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In den Gemeinden rund um Anklam hat SPD-Mann und Wahlgewinner Erik von Malottki (li.) bei der Bundestagswahl oft deutlich weniger Stimmen als Enrico Komning (AfD). Aber selbst Philipp Amthor (CDU, re.) ist hier stärker, trotz Mandatsverlust. S. Schamann/M. Brandt/J. Büttner
Bundestagswahl 2021

AfD im Anklamer Umland oft stärker als SPD

Das Anklamer Umland hat alles bei der Wahl: Alte CDU-Bastionen trotz Wahldebakel, deutliche Gewinne für die Sozialdemokraten und AfD-Hochburgen mit über 40 Prozent.
Anklam

Die Sozialdemokraten konnten ihr Glück in der Nacht zu Montag kaum fassen: Mit den letzten Briefwahlbezirken konnte sich der SPD-Kandidat Erik von Malottki für den Bundestag ganz knapp das Direktmandat im Wahlkreis 16 vor dem AfD-Bundespolitiker Enrico Komning schnappen. CDU-Jungpolitiker Philipp Amthor, der hier noch 2017 den Sieg errang, landete abgeschlagen hinter den beiden Kontrahenten. Er und Komning ziehen jedoch über die Listenplätze ihrer Parteien erneut in den Bundestag ein.

Koming hat oft die meisten Stimmen

Während sich bei der Landtagswahl, die ebenfalls am Sonntag stattfand, auch in der Region ein deutlicher Trend für die SPD ausmachen ließ, konnten Malottki und die SPD in den Gemeinden rund um Anklam nicht unbedingt punkten. Wie ein Blick auf die Auswertung der Landeswahlleitung zeigt, hatte hier oftmals Enrico Komning oft die meisten Stimmen geholt, teilweise sogar mit kräftigem Abstand zu Malottki und Amthor.

So etwa auch in Blesewitz, wo die AfD bei den Zweitstimmen rund 41,2 Prozent der Stimmen erhalten hat, die CDU mit 24,5 Prozent da steht und die SPD im einstelligen Bereich bei 6,9 Prozent liegt. Ein ähnliches Bild zeichnet sich etwa in Schmatzin (AfD: 30,4%, CDU: 16,1 %, SPD: 14,1%) oder in Ducherow (AfD: 30,4%, CDU: 17,1%, SPD: 23,3%) ab.

Briefwahl verzerrt die Gemeindeergebnisse

Aufgrund des hohen Briefwahlanteils in diesem Jahr ist der Blick auf die Gemeinden mitunter etwas verzerrt – da Briefwähler nicht ihren Heimatgemeinden zugerechnet werden – ein Trend lässt sich damit aber allemal ableiten. Und der belegt, dass Amthor auch in Vorpommern einen schweren Stand hatte – andererseits die CDU trotzdem in einzelnen Gemeinden weiterhin hohen Anklang findet. So etwa in Iven, wo die Christdemokraten mit rund 38,8 Prozent der Stimmen gegenüber der AfD mit 13,4 Prozent und der SPD mit 19, 4 Prozent deutlich vorn lagen. In Blesewitz konnte die CDU immerhin noch mit 31,4 Prozent die meisten Wähler von sich überzeugen.

In anderen Gemeinden zeichnet sich ein deutlich ausgeglicheneres Bild, so etwa in Groß Polzin oder auch in Neetzow-Liepen. In der Gemeinde an der Peene liegen CDU und SPD mit jeweils 25,9 Prozent gleich auf. Auf dem dritten Platz logiert die AfD knapp dahinter mit 22,4 Prozent.

SPD in Anklam klar vorn

In der Stadt Anklam lagen dagegen die Sozialdemokraten klar vorn mit 27,6 Prozent der Stimmen – vor der AfD (22%) und der CDU (20,4%). Hier hätte Erik von Malottki zudem auch als Direktkandidat mit rund 25 Prozent der Stimmen das Rennen gemacht. Insgesamt lag der SPD-Mann hier sogar deutlicher vorn, als er im Gesamtergebnis in seinem gesamten Wahlkreis von Penkun, bis zur Mecklenburgischen Seenplatte samt Neubrandenburg verbuchen konnte.

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