Kreistag packt Rettungszeiten an

:

Abstimmung für zusätzliche Rettungswache nördlich von Anklam

Einstimmig beschloss der Kreistag am Montag die Notwendigkeit einer zusätzlichen Rettungswache nördlich von Anklam. 
Einstimmig beschloss der Kreistag am Montag die Notwendigkeit einer zusätzlichen Rettungswache nördlich von Anklam.
Philipp Schulz

Der Kreistag hat auf der Sitzung am Montag entschieden, dass die Rettungszeiten im Lassaner Winkel nicht weiter hinnehmbar sind.

Einstimmig hat der Kreistag am Montag für eine zusätzliche Rettungswache nördlich für Anklam gestimmt. Nur, dass diese kommt, ist damit noch nicht beschlossen. Wie der Sozialdezernent des Kreises, Dirk Scheer, während der Debatte feststellte, müssen zunächst intensive Verhandlungen mit den zuständigen Krankenkassen geführt werden. Zurzeit erarbeitet das Land ein Gutachten, das die Notwendigkeit neuer Rettungswachen prüfen soll. „Die Krankenkassen bezahlen vollständig für die Rettung“, erklärte Scheer dem Kreistag. Komme das Gutachten des Landes jedoch zu dem Ergebnis, dass es keinen Bedarf für zusätzliche Rettungswachen gibt, bleibe der Kreis auf den Kosten sitzen.

Trotz dieser offenen Fragen sind sich Politik und Verwaltung einig, dass etwas geschehen muss. „Diese Rettungszeiten sind nicht hinnehmbar. Wir müssen jetzt handeln und ich freue mich, dass die Verwaltung und die Politik an einem Strang ziehen,“ erklärte Dr. Günther Jikeli (SPD), der den Antrag vorstellte.

Einsatzzeiten von Rettungshubschrauber verlängern

Während entschieden wird, wie die Bodenrettung im Lassaner Land künftig ablaufen soll, wurde die Landrätin noch mit weiteren Verhandlungen beauftragt. „Wir haben in Greifswald einen modernen Rettungshubschrauber ‚Christoph 47‘. Dieser könnte theoretisch 24 Stunden am Tag fliegen. Praktisch tut er das aber nur von 7 Uhr bis Sonnenuntergang“, so Jikeli empört.

Die Luftrettung liegt in der Hand des Landes. Auch Jeannette von Busse (CDU), die für den Eigenbetrieb Rettungsdienst sprach, unterstützte den SPD-Kollegen. „Der Helikopter würde die Rettung im ländlichen Raum deutlich verbessern. Wenn schon nicht die ganze Nacht, dann wenigstens bis in die späten Abendstunden hinein“, sagte von Busse. „Der Helikopter verfügt über die nötige Nachtsichttechnik, wir sollten das auch nutzen“, erklärte sie. Darüber soll die Landrätin nun mit den zuständigen Gremien verhandeln, laut Antrag zeitnah.