LÄRMSCHUTZ

AfD und Biker protestieren gegen Fahrverbote

Ein Auto- und Motorradkorso rollte am Sonntag von Greifswald über Anklam bis auf die Insel Usedom. Die Teilnehmer wollen sich das Recht auf Motorradlärm nicht nehmen lassen.
Über hundert Teilnehmer folgten dem Aufruf zur Ausfahrt.
Über hundert Teilnehmer folgten dem Aufruf zur Ausfahrt. Anne-Marie Maaß
Der Bundestagsabgeordnete Enrico Komning (AfD) sieht in Anklam eine Hochburg seiner Partei.
Der Bundestagsabgeordnete Enrico Komning (AfD) sieht in Anklam eine Hochburg seiner Partei. Anne-Marie Maaß
Anklam.

Unter dem Motto „Freiheit statt Verbote“ hatte die AfD in Vorpommern-Greifswald am Sonntag zu einem Motorrad- und Autokorso mit Begleitung durch Parteiprominenz aufgerufen. Neben dem Neubrandenburger Bundestagsabgeordneten Enrico Komning war auch Stephan Brandner, stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei in den Nordosten gereist. Brandner war vor einigen Monaten als Vorsitzender des Rechtsausschusses im Bundestag abberufen worden.

Komning: Anklam ist AfD-Hochburg

Nach dem Start in Greifswald machte der Tross gegen Mittag auch auf dem Anklamer Marktplatz halt. Dort, so Komning, befände man sich mit Blick auf die vergangene Landtagswahl in einer Hochburg seiner Partei. Auch im Wahljahr 2021 wähnt er hier gute Chance für die AfD. Es gilt als wahrscheinlich, dass Komning dann bei der Bundestagswahl erneut gegen Philipp Amthor (CDU) um das Direktmandat konkurrieren wird. 2017 gewann Amthor, Komning rückte über die Landesliste seiner Partei in den Bundestag.

Parteipolitische Nähe zur Rocker-Szene

Protestiert wurde mit dem Zug nicht nur allgemein gegen die Beschränkungen der Corona-Pandemie der Bundesregierung, sondern auch gegen ein mögliches Sonntagsfahrverbot für Motorräder ab einer bestimmten Lautstärke. Auch wenn er selbst kein Motorradfahrer sei, bedeute dies für ihn Freiheit, so AfD-Bundes-Vize Brandner. Komning führte zuvor aus, die Rocker seien ihm jederzeit und an allen Orten willkommen. Ob das auch für die Teilnehmer gilt, die ihre Motorräder mit Insignien des Dritten Reichs dekoriert hatten, erläuterte Komning nicht explizit.

Bundesrat will neue Lärm-Regeln

Der Bundesrat hatte sich im Mai mit dem Thema Lärm durch Motorräder befasst. Dabei ging es um Maximalwerte für neuzugelassene Fahrzeuge, aber eben auch um mögliche Fahrverbote für besonders laute Maschinen an Sonn- und Feiertagen. Bundesverkehrsminister Scheuer hatte sich gegen Verbote ausgesprochen. Nach dem gut halbstündigen Stopp in Anklam setzte der Korso seinen Weg über Bansin auf Usedom in Richtung Wolgast fort. An der Fahrt beteiligten sich rund 100 Menschen.

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Kommentare (8)

... eine AfD Hochburg. So wie man dort auch Neonazis gern wählt. Die dortigen Loser suchen halt gern für ihr eigenes Versagen andere Schuldige. Ist ja auch bequemer, als den eigenen Arsch zu bewegen.

Pah, wenn ich das schon höre. Verzweifelte Mittfünfziger, die ihre letzten Kröten in hässlichen Motorräder versenken.
Was ein peinliches Klientel.
Da darf die Nazi Partei natürlich nicht fehlen.
Lärm ist Freiheit? Superdämlich, mehr nicht.

Naja, als Freund von Freiheit bist du mir in der Tat noch nicht aufgefallen. Insofern passt dein Post ins Bild.

Aber vielleicht kamst du ja was mit Rosa Luxemburg anfangen. Die sagte mal: "Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden"

Woher wollen diese Menschen sich dieses Recht nehmen, wo soll das festgelegt sein?

... sollte man einmal den Begriff "Lärm" definieren. "als störend empfundenes Gewirr von lauten, durchdringenden Geräuschen"
Hierbei kann es auch schon bei geringer Lautstärke als Störend empfunden werden. Insgesamt kommt es dabei aber darauf an, die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte ohne berechtigten Anlass nicht überschritten werden.
Solange ein Rasenmäher 96 - 110 DB haben darf und ein Düsenflugzeug bei 110 DB liegt, sind Motorräder in der Regel vergleichsweise leise, solange nicht manipuliert wurde. Die Initiative im Bundesrat dazu ging von der CDU aus NRW aus welche von Bündnis90/Die Grünen unterstützt wird.
Rechtsgrundlagen könnten sein:
1. 32. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung - 32. BImSchV)

2. § 117 OWiG unzulässiger Lärm

3. Kinder dürfen laut sein- gehört zur Persönlichkeitsentwicklung , wer also in der Nähe einer KIta wohnt hat Pech

4. usw,usf.

Ist doch eigentlich klar: wenn ich als Fußgänger an einer Ampel stehe, neben mir ein Motorrad, daß beim Losfahren so laut ist, das ich mein eigenes Wort nicht mehr verstehe, dann ist das LÄRM für mich. Von den Spinnern und Möchtegern Rossis mal ganz abgesehen. Sollen die mal alle schön für Geld auf den Hockenheim oder Nürburgring. Und nicht die Allgemeinheit belästigen und gefährden.
Die Freiheit des einzelnen sollte dort enden, wo sie die Freiheit eines Dritten einschränkt.
Ist ganz simpel. Und das versteht und weiß eigentlich die Mehrheit, sie stellt sich bloß gerne doof...

wo sind denn eigentlich Pommeskopp und Turbinenschlüpper?

Mir ist es egal welche politische Einstellung auf dem Motorrad sitzt. Motorräder sind unverhältnismäßig laut und für mich dazu unnütz. Wer fährt den mit dem Motorrad einkaufen, zur Arbeit oder die Kinder zur Schule? Die sind doch nur zum Spazierenfahren geeignet und dazu noch wetterabhängig. Die meisten Motoräder sind unerträglich laut und die meisten Fahrer scheren sich nicht um die StVo .....Geschwindigkeitsübertretungen sind der Normalfall, die Ausnahme sind Motorradfahrer die sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten und einen leisen Auspuff haben.