Kunstaktion in Steinmocker

Adventsaktion beweist die große Liebe zu kleinen Dorfkirchen

Bei der gut besuchten Andacht unter freiem Himmel gab es ein Grußwort von Bischof Tilman Jeremias. Zudem brachten Sänger die schwedische Lucia-Tradion nach Vorpommern.
Bischof Tilman Jeremias (rechts) und Pastor Helge Jörgensen (links) zeigten sich erfreut über die Aktion, zu der auc
Bischof Tilman Jeremias (rechts) und Pastor Helge Jörgensen (links) zeigten sich erfreut über die Aktion, zu der auch die Opernale-Sänger ihren Beitrag leisteten. So erfreuten Albrecht Bär, Hannah Henningsohn, Lisa Henningsohn und Jonathan Henningsohn die Besucher mit traditionellen schwedischen Luciagesängen. Matthias Diekhoff
Um zum Kirchenportal zu kommen, mussten die Besucher der Andacht zunächst einen Hindernis-Parcours bewältigen.
Um zum Kirchenportal zu kommen, mussten die Besucher der Andacht zunächst einen Hindernis-Parcours bewältigen. Matthias Diekhoff
Steinmocker

Dorfkirchen gibt es viele in Vorpommern. Fast so viele wie Dörfer. Ihnen allen wurde am Sonntagvormittag in Steinmocker (Landkreis Vorpommern-Greifswald) mit der Aktion „Dorfkirche mon amour” stellvertretend eine Liebeserklärung gemacht. Denn egal, ob sie mehr oder weniger regelmäßig genutzt werden und in welchem Zustand sie sich befinden, „Kirchen waren immer schon Orte, in denen sich das ganze Dorf versammelt hat und nicht nur die Kirchengemeinde, und darum ist es gut, wenn sie heute für Kunst, Musik und soziales Leben offen sind”, meinte Tilman Jeremias, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, der die Aktion mit einem Grußwort begleitete.

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Quader als Hindernisse und Sterne als Gruß

Zuvor hatten die Besucher aus Steinmocker und Umgebung Gelegenheit, sich mit der Installation der Künstlerin Caroline Barth auseinanderzusetzen. Den Weg zur Kirche hatte sie mit Fackeln gesäumt und durch große schwarz bemalte Kartonquader so verengt, dass man nur einzeln den Hügel zum Kirchenportal erklimmen konnte. „Wir alle sind momentan gebeutelt von diversen Hindernissen“, erläutert sie ihr Konzept. In der Kirche selbst war dann ein Sternenhimmel an den Boden der Empore projiziert, der laut Caroline Barth einladen sollte, „anzukommen und eins zu werden mit dem Universum”. Zudem brachten im Rahmen der Andacht unter freiem Himmel kleine und große Sängerinnen und Sänger der Opernale, dem „Institut für Theater und Musik in Vorpommern“, in traditionellen weißen Gewändern die schwedische Lucia-Tradition nach Steinmocker.

Anziehungskraft auch auf Urlaubsgäste

„Die Liebeserklärungen an unsere kleinen, bescheidenen Dorfkirchen finde ich wunderbar”, erklärte Bischof Tilman Jeremias. "Über viele Jahrhunderte haben diese steinernen Schätze Menschen Zuflucht gegeben. Bis heute üben sie eine große Anziehungskraft aus auf die Leute im Dorf und auf unsere vielen Urlaubsgäste. Menschen spüren, dass die Orte eine heilsame Atmosphäre des Gebets ausstrahlen.“

Freude über Wertschätzung

„Dorfkirche Mon Amour“ ist eine Kunstaktion der Nordkirche, die in der Adventszeit vier kleine Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern in den Mittelpunkt rückt, in denen sonst kaum noch kirchliches Leben stattfindet. Helge Jörgensen, Pastor im Kirchengemeindeverband Krien, betonte: „Die Leute in Steinmocker haben sich riesig über diese Wertschätzung durch die Nordkirche gefreut. Unsere kleinen Kirchen sind zwar häufig nicht so gut besucht, aber sie liegen den Menschen sehr am Herzen.”

 

 

 

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