MIT DEM RAD UNTERWEGS

Anklam unterstützt Spendenaktion für krebskranke Kinder

Seit einigen Jahren schon radelt Oliver Trelenberg durch Deutschland, um Spenden für krebskranke Kinder zu sammeln. Und um Menschen mit einem ähnlichen Schicksal Mut zu machen.
Anklams Bürgermeister Michael Galander (links) und Sebastian Hornburg (rechts), amtierender Präsident des Lions-Club
Anklams Bürgermeister Michael Galander (links) und Sebastian Hornburg (rechts), amtierender Präsident des Lions-Clubs überreichten die Spende an Oliver Trelenberg. Matthias Diekhoff
Anklam ·

Rund 4.000 Kilometer mit dem Rad hat er bereits hinter sich. 1.500 Kilometer sind es noch bis zum Ziel. Vor fast 70 Tagen ist Oliver Trelenberg in seiner Heimatstadt Hagen in Westfalen, gestartet, um bei seiner Tour quer durch Deutschland Spendengelder für krebskranke Kinder einzusammeln. Am Mittwoch hat er in Anklam einen von vier Ruhetagen eingelegt. Insgesamt wird er bis 23. September fast hundert Tage bei jedem Wetter auf dem Rad verbracht haben. In diesem Jahr schwingt er sich für das Projekt „Strahlemännchen“ in den Sattel.

Herzenswünsche erfühlen

Der Verein engagiert sich bundesweit für schwer- und krebskranke Kinder, Jugendliche und deren Eltern. Im Vordergrund steht dabei die Erfüllung von „Herzenswünschen“, die von den Eltern und der Familie nicht verwirklicht werden können. Das kann nun auch mit den 1.650 Euro geschehen, mit denen die Grundstücks- und Wohnungswirtschafts GmbH Anklam (GWA), die Wohnungsgenossenschaft Anklam (WGA), die Remondis Vorpommern-Greifswald GmbH, der Lions-Club, der Rotary-Club und die Stadt Anklam das Projekt unterstützen.

„Eine schöne Summe“, wie sich Oliver Trelenberg gefreut hat, von der jeder Euro auch direkt bei dem Verein ankomme. Generell laufe die Aktion in Anklam immer „sehr gut“, schließlich sei er nicht zum ersten Mal in der Hansestadt.

Welche Städte er im Rahmen seiner Tour besucht, plant er in den Wintermonaten, erzählte er bei seinem Besuch in Anklam. Dabei spiele unter anderem eine Rolle, ob der Ort an einem Fernradweg liegt, ob es dort Übernachtungsmöglichkeiten gibt und ob die Stadt überhaupt bereit ist, bei der Spendenaktion, dessen Schirmherr der Bürgermeister von Hagen ist, mitzumachen.

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Selbst Krebserkrankung überstanden

Zudem sollten die einzelnen Etappen zwischen den einzelnen Stationen auch die richtige Länge, also zwischen 45 und 90 Kilometer, haben. Schließlich sei er kein ausgewiesener Radsportler, sondern hat selbst erst vor ein paar Jahren eine Krebserkrankung überstanden und die 30 Kilo Gepäck müssen ja schließlich auch immer mit. In diesem Jahr führe ihn die Tour zunächst in den Süden Deutschlands, dann in den Osten und jetzt ging und geht es über Anklam auf die Insel Usedom und weiter nach Wolgast, Stralsund und Demmin bis nach Schleswig-Holstein und schließlich wieder in Richtung Hagen.

Aufgewachsen ist der 1965 Geborene in einem schwierigen, gewalttätigen Elternhaus. Es folgt ein holpriger Lebensweg inklusive Haftstrafen, kurzzeitiger Obdachlosigkeit und Alkoholabhängigkeit, berichtet Oliver Trelenberg auf seiner Internetseite. 2003 schafft er dann die Kehrwende, hört mit dem Trinken auf und begibt sich in Behandlung.

Das Radfahren entdeckt er im Jahr 2009 für sich und auch die positiven Einflüsse, die es auf seine psychische Gesundheit hat. Vier Jahre später dann die Diagnose Kehlkopfkrebs. Wieder gelingt es ihm durch regelmäßiges Radfahren neuen Lebensmut zu schöpfen. 2014 fährt er bei Tagesausflügen insgesamt fast 5.500 Kilometer zusammen und ruft sein Projekt „Oli radelt“ ins Leben, um Menschen mit ähnlichem Schicksal Mut zu machen.

Seitdem ist er unter anderem für den Deutschen Kinderhospizverein durch Deutschland gefahren oder hat Spendengelder eingesammelt, um mittellosen Krebspatienten einen Urlaub zu ermöglichen.

Schwer kranke Kinder und Familien unterstützen

Im vergangenen Jahr kamen über 10.000 Euro zugunsten des Vereins „Flying Hope“ zusammen. Der unterstützt schwer kranke Kinder und deren Familien, indem er unter anderem kostenlose Flüge zu medizinischen Behandlungen oder Kuraufenthalten vermittelt, die weit von ihrem Wohnort entfernt sind. Das alles tut Oliver Trelenberg, obwohl er noch schwer mit den Langzeitfolgen seiner Krebserkrankung zu kämpfen hat. Unter anderem auch, um jenen zu helfen, denen es noch schlechter geht als ihm.

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