethestraße reißen die Warteschlangen der Testwilligen bisher nicht ab. Viele Menschen kommen ohne vorherige Anmeldung. Dadurch erhöht sich der Arbeitsaufwand beim Testpersonal erheblich und die Wartezeit verlängert sich. Nach Aussage einer Mitarbeiterin ist der Ansturm „extrem hoch“. Viele zu Testende wollen sich eine Boosterimpfung holen und im Vorfeld eine Infektion ausschließen. Es kämen auch Menschen, die einen positiven Fall in der Familie hätten, sich selbst negativ getestet hätten und das vom Testzentrum absichern lassen wollen. „Wenn wir einen positiv getesteten herausgefiltert haben, haben die gleich noch ihre Angehörigen geschickt“, hieß es vom Warener Testzentrum. Am vorletzten Wochenende wurden sechs Fälle ermittelt und am Montag sind zwei weitere entdeckt worden.  

Olaf Gaulke hat seine Aktivitäten als DJ vorerst auch wieder zurückgefahren und testet wieder täglich von 7 bis 8 Uhr auf dem Gelände der Dekra vor dem Autohaus Schlingmann auf das Virus. In einer Stunde schafft er 37 Personen, von denen jede überdas Anmelde-Portal Covisa registriert ist. „Das schafft man sonst in einer Stunde nicht.“ So könnten 200 bis 300 Leute täglich überprüft werden. Wenn dort jeder registriert wäre, der sich testen lassen will, sei die Sache sehr viel unkomplizierter. Zum Anmelden den QR-Code und Ausweis vorzeigen, testen lassen, unterschreiben, gehen. Olaf Gaulke habe seit Wiederaufnahme der Testungen vor einigen Tagen noch keinen positiven Fall gehabt. 

Eine Auflistung aller Corona-Teststationen in Neubrandenburg und der Seenplatte finden sich unter:
Hier sind in MV kostenlose Corona-Schnelltests möglich

Dieser Text wurde mehrfach aktualisiert.

 

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