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Brandschutz

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Anklam hat ein dickes Löschwasserproblem

Nach dem Brand im Jahr 2015 hat sich die Löschwasserversorgung am Peendamm bereits verbessert – optimal ist sie jedoch immer noch nicht, schätzt man im Ordnungsamt ein.
Nach dem Brand im Jahr 2015 hat sich die Löschwasserversorgung am Peendamm bereits verbessert – optimal ist sie jedoch immer noch nicht, schätzt man im Ordnungsamt ein.
Korfmacher/Archiv

Anklams Stadtvertretern liegt ein schwerer Brocken auf dem Tisch – sie müssen in der kommenden Woche über den Brandschutzbedarfsplan beraten. Kein leichtes Thema, denn dieser offenbart unter anderem erhebliche Lücken in der Löschwasserversorgung.

Es ist eigentlich ein bekanntes Problem in Anklam – die Löschwasserversorgung in einigen Straßenzügen der Stadt ist unzureichend. Das hat sich in den zurückliegenden Jahren teilweise auch im Ernstfall bei Bränden bestätigt. Jetzt liegt der neue Brandschutzbedarfsplan vor. Und der offenbart das Dilemma schwarz auf weiß: „In einigen Stadtgebieten gibt es erhebliche Defizite“, heißt es darin.

Auf gut drei des insgesamt über 260 Seiten starken Papiers sind sämtliche Straßen der Stadt aufgezählt – samt den bekannten Problemen in der Löschwasserversorgung. Das trifft etwa auf den Gneveziner Damm zu. Dort ist die Löschwasserbereitstellung im gesamten Wohngebiet nicht gewährleistet, so die Beurteilung. In Stretense sei der Brunnen, der zur Wasserentnahme durch die Feuerwehr genutzt werden müsste, seit 2014 versandet.

Löschteiche zu weit vom Einsatzgebiet entfernt

In der Anklamer Ringstraße, dem Kirschenweg, der Bergstraße und im Wohnbereich am Pelsiner Chausseehaus seien die vorhandenen Hydranten unzureichend. In der Baustraße müssten zwei Hydranten eigentlich verlegt werden. In Gellendin und am Anklamer Flugplatz sind die vorhandenen Löschteiche zudem zu weit vom Einsatzgebiet der Feuerwehr entfernt. Darüber hinaus reichen auch die Hydranten in der Greifswalder Straße am Peendamm, und der Hydrant an der Kriegsschule in der Friedländer Landstraße im Ernstfall nicht aus, lautet die Einschätzung in der Bestandsaufnahme, die in Zusammenarbeit mit einer Fachfirma erstellt wurde.

„Wir haben die Lage klar in die Bedarfsplanung hineingenommen. Jetzt liegt es in der politischen Verantwortung, darauf zu reagieren“, erklärt Dirk Bierwerth, Sachgebietsleiter im Anklamer Ordnungsamt. Die Stadtvertreter sollen in der kommenden Sitzung über den Brandschutzbedarfsplan abstimmen. Zuvor wird dieser noch in den städtischen Ausschüssen diskutiert.

Zwei neue Hydranten am Peenedamm

Als Handlungsempfehlung für das Löschwasser-Dilemma sollte ein Maßnahmenplan erstellt werden – wie teuer das Ganze für die Stadt wird, lässt sich noch nicht beziffern. Aufgrund der knappen Anklamer Haushaltslage seien Pläne in diese Richtung immer wieder aufgeschoben worden, so Bierwerth. Gleichwohl wurden aber auch während der Erstellung des Bandschutzbedarfsplans, die mehrere Jahre in Anspruch genommen hat, bereits Verbesserungen umgesetzt.

So wurden am Peenedamm beispielsweise zwei neue Hydranten gesetzt. Komplett sei das Problem mit der Löschwasserversorgung aber auch an dieser Stelle in der Stadt noch nicht behoben, schätzt Dirk Bierwerth ein. Dazu müsste noch ein weiterer Hydrant eingerichtet werden.

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