MITTSOMMERREMISE

Alte Häuser rund um Anklam mit vielen frischen Ideen

Viele neue Ideen gab es bei der diesjährigen Mittsommerremise in den historischen Gutshäusern rund um Anklam zu entdecken. Die Besucher nutzten das Angebot des Aktionstages ausgiebig.
Der Autor Michael Schmal (links) trug bei der Vernissage in Ziethen Gedichte vor. In den Kunstraum selbst durften immer nur f&
Der Autor Michael Schmal (links) trug bei der Vernissage in Ziethen Gedichte vor. In den Kunstraum selbst durften immer nur fünf Personen. Matthasi Diekhoff
Das Rossiner Herrenhaus ist eines der wenigen gut erhaltenen klassizistischen Gebäude in der Region.
Das Rossiner Herrenhaus ist eines der wenigen gut erhaltenen klassizistischen Gebäude in der Region. Matthias Diekhoff
Vorpommern.

Dutzende Guts- und Herrenhäuser in ganz Vorpommern hatten gestern wieder bei der Mittsommerremise ihre Türen weit für Besucher geöffnet. In Ziethen zum Beispiel spielte die alte Schule ganz vorn mit im Konzert der ehemals herrschaftlichen Anwesen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das alte Backsteingemäuer beherbergt seit etwa zwei Jahren den Kunstraum Ziethen. Und im Rahmen der gestrigen Eröffnung der Ausstellung „Form und Text“ mit Arbeiten des bereits verstorbenen Künstlers Dieter Eidmann und seiner in Aschersleben bei Ferdinandshof lebenden Lebensgefährtin Angelika Janz erklang immer wieder auch klassische Klaviermusik von Motoko Liebau-Nishida. Und nicht nur das. Unmittelbar vor der Vernissage erklang von der benachbarten altehrwürdigen Ziethener Kirche auch noch Chormusik.

Neues Gesicht für den Gutspark

„In Ziethen passiert gerade viel Tolles“, freute sich denn auch der Initiator des Kunstraumes Engelbert Weinhold. Womit er aber nicht nur den gestrigen Tag der Mittsommerremise meinte. Eine Dame, die sich noch selbst lebhaft an den Unterricht in der alten Schule erinnern konnte, bei dem ein Lehrer für vier Klassen zuständig war, freute sich sichtlich, dass es mittlerweile viele Ansätze gäbe, dem Ort wieder „ein Gesicht“ zu geben. Neben dem Kunstraum und der Kirche war der Ziethener Gutspark auch noch einer jener Orte, die gestern ausgesprochen gut besucht waren. Dort war bei Führungen zu erfahren, wie es unter anderem mit dem Senkgarten weitergehen soll. Immerhin ist diese Form der Gartengestaltung einmalig in Vorpommern.

In Rossin wiederum konnte ganz „klassisch“ das Herrenhaus besichtigt werden. Und diese Möglichkeit, die man ja auch nicht alle Tage hat, wurde von vielen genutzt, sodass schon am frühen Nachmittag die zugeteilten Eintrittskarten „ausverkauft“ waren. Das in der Mitte des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil gebaute Rossiner Herrenhaus kommt zwar auf den ersten Blick verhältnismäßig schlicht daher, ist aber tatsächlich eines der wenigen Bauwerke in diesem Baustil, die in der Anklamer Region noch erhalten sind, war bei einem Vortrag zu erfahren.

Anlaufpunkt für Reisende

Ebenso, was die Zukunft des Hauses betrifft. Geplant ist, dort einen gemeinschaftlichen Urlaubsort einzurichten, ein „Gasthaus für Reisende und Freunde“, wie die Architektin Claudia Franke es beschreibt, die das Haus im Jahr 2014 erworben hat. Vorstellbar sei aber zudem auch, sich dem handwerklichen Können zu widmen, das seinerzeit notwendig war, um so ein Haus zu errichten. Abgerundet wurde das Angebot in Rossin von einer Fotoausstellung und Tanz-Performances, die als Video gezeigt wurden. Was darauf hindeutet, dass auch die Kunst künftig im Gemäuer eine Rolle spielen wird.

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