BAUSTOPP

Groß Polzin stellt sich bei Eugal-Bauarbeiten an der Peene quer

Die Bauarbeiten für die Eugal-Pipeline an der Peene stehen still. Die Gemeinde Groß Polzin ist stinksauer auf die Firma, die die Gas-Pipeline baut. Eine Einigung scheint vorerst nicht in Sicht.
Philipp Schulz Philipp Schulz
Die denkmalgeschützte Straße aus der Schwedenzeit soll durch die Eugal-Baumaßnahmen stark beschädigt worden sein, meint die Gemeinde.
Die denkmalgeschützte Straße aus der Schwedenzeit soll durch die Eugal-Baumaßnahmen stark beschädigt worden sein, meint die Gemeinde. Philipp Schulz
Groß Polzin.

Auch nach einer Woche steht die große Pumpe an der Nordseite der Peene still. Niemand darf hier arbeiten. Ende vergangener Woche hatte der stellvertretende Bürgermeister von Groß Polzin, Sebastian Hornburg, den Bauarbeitern der Eugal-Pipeline einen Platzverweis ausgesprochen. Als Begründung gab er an, dass durch die Arbeiter Auflagen verletzt würden und diese eine denkmalgeschützte Straße beschädigt hätten.

Bei der Baustelle handelt es sich um eine große Pumpenanlage, an der Groß Polziner Seite der Stolper Fahrradfähre über die Peene. Durch die Pumpe soll Wasser in einen rund einen Kilometer langen Abschnitt der Gas-Pipeline gepumpt werden. Dieses wird auf einen Druck von 180 bar gebracht – ein Dichtigkeitstest für die Pipeline. Das Wasser ist bereits in dem Rohrabschnitt, weiter geht es seitdem jedoch nicht.

Zwei Gesprächsrunden – kein Ergebnis

„Es wurde ohne gültige Genehmigung gebaut, es wurden Absprachen nicht eingehalten, und es wurde nicht mit uns geredet, irgendwann ist auch Schluss“, so begründete Hornburg das Handeln der Gemeinde vor einer Woche. Seitdem gab es zwei Gesprächsrunden, am Montag und Donnerstag, zwischen Gascade, der zuständigen Firma für die Eugal-Gasleitung, und der Gemeinde. Eine Einigung wurde nicht erzielt.

Besonders die historische Kopfsteinpflasterstraße aus der Schwedenzeit Pommerns ist der große Streitpunkt. Durch das Befahren der Straße mit schwerem Baugerät habe diese enormen Schaden genommen, erklärt Hornburg das Problem nun. Die Gemeinde geht nach einer ersten Begehung davon aus, dass rund 1000 Quadratmeter Straße so kaputt sind, dass die Pflastersteine angehoben und der Untergrund erneuert werden muss. Auf weiteren rund 700 Quadratmetern müsse mit Sand nachgearbeitet werden. Das könne im schlimmsten Fall Kosten im unteren sechsstelligen Bereich verursachen.

Gutachter soll Straßenschäden dokumentieren

Zu viel, heißt es von Seiten der Gegenpartei. Es könne zudem nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die Baufahrzeuge den Schaden angerichtet haben, da es vor Baubeginn kein Gutachten gegeben hätte. Deswegen will Hornburg mit der Gemeinde nun nachbessern: „Ein Gutachter hat die Straße jetzt geprüft und wird noch einmal Setzungserscheinungen nach Ende der Bauarbeiten begutachten.“

Ein Ende der Bauarbeiten? Da im Moment gar nichts passiert, ist das noch nicht in Sicht. Aus der Presseabteilung von Gascade heißt es, dass die Verzögerungen aktuell nicht gravierend sind, aber auch nicht zu lange andauern sollten. Wann eine Einigung vorliegen wird, geschweige denn ein Ende der Bauarbeiten, ist im Moment nicht abzusehen.

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