KLIMASCHUTZ

Anklam hat E-Auto gekauft - der Start einer Elektro-Offensive

Während andere Städte Fahrverbote für ältere Diesel durchsetzen und den Klimanotstand ausrufen, ist Anklam einen Schritt weiter: Die Hansestadt hat sich ein Elektroauto zugelegt - und bei einem E-Auto soll es nicht bleiben.
Karsten Riemer Karsten Riemer
Bei der Jungfernfahrt zeigt der Stromer, was in ihm steckt. Flüsterleise und mit kräftigem Zug saust der neue Wagen
Bei der Jungfernfahrt zeigt der Stromer, was in ihm steckt. Flüsterleise und mit kräftigem Zug saust der neue Wagen über Anklams Straßen. Karsten Riemer
Bevor es losgehen kann, gibt es für Bürgermeister Michael Galander eine Einweisung für das Elektroauto.
Bevor es losgehen kann, gibt es für Bürgermeister Michael Galander eine Einweisung für das Elektroauto. Karsten Riemer
Anklam.

Flüsterleise rollt ein neuer, weißer VW Golf VII vom Hof des Anklamer Autohaus Grützner. Abgase und Motorgeräusche gibt es nicht. Doch der Wagen muss nicht etwa geschoben werden. Ein kräftiger 136 PS starker Elektro-Motor treibt das Auto vorwärts. Am Steuer sitzt der Bürgermeister der Hansestadt, Michael Galander. Mit der Schlüsselübergabe in dieser Woche ist Anklams Elektro-Offensive offiziell gestartet.

Der Leasingwagen wird in den kommenden vier Jahren einer der klassischen Verbrenner aus der Anklamer Fahrzeugflotte ersetzen. Und bereits die Jungfernfahrt sorgt für Begeisterung. „Der fährt sich ausgezeichnet“, so Galander. Ruckzuck sei man mit dem Auto bei Spitzengeschwindigkeiten angekommen.

„Es geht um Vorbildfunktion”

Doch bei der Neuanschaffung geht es nicht um Geschwindigkeit. „Es ist ein Symbol, wenn wir einen Verbrenner austauschen“, sagt der Bürgermeister. Ähnlich sieht das auch Anklams Klimaschutzbeauftragte Juliane Brust-Möbius. „Es geht dabei um die Vorbildfunktion“, sagt sie. Schadstoffe und Lärm würden damit vermieden werden und die Stadt gehe mit der Zeit. Außerdem zählt der Umstieg auf Elektro-Autos zu den Zielen des Klimaschutzkonzepts.

Einen entscheidenden Nachteil haben die Stromer

Ganz ohne Benziner wird es aber auch in Zukunft nicht gehen. Denn die umweltfreundlichen Wagen haben einen entscheidenden Nachteil gegenüber ihren Geschwistern mit Verbrennungsmotor: Die Reichweite ist limitiert. So schafft der Neue in Anklams Flotte nur rund 200 Kilometer, bevor er an die Steckdose muss. Damit ist das Auto vor allem für den innerstädtischen Betrieb ausgelegt. Ordnungs- und Bauamt sollen in erster Linie von dem „Stromer“ profitieren.

Doch auch in Zukunft will die Stadt verstärkt auf Fahrzeuge mit Strom als Kraftstoff setzen. „Vielleicht sind wir in vier Jahren nur noch mit Elektrofahrzeugen unterwegs, aber das ist noch Zukunftsmusik“, so Bürgermeister Galander. Unter anderem soll am Betriebshof und bei der städtischen Grundstücks- und Wohnungswirtschafts GmbH Anklam der Fuhrpark nach und nach auf Elektromobilität umgestellt werden.

Für die Klimaschutzbeauftragte Brust-Möbius ist das Ende der Fuhrpark-Modernisierung damit noch nicht erreicht. „E-Mobilität wird langfristig nicht die einzige Lösung bleiben“, sagt sie. Brennstoffzellen könnten ihrer Meinung nach irgendwann eine Alternative sein. Momentan seien diese aber noch zu teuer.

 

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Kommentare (1)

Unwichtige Zwischenfrage: Wie hoch ist der Preisunterschied zu einem vergleichbaren Benziner oder Diesel, der mit Steuergeldern, die die Bürger berappen müssen, welche nicht dieser Hysterie hinterherhecheln, zur Vorreiterrolle der Hansestadt, blechen müssen?